In Ulm und Neu-Ulm herrscht zurzeit ein ungewöhnliches, ja fast schon unheimliches Stille. Am Samstag, dem 2. Mai 2026, rief die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten im Nahverkehr zum Warnstreik auf. Der Streik begann früh am Morgen um 3.30 Uhr und wird bis Mitternacht andauern. Betroffen sind die Mitarbeiter der SWU mobil und SWU Verkehr, Tochtergesellschaften der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, die sich nun solidarisch zeigen. Diese Maßnahme hat massive Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Region. Nur einige Linien, darunter die Linien 6, 8, 9, 10, 12 und 13, sind nicht betroffen und fahren wie gewohnt. Für alle anderen heißt es: Bus und Bahn stehen bis auf Weiteres still.
Die Gewerkschaft fordert in dieser Tarifrunde eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, einen Nahverkehrszuschlag von fünf Prozent sowie eine Lehrfahrerzulage von zehn Euro. Die Arbeitgeberseite, die in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot gemacht hat, sieht keinen Bedarf für diese Zulagen und bewertet die Forderungen als überzogen. So bleibt ein bitterer Nachgeschmack, denn die Friedenspflicht ist bereits Ende Februar abgelaufen. Verdi sieht die Situation als untragbar an, insbesondere angesichts der Einkommensunterschiede von bis zu 18 Prozent. Über 200 Beschäftigte – 173 bei SWU mobil und 60 bei SWU Verkehr – sind direkt vom Streik betroffen. Echtzeitinformationen für Fahrgäste sind auf der Webseite der Verkehrsgesellschaft zu finden, was immerhin ein kleiner Lichtblick ist.
Massive Auswirkungen im Nahverkehr
In der Stadt wird es als besonders herausfordernd empfunden, dass nur acht Busse zwischen Mähringen und Dellmensingen im Einsatz sind. Der Pressesprecher der SWU kündigte bereits „massive Auswirkungen“ an. Die Passagiere müssen sich darauf einstellen, dass sie ihre Reisepläne umstellen müssen. Verdi selbst warnt, dass der Streik als Reaktion auf die unzureichenden Angebote der Arbeitgeber durchgeführt wird. Die Situation ist angespannt, und ein weiterer Verhandlungstermin steht bislang nicht fest.
Die derzeitige Lage ist Teil eines größeren Problems im öffentlichen Nahverkehr, das nicht nur Ulm betrifft. Die Gewerkschaft plant bundesweite Streiks im kommunalen Nahverkehr, die am 27. und 28. Februar 2026 ihren Höhepunkt erreichen sollen. Rund 100.000 Beschäftigte in ganz Deutschland könnten betroffen sein – von Hamburg bis Berlin. Die Verhandlungen um Arbeitsbedingungen, Wochenarbeitszeit und Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit sind zäh und schleppen sich dahin. In einigen Bereichen hat es bereits vier Verhandlungsrunden gegeben, doch der Fortschritt bleibt aus. Christine Behle, die stellvertretende Verdi-Vorsitzende, äußert sich besorgt über die Entwicklung.
Für die Bürger in Ulm und Neu-Ulm ist es eine herausfordernde Zeit. Die Busse und Bahnen stehen still, und die Frage bleibt, wie lange noch. Die Gewerkschaft kämpft für gerechtere Arbeitsbedingungen, und die Menschen hoffen, dass der Streik nicht zu lange andauert. Die aktuellen Geschehnisse sind nicht nur ein Zeichen für die Probleme im Nahverkehr, sondern auch ein Appell an die Arbeitgeber, endlich ernsthafte Angebote zu machen. Die Geduld der Beschäftigten wird auf eine harte Probe gestellt.
Für weitere Informationen und Updates empfehlen wir einen Blick auf die Webseiten der betreffenden Verkehrsgesellschaften. Hier bietet sich die Gelegenheit, Echtzeitinfos zu erhalten und sich über die Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Bleiben Sie stark und geduldig!