Heute ist der 28.04.2026 und in Oberallgäu fand die jüngste Hegeschau des Kreisjagdverbandes Oberallgäu in Obermaiselstein statt. Die Jägerschaft sieht diese Veranstaltung als Spiegelbild des Wildbestands und als wichtige Plattform für den Austausch über jagdliche Belange. Edmund Herzog, der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes, betonte die Notwendigkeit einer Balance zwischen Wald und Wild. In seiner Ansprache verteidigte er die professionelle Fütterung von Wild in harten Wintern, die er als Notwendigkeit und wichtigen Aspekt des Naturschutzes ansieht.
Herzog forderte zudem eine einheitliche Futterqualität für die Wildfütterung und wies auf die Diskrepanzen bei den Rehwildabschussdaten hin. Er appellierte an die Ehrlichkeit bei der Abschussplanung, um die Herausforderungen im Wildmanagement besser bewältigen zu können. Simon Östreicher vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sah in der Kommunikation zwischen Jägern und Waldbesitzern Nachholbedarf.
Abschusszahlen und Hegeschau
Die Bedeutung der Hegeschau für den Dialog und die Zieldefinition wurde auch von Kai Bomans vom Landratsamt Oberallgäu unterstrichen. Die Jägerschaft zeigt sich engagiert: Die Abschusszahlen des vergangenen Jagdjahres liegen auf einem hohen Niveau. Jagdberater Markus Schwarz präsentierte die Zahlen, die einen Erfüllungsgrad von 35% bei Rehwild (3.730 Stück), 86% bei Gamswild (815 Stück) und 104% bei Rotwild (1.346 Stück) aufweisen. Es wird jedoch angemerkt, dass die Zählergebnisse für das Rotwild ernüchternd waren.
Die rund 1300 Jagdscheininhaber im Landkreis sind sich ihrer Verantwortung bewusst und arbeiten aktiv an der Umsetzung der gesetzlichen Veränderungen, die neue Chancen und Spielräume bieten. Edmund Herzog wurde für seine Verdienste um die Jagd mit dem Ehrenzeichen in Bronze des BJV ausgezeichnet, was seine langjährige Hingabe und den Einsatz für die Jagdkultur unterstreicht.
Ausblick auf die Zukunft
Die Hegeschau ist nicht nur ein Rückblick auf die vergangenen Jagdjahre, sondern auch ein Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen. In Anbetracht der sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Notwendigkeit, Wildbestände nachhaltig zu bewirtschaften, ist der Austausch zwischen Jägern, Waldbesitzern und Behörden unerlässlich. Nur durch einen offenen Dialog können langfristige Lösungen gefunden werden, die sowohl den Bedürfnissen des Wildes als auch den Interessen der Forstwirtschaft gerecht werden.
Für die Zukunft wird es entscheidend sein, dass alle Beteiligten weiterhin an einem Strang ziehen, um die Balance zwischen Wald und Wild zu wahren. Die Hegeschau des Kreisjagdverbandes Oberallgäu hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig dieser Austausch ist, um den Herausforderungen im Wildmanagement gerecht zu werden. Weitere Informationen zu den Entwicklungen in der Region finden Sie in dem Artikel auf Kreisboten.