In Passau wird die Stadt in diesen Tagen von der festlichen Aufregung um den Ritterschlag von Roland Schuster, einem 62-jährigen Architekten und Stadtplaner aus Büchlberg, erfasst. Der feierliche Akt findet am 9. Mai in der Klosterkirche Niedernburg statt, wo die selige Gisela begraben liegt. Schuster wird in den Sankt-Georg-Ritterorden aufgenommen, einen Orden, der im 14. Jahrhundert von König Karl I. von Ungarn gegründet wurde und zentrale europäische Werte verkörpert. Manchmal denkt man, die ritterlichen Werte wie Tapferkeit, Großmut und Mäßigung hätten im modernen Wertekanon an Bedeutung verloren. Doch es gibt sie noch, diese Menschen, die sich für ihren Glauben und die Unterstützung Bedürftiger einsetzen.
Roland Schuster hat sich entschieden, einen Eid abzulegen, um die Regeln des Ordens zu befolgen und ein tugendhaftes Leben zu führen. Seine Freunde nennen ihn mittlerweile „Sir Roland“, doch er betrachtet seine Rolle als ernsthafte Verpflichtung, der Gesellschaft zu helfen. Als Vizepräsident des Musikbundes von Ober- und Niederbayern, der rund 25.000 aktive Musiker vereint, sieht er sich in einer besonderen Verantwortung. Schuster äußert sich besorgt über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich und die Abnahme des Glaubens in der Gesellschaft. Ehrlich gesagt, es ist beeindruckend, wie jemand in seinem Alter noch so motiviert ist, die Welt zu verbessern, auch wenn die Herausforderungen nicht von Pappe sind.
Feierlichkeiten und Werte
Am 8. Mai wird das Jubiläum des Sankt-Georg-Ritterordens unter dem Leitwort „Mut und Einheit“ gefeiert. Es ist ein Tag, der die Brücke zwischen Tradition und Gegenwart schlägt. Der Georgs-Orden setzt sich für Caritas, Aussöhnung, Bildung und die Förderung der Jugend in Ungarn sowie Osteuropa ein. In einer Zeit, in der viele traditionelle Werte in den Hintergrund gedrängt werden, sind es genau diese Prinzipien, die auch im 21. Jahrhundert von Bedeutung sind. Die ritterlichen Tugenden wie Gerechtigkeit, Tapferkeit und Besonnenheit sind nach wie vor sehr relevant und werden von Organisationen wie dem Orden der Tempelherren hochgehalten.
Der moderne Templerorden bewahrt alte Traditionen und fördert Menschlichkeit sowie Brüderlichkeit. Mitglieder dieses Ordens engagieren sich aktiv für Solidarität in der modernen Gesellschaft und setzen sich gegen Gottlosigkeit und Intoleranz ein. Man könnte fast sagen, dass die Ritter von heute, wie vor Jahrhunderten, eine Art Vorreiter für die Bewahrung von Werten sind, die das Zusammenleben der Menschen fördern. Auch das Deutsche Großpriorat in Deutschland, das direkt dem Großmeister des OSMTH unterstellt ist, zeigt, wie wichtig diese Ideale heutzutage sind.
Ein Blick in die Zukunft
Roland Schuster ist also nicht nur ein Architekt, sondern auch ein Symbol für das Engagement, das viele Menschen in unserer heutigen Gesellschaft aufbringen. Der Wahlspruch des Ordens, „NON NOBIS DOMINE, NON NOBIS, SED NOMINE TUO DA GLORIAM“ (Nicht uns Herr, nicht uns, Deinem Namen gebührt die Ehre), findet in seinem Handeln einen lebendigen Ausdruck. Es ist bemerkenswert, wie er mit seiner Ehrung auch eine Botschaft an die Gesellschaft sendet: Jeder kann etwas bewirken, egal wie klein die Schritte erscheinen mögen. Vielleicht ist es genau das, was wir in Zeiten von Unsicherheiten und Herausforderungen am meisten brauchen – Menschen, die sich für die Gemeinschaft einsetzen und die ritterlichen Werte hochhalten.
Wenn man in Passau durch die Straßen schlendert, spürt man den Hauch von Geschichte und den lebendigen Geist des Wandels, der hier gelebt wird. Schuster und seine Mitstreiter zeigen, dass die ritterlichen Ideale nicht im Mittelalter verhaftet sind, sondern heute, im 21. Jahrhundert, lebendig und relevant sind.