In einer großartigen Nachricht für die Region wurde die Almwirtschaft in Bayern offiziell als „immaterielles Kulturerbe“ anerkannt. Die Initiative kam von Birgit Löffler und Maria Stöberl aus Traunstein, die sich mit viel Engagement für diese Anerkennung eingesetzt haben. Die Eintragung erfolgte auf Basis der Kriterien des UNESCO-Übereinkommens, was die Bedeutung dieser Tradition unterstreicht. Am 24. Juni wird in München die feierliche Übergabe der Aufnahmeurkunde stattfinden, und darauf freuen sich nicht nur die Almbauern, sondern auch die gesamte Gemeinschaft.

Die Almwirtschaft ist nicht nur ein Stück bayerischer Identität, sondern auch ein Zusammenspiel von Mensch und Tier, das über Jahrhunderte hinweg gewachsen ist. In den Tälern des Alpenraums sind die Flächen rar, und so bringt man die Tiere traditionell in die Berge. Historische Erwähnungen dieser Praxis reichen sogar bis ins 7. Jahrhundert zurück. Im Landkreis Traunstein gibt es derzeit 170 Almen, die von den Almbauern mit viel Mühe und Hingabe gepflegt werden. Diese Arbeit erfordert erhebliche Anstrengungen, und nicht zu vergessen: Früher gab es viel mehr Tiere auf den Almen. Der Rückgang der Bauern im Tal hat auch zu einem Rückgang der Almen geführt.

Kulturelle Bedeutung und Unterstützung

Die Entscheidung, die Almwirtschaft als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen, ist nicht nur ein Sieg für die Almbauern, sondern auch ein bedeutender Schritt für den Landkreis Traunstein und dessen Kulturlandschaft. Landrat Andreas Danzer hebt die Rolle der Almbauern bei der Prägung und Erhaltung der Landschaft hervor. Dies zeigt, wie wichtig diese Tradition für die Region ist. Die Bewerbung für die Anerkennung wurde vor einigen Jahren initiiert, und zahlreiche Beteiligte, darunter Praktiker und Verantwortliche im Verband und Landratsamt, haben daran gearbeitet.

Das Ziel? Die Tradition der Almwirtschaft zu bewahren und gleichzeitig Raum für Weiterentwicklung zu schaffen. Dr. Birgit Löffler, Sachgebietsleiterin Kultur und Heimatpflege, betont, dass die Almwirtschaft Ökologie, Ökonomie und kulturelle Tradition vereint. Die Anerkennung vom Freistaat Bayern ist symbolischer Natur, würdigt jedoch die regionalen Kulturschätze. Zudem erhalten Almbauern mittlerweile Zuschüsse zur Unterstützung ihrer Arbeit, was den Stellenwert der Almwirtschaft in der Politik wieder gesteigert hat.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe könnte auch helfen, die Interessen der Almbauern auf bundesweiter Ebene zu vertreten. Eine Entscheidung über die bundesweite Anerkennung wird im Februar oder März 2027 erwartet. Dies könnte weitere positive Veränderungen für die Almwirtschaft mit sich bringen. Und wer weiß, vielleicht inspiriert es auch andere Regionen, ähnliche Traditionen zu bewahren.

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Aktuell ist im Landratsamt Traunstein eine Fotoreportage mit dem Titel „Einfach Alm. Wenn der Tag sich selbst genügt“ von Manuela Federl zu sehen, die bis zum 24. April 2026 läuft. Diese Ausstellung zeigt die Schönheit und den Kampf um die Erhaltung der Almen und gibt einen eindrucksvollen Einblick in das Leben der Almbauern.

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