Heute ist der 12.07.2026 und in Friedrichshain-Kreuzberg wird es wieder spannend. Am Sonntag, den 19. Juli, findet ein historischer Stadtrundgang zur Hausbesetzer*innenbewegung und den anarchistischen Strömungen in diesem lebendigen Stadtteil statt. Die Veranstaltung, die von Die Linke Pankow organisiert wird, widmet sich der Autonomie und Selbstverwaltung im Kapitalismus – ein Thema, das immer noch aktuell ist. Von 13 bis 16 Uhr geht es auf die Spuren der Geschehnisse, die sich in den 1970er bis 1990er Jahren abspielten, als der Kampf um bezahlbaren Wohnraum und gegen Gentrifizierung in vollem Gange war.

Der Treffpunkt für alle Interessierten ist das „Asia Wok“ am Rio-Reiser-Platz. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings wird ein BVG-Kurzstreckenticket benötigt. Wer dabei sein möchte, sollte sich vorher anmelden unter der E-Mail-Adresse politische-bildung@die-linke-pankow.de. Diese Gelegenheit, die Geschichte der Besetzungen und kollektiven Strukturen zu erkunden, sollte man sich nicht entgehen lassen!

Ein Blick in die Geschichte

Die Geschichte der Hausbesetzungen ist nicht nur in Berlin, sondern auch in Österreich ein spannendes Kapitel. In Wien beispielsweise gab es am 28. Juli 2014 eine spektakuläre Räumung der „Pizzeria Anarchia“, die mit einem Polizeigroßaufgebot von 1.454 Beamten, Wasserwerfern und sogar einem Hubschrauber einherging. Diese Aktion dauerte einen ganzen Tag und endete mit der Festnahme von 19 Hausbesetzern, die sich durch massive Verbarrikadierung und das Werfen von Farbbeuteln zur Wehr setzten. Die Kosten der Räumung beliefen sich auf satte 870.000 Euro – eine Summe, die zum Nachdenken anregt.

In Wien nahm alles seinen Anfang in den 1970er Jahren mit der Besetzung des Veranstaltungszentrums Arena. Damals besetzten Anwohner des Spittelbergs das Amerlinghaus aus Protest gegen Abrisspläne. Diese frühen Hausbesetzungen legten den Grundstein für viele weitere Aktionen, z.B. die Besetzung des Technischen Gewerbemuseums 1981, die zur Gründung des WUK (Werkstätten- und Kulturhaus) führte. Auch das Ernst-Kirchweger-Haus (EKH), das heute das größte autonome Sozial- und Kulturzentrum in Wien ist, hat eine bewegte Geschichte hinter sich – durchaus ein Überlebenskampf, der zeigt, wie wichtig solche Räume für die Gesellschaft sind.

Aktuelle Herausforderungen

In Deutschland ist das Thema der Wohnungsnot nach wie vor brisant. Mit explodierenden Mieten und langen Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen fühlen sich viele Menschen aus den Innenstädten in die Randgebiete gedrängt. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, bezeichnet den Mangel an bezahlbarem Wohnraum als eines der dringendsten sozialen Probleme. Ihr Appell ist unmissverständlich: Ohne schnelles Handeln könnte der soziale Frieden gefährdet sein. Dies bringt die Brisanz der Hausbesetzungsbewegung von damals ins Licht der heutigen Herausforderungen.

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Der Stadtrundgang am 19. Juli wird nicht nur die Geschichte der Hausbesetzungen beleuchten, sondern auch auf die aktuellen Fragen des Wohnraums und der sozialen Gerechtigkeit eingehen. Es bleibt also spannend, wie sich diese Themen in der lebendigen Kultur von Friedrichshain-Kreuzberg weiterentwickeln. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

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