In den letzten sieben Monaten war die Straßenbahnlinie M6 in Berlin ein echtes Sorgenkind. Von Hellersdorf bis zum S-Bahnhof Marzahn konnte man die Züge nur vermissen, denn die Strecke war wegen der Arbeiten für den Ersatzneubau der Marzahner Brücken unterbrochen. Die gute Nachricht: Seit dem vergangenen Samstag rollt die M6 endlich wieder bis zur Endstation am Hackeschen Markt! Das hat nicht nur die Fahrgäste erfreut, sondern auch die Linie 16, die nun ebenfalls wieder durchfahren kann. Die erste Testfahrt über die wiederhergestellte Gleisverbindung fand bereits am Donnerstagmorgen statt, und viele waren einfach nur erleichtert.
Im Berufsverkehr war die M6 im Jahr 2024 eine wichtige Lebensader – fast 57.000 Fahrgäste täglich, das ist schon eine Ansage. Auf dem Abschnitt waren während der Stoßzeiten ganze 18 Bahnen pro Stunde und Richtung unterwegs. Doch während der Sperrung mussten die Menschen auf die alternativen Verbindungen M8 und M18 ausweichen. Das führte zu überfüllten Bahnen, was sicher kein Spaß war. Und nebenbei bemerkt, die U5 war auch nicht viel besser dran, denn sie war vom 11. Mai bis zum 19. Juli ebenfalls wegen Gleisbauarbeiten unterbrochen. Das klingt nicht nach einem entspannten Pendeln.
Ein Provisorium mit großen Plänen
Ursprünglich war die Sperrung der M6 und der Linie 16 für nur zwei Monate bis Dezember 2025 geplant. Nun zeigt sich, dass die neue Strecke über die Marzahner Brücken ein Provisorium ist – auf der nördlichen Autobrücke der Landsberger Allee wird vorerst auf zwei Autospuren verzichtet. Das hat natürlich seine Gründe: Die alte Straßenbahnbrücke über die Strecke der S75 wurde abgerissen, und die Neubauarbeiten laufen seit 2022. Die Gesamtkosten für diese umfangreichen Bauarbeiten werden auf rund 224 Millionen Euro geschätzt, und die Fertigstellung soll erst 2029 erfolgen. Ein langer Weg!
Das alles geschieht natürlich nicht ohne Grund. Mobilität ist ein großes Thema, nicht nur in Berlin, sondern auch in ganz Deutschland. Laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMV) umfasst das Kompendium „Verkehr in Zahlen“ (ViZ) aktuelle Zahlen und Zeitreihen zu Mobilität und Verkehr. Das Werk wird seit über 50 Jahren herausgegeben und liefert wertvolle Informationen zu Themen wie Investitionen in die Infrastruktur, Verkehrsinfrastruktur, Unfällen und dem täglichen Mobilitätsverhalten der Deutschen. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Arbeit in die Aufbereitung dieser Daten fließt.
Für die, die sich für die Details interessieren: Die aktuelle Ausgabe kann kostenlos im PDF- und MS-Excel-Format heruntergeladen werden, und für die Taschenbuchausgabe muss man sich an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wenden. Wer also neugierig ist, kann sich die Zahlen und Fakten direkt auf die eigene Leseliste setzen.
