Am 22. April 2026 war es endlich so weit: Der Landkreis Elbe-Elster hat die Schutzmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) offiziell beendet. Diese Entscheidung markiert das Ende einer mehrjährigen Phase intensiver Tierseuchenbekämpfung. Was für eine Erleichterung! Trotz der hohen Gefährdungslage haben die Behörden es geschafft, die Ausbreitung der ASP im Landkreis zu verhindern. Ein echter Erfolg, auf den die Vertreter der Kreisverwaltung, Fachbehörden und Akteure aus Landwirtschaft und Wirtschaft stolz zurückblicken konnten.

Bei einem Vor-Ort-Termin in Gaitzsch-Häuser waren unter anderem die Beigeordnete Susann Kirst, Amtstierärztin Mareike Wohlert und amtlicher Tierarzt Paul Burigk anwesend. Ihre positive Bilanz zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Beteiligten war. Seit dem ersten Auftreten der ASP in Deutschland im Jahr 2020 gab es im Landkreis Elbe-Elster keinen nachgewiesenen Fall. Landesweit wurden jedoch insgesamt 3.455 Fälle bei Wildschweinen registriert. Das zeigt, wie ernst die Lage war.

Intensive Maßnahmen zur Bekämpfung der ASP

Um die Seuche einzudämmen, setzte der Landkreis ein umfangreiches Schutzkonzept um, das unter anderem den Bau von zwei parallelen Schutzzäunen entlang der Grenze zu Sachsen umfasste. Diese Zäune sind jeweils rund 55 Kilometer lang. Zudem wurden regelmäßige Fallwildsuchen organisiert, bei denen Hunde, Drohnen und freiwillige Helfer zum Einsatz kamen. Diese modernen Geoinformationssysteme halfen, die Einsätze effizient zu planen und durchzuführen. Ein ganz schöner Aufwand, wenn man bedenkt, dass die Jägerschaft maßgeblich beteiligt war – mit verstärkter Bejagung und verpflichtenden Probenentnahmen.

Die Maßnahmen hatten allerdings auch spürbare Einschränkungen für die Region zur Folge. So wurde die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen eingeschränkt, und es mussten Abstimmungen zwischen Behörden und Betrieben getroffen werden. Vandalismus an der Infrastruktur sorgte zusätzlich für einen erhöhten Aufwand. Mit der Aufhebung der Sperrzone I zum 31. Dezember 2025 und dem Rückbau der Schutzzäune endet jetzt diese Phase, die das Leben im Landkreis ganz schön auf den Kopf gestellt hat.

Aktuelle Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen

<pInteressant ist, dass die Situation in Deutschland nicht einheitlich ist. Am 14. Juni 2025 wurde in Nordrhein-Westfalen das erste mit ASP infizierte Wildschwein bestätigt. In den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und Hochsauerlandkreis haben die Veterinärbehörden daraufhin in Abstimmung mit dem Landestierseuchenkontrollzentrum NRW und dem Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Sperrzonen eingerichtet. Hier wird sogar ein vollständig umzäuntes Kerngebiet ausgewiesen, um die Verbreitung der Seuche durch Verschleppungen zu verhindern.

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In diesen Sperrzonen wird intensiv nach Kadavern gesucht, unterstützt von Mensch-Hund-Suchteams. Gleichzeitig wird ein Drohnenprojekt koordiniert, um die Wildschweinpopulation im Kerngebiet zu überwachen. Seit dem 14. Juni 2025 wurden insgesamt 46.347 Untersuchungen durchgeführt, von denen 565 positive Fälle von ASP erfasst wurden (Stand 24. April 2026). Ein ernstes Thema, denn die Infektion verläuft für Schweine fast immer tödlich. Menschen und andere Tiere sind jedoch nicht betroffen, was immerhin ein kleiner Lichtblick ist.

Ein Blick in die Geschichte der ASP

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die ursprünglich auf Afrika beschränkt war. Erste Fälle wurden im Juni 2007 in Georgien gemeldet, und die Seuche breitete sich schnell in benachbarte Länder aus. Seitdem gab es in Europa zahlreiche Ausbrüche, vor allem in Ländern wie Litauen, Polen und der Tschechischen Republik. Das Risiko einer Einschleppung der ASP nach Deutschland ist weiterhin hoch, vor allem wegen illegaler Verbringung und der Verbreitung in Ländern mit hohen Wildschweindichten. Die Verbreitung von kontaminiertem Material entlang der Verkehrswege stellt ein zusätzliches Risiko dar. Die Situation bleibt also angespannt.

Für den Landkreis Elbe-Elster ist der Abschluss der Schutzmaßnahmen ein Schritt in die richtige Richtung, doch die Herausforderungen sind noch lange nicht vorbei. Die Erfahrungen aus dieser Krise könnten sich als wertvoll erweisen, um zukünftige Ausbrüche besser zu bekämpfen.