Heute ist der 31.05.2026 und wir werfen einen Blick nach Potsdam, wo die Bürger mit langen Wartezeiten bei der Bearbeitung von Förderungen durch das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) kämpfen. Die Arbeiterwohlfahrt hat sich laut einem Bericht des Tagesspiegels lautstark über die unzureichenden Bedingungen beschwert und fordert eine Lösung, die das Antragsverfahren erleichtert. Ein Vorschlag der AWO ist die Einführung einer Karte oder einer App. Diese könnte die Antragstellung deutlich vereinfachen und die Bürger in Potsdam entlasten.
Die Stadt hat bereits damit begonnen, eine solche Lösung zu prüfen und steht im Austausch mit anderen Gemeinden. Städte wie Berlin, Magdeburg und Leipzig haben bereits funktionierende Modelle etabliert, die als Vorbild dienen könnten. In Berlin beispielsweise gibt es seit 2018 den „berlinpass“, der nicht nur Einkommensschwachen vergünstigte Tickets für den öffentlichen Nahverkehr bietet, sondern auch ermäßigten Eintritt in Kultureinrichtungen. Besonders für Kinder, die BuT-förderungsberechtigt sind, gibt es den berlinpass-BuT, der die Vorteile des BuT zusammenfasst. Eine kleine Hürde bleibt: Nachhilfe ist in Berlin weiterhin separat zu beantragen.
Innovative Ansätze in anderen Städten
Magdeburg setzte 2021 mit der Otto-City-Card einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung. Dieser Stadtpass kombiniert die Leistungen des BuT und bietet Vergünstigungen für den Nahverkehr, Kulturangebote und sogar einen Erlass der Kitakosten. Eltern können über ein Online-Portal Einsicht in Rechnungen und Transaktionen erhalten – eine Erleichterung, die in Potsdam noch in den Sternen steht. Auch Leipzig hat ein Online-Portal eingeführt, jedoch deckt deren Bildungskarte bislang nur Mittagsverpflegung und Lernförderung ab und ist nicht mit dem Leipzig-Pass kombinierbar. Auch andere Städte wie Schwerin, Bremen und Offenbach haben ähnliche Lösungen implementiert.
In diesem Zusammenhang ist es spannend zu erwähnen, dass Digitalisierung nicht nur im Bereich der sozialen Förderungen, sondern auch im Unternehmenssektor Einzug hält. Unternehmen, die INQA-Coaching anstreben, können eine Erstberatung in einer regionalen INQA-Beratungsstelle (IBS) in Anspruch nehmen. Bei dieser Beratung werden die Fördervoraussetzungen und der betriebliche Unterstützungsbedarf geklärt. Ein INQA-Coaching-Scheck kann ausgestellt werden, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Das Coaching selbst wird von erfahrenen Beratern durchgeführt und kann bis zu sieben Monate in Anspruch nehmen, wenn das aus betrieblicher Sicht notwendig ist. Ein Abschlussgespräch folgt etwa drei bis sechs Monate nach dem Coaching, um die Ergebnisse und Wirkungen zu evaluieren und gegebenenfalls weitere Förderoptionen aufzuzeigen.
Die Herausforderung der Umsetzung
Obwohl die Ansätze in anderen Städten vielversprechend sind, bleibt die Frage, wie schnell und effizient diese Lösungen in Potsdam umgesetzt werden können. Die langen Wartezeiten und bürokratischen Hürden sorgen für Frustration bei den Bürgern, die auf die Unterstützung angewiesen sind. Die Forderung nach einer schnelleren und einfacheren Antragstellung ist laut und klar – es bleibt abzuwarten, ob die Stadt Potsdam den Schritt in die digitale Zukunft wagt und den Bürgern die benötigte Unterstützung bietet. Die Notwendigkeit einer solchen Initiative ist offensichtlich, und die Zeit drängt, denn viele Menschen warten auf die dringend benötigte Hilfe.
