In Potsdam tut sich gerade einiges im Bereich der erneuerbaren Energien. Am Heizkraftwerk Potsdam Süd wird fleißig gebohrt, denn hier hat der Energieerzeuger Energie und Wasser Potsdam (EWP) ein neues Projekt für Tiefengeothermie gestartet. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) war beim Start der Bohrungen dabei und sieht in diesem Vorhaben ein leuchtendes Beispiel für andere Städte in Brandenburg. Sie betont, dass solche Projekte nicht nur die Wärmeversorgung in Potsdam verbessern, sondern auch für viele andere Orte als Vorbild dienen können. Die Herausforderungen sind dabei nicht zu unterschätzen: Hohe Kosten und ungewisse geologische Bedingungen sind nur einige der Hürden, die es zu überwinden gilt.

Die erste Bohrphase, die bereits in vollem Gange ist, soll wichtige Erkenntnisse über die geologischen Schichten und das Potenzial der Erdwärme liefern. Diese Informationen sind entscheidend, um die nächsten Schritte in der Umsetzung zu planen. Deutschlandweit gibt es mittlerweile 45 Geothermieanlagen, die mehr als 400 Meter tief bohren. Ein bisschen wie ein Wettlauf—wer holt den nächsten großen Coup in der Energieversorgung?

Erneuerbare Energien im Fokus

Potsdam hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2035 soll die Wärmeversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Die Stadtwerke Potsdam planen bis 2030 gleich sechs Tiefengeothermie-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von rund 25 Megawatt. Das erste Projekt in der Heinrich-Mann-Allee ist ein echter Meilenstein—es wird ab Oktober 2025 ein ganzes Quartier mit etwa 340 Wohnungen komplett mit Erdwärme beheizen. Diese Initiative gilt als Pionierprojekt für Nordostdeutschland.

Die Bohrung dieses ersten Projekts hat sogar die Erwartungen übertroffen und ein Leistungsvermögen von vier Megawatt erreicht. Damit könnte der Wärmebedarf von bis zu 7.000 Haushalten gedeckt werden! Aber das ist nicht alles: In der Nähe des Heizkraftwerks Süd sollen zusätzlich eine Flusswasserwärmepumpe und Blockheizkraftwerke entstehen. Man könnte fast meinen, hier wird ein ganz neues Energiezeitalter eingeläutet.

Technologische Herausforderungen und Unterstützung

Mit der neuen Geothermie-Anlage, die ab 2026 entstehen soll, geht es weiter. Der Auftrag wurde an die UGS GmbH vergeben, die eine modernisierte, elektrisch betriebene Bohranlage nutzen wird. Und damit nicht genug: Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) soll die Planungen unterstützen. Hier wird von der Grundlagenermittlung bis zur Ergebnisauswertung Hand in Hand gearbeitet. Das Ziel? Die Erkundung des geothermischen Feldes und die Abschätzung der Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit geothermischer Technologien.

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In Deutschland wird der Wärmesektor immer wichtiger, wenn es um die Energiewende geht. Der Anteil erneuerbarer Energien im Wärmebereich liegt allerdings noch bei nur 18,1%, während der Anteil am Bruttostromverbrauch schon bei stolzen 54,4% angekommen ist. Geothermie deckt derzeit nur etwa 2% des Wärmebedarfs in Deutschland ab—da ist noch viel Luft nach oben!

Der Druck wächst, erneuerbare Wärmequellen, wie die Geothermie, stärker zu nutzen. Mit dem Geothermie-Beschleunigungsgesetz (GeoBG) vom 23. Dezember 2025 gibt es jetzt auch rechtliche Erleichterungen für die Planung und Genehmigung solcher Projekte. Diese Veränderungen könnten dazu beitragen, dass die Geothermie bald einen viel größeren Beitrag zur Wärmeversorgung leisten kann. Bis 2045 haben Vorhaben zur Geothermie sogar überragendes öffentliches Interesse—das sind doch mal positive Nachrichten!

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