In der Uckermark, einer eher ruhigen Ecke Deutschlands, hat sich mal wieder ein ernstes Problem breitgemacht. Nach über einem Jahr ohne nennenswerte Vorfälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sind jetzt zwei Fälle aufgetreten. Das Virus wurde beim Nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt. Die betroffenen Wildschweine wurden in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze gefunden, und zwar südlich von Schwedt/Oder, in einem Bereich, der bereits als gefährdet gilt. Diese Region liegt innerhalb der bestehenden Sperrzone II, die als ASP-Schutzkorridor dient und vollständig eingezäunt ist. Es ist schon beunruhigend, wenn man bedenkt, dass die Wildschweinpopulation hier stark von migrierenden Tieren aus Polen betroffen ist – so vermutet es zumindest Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch.

Der Seuchendruck ist hoch, und die Behörden sind alarmiert. Epidemiologische Ermittlungen sind im Gange, um die Hintergründe der neuen Fälle zu klären. Intensivierte Bekämpfungsmaßnahmen, darunter eine verstärkte Fallwildsuche, wurden bereits eingeleitet. Der Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes ist vor Ort, um Unterstützung zu leisten. Zudem wird von den Schweinehaltern in der Region erwartet, dass sie ihre Biosicherheitsmaßnahmen verschärfen. Die Lage ist ernst, und der Landesbauernverband sowie der Landesjagdverband Brandenburg appellieren eindringlich an die Bürger, die Tore der ASP-Schutzzäune immer zu schließen. Denn offene Zäune und weggeworfene Lebensmittel können potenzielle Infektionsquellen darstellen.

Aktuelle Maßnahmen und Herausforderungen

Auf die Schutzzäune kann man sich nicht immer verlassen. Die Kadaver, die bei routinemäßigen Fallwildsuchen entdeckt wurden, zeigen, dass die Schutzmaßnahmen bisher ganz gut funktioniert haben. Immerhin wurden die Funde innerhalb der Schutzzäune gemacht. Man hat sogar zwei Zaunbauprojekte umgesetzt, die gefährdete Korridore entlang der Oder absichern. Regelmäßige Fallwildsuchen sollen helfen, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen. Doch das wird nicht leicht, denn es gibt bereits Vermutungen, dass wir mit weiteren infizierten Tieren rechnen müssen. Der amtliche Tierarzt Henry Strathmann kündigte epidemiologische Untersuchungen auch außerhalb der Sperrzone an. Das zeigt, wie ernst die Lage ist.

Die Jägerschaft wird ebenfalls in die Pflicht genommen. Man fordert sie auf, die Bejagung von Schwarzwild zu intensivieren. Ein verantwortungsvolles Handeln aller Beteiligten ist nötig, um die Seuche einzudämmen. Das betont auch Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg. In der Uckermark gibt es etwa zehn Landwirtschaftsbetriebe, die Schweine halten und nicht direkt von den restriktiven Maßnahmen betroffen sind. Dennoch, die Schweinehaltung in Brandenburg ist rückläufig. Von 225 Betrieben im Jahr 2011 sind es jetzt nur noch 105 im Mai 2026. Ein besorgniserregender Trend.

Schutzmaßnahmen und Übertragungsrisiken

Die Afrikanische Schweinepest ist nicht übertragbar auf Menschen, was schon einmal eine Erleichterung ist. Aber die Ansteckungsgefahr für Schweine ist enorm hoch. Das Virus kann durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, aber auch über kontaminierte Gegenstände und Lebensmittel verbreitet werden. Auch wenn es keine Lederzecken in Deutschland gibt, die Übertragung durch Insekten ist theoretisch möglich. Das Virus gelangte vermutlich 2007 über Georgien nach Europa und verbreitet sich seit 2014 in der EU.

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Um die Seuche zu bekämpfen, sind strikte Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in der Schweinehaltung unabdingbar. Besonders wichtig ist das Management der Wildschweinpopulation. Bei ASP-Fällen wird ein infiziertes Gebiet festgelegt, in dem eine Jagdruhe herrscht und die Bejagung von Wildschweinen intensiviert wird. Tierhalter müssen ihre Bestände schützen und sind gefordert, eng mit den Veterinärbehörden zusammenzuarbeiten. Die Afrikanische Schweinepest bleibt ein drängendes Problem, das die Landwirtschaft und die Tierhaltung stark beeinflusst.

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