In Osterholz-Scharmbeck regt sich Widerstand gegen die geplanten Gasbohrungen der Vermilion Energy Germany GmbH. Die Mehrheit im Fachausschuss hat den Antrag der Grünen-Fraktion unterstützt, der sich klar gegen diese Erdgasförderung positioniert. Die Stadtverwaltung hat die Grundzüge des Antrags vorgestellt und verwies auf ein integriertes Klimaschutzkonzept, das die Risiken für Trinkwasser und die Landschaft betont. Es sollen Infoveranstaltungen organisiert werden, um die Bürger umfassend zu informieren.

Besonders auffällig ist die breite politische Unterstützung für den Grünen-Antrag. Politiker aus verschiedenen Parteien zeigen sich solidarisch, während die CDU sich etwas zurückhaltend verhält und das Thema intern weiter besprechen möchte. Der Sechs-Punkte-Antrag der Grünen hebt hervor, dass Erdgaserkundung und -förderung nicht zu den Zielen von Klima-, Umwelt- und Trinkwasserschutz sowie nachhaltiger Regionalentwicklung passen. Die Stadtverwaltung hat sich ebenfalls klar gegen Erdgaserkundungen und -förderungen, einschließlich Fracking, ausgesprochen.

Die Hintergründe der Gasbohrungen

Am 6. Dezember 2018 hatte der Kreistag von Osterholz bereits eine Resolution gegen Erdgasförderung beschlossen. Diese Resolution wird nun erneut an das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) geschickt. Die Entscheidung des LBEG, Vermilion Energy Germany GmbH zum 1. April 2026 drei Erlaubnisfelder zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zuzuweisen, hat die Sorgen in der Bevölkerung neu entfacht. Die Gesamtfläche dieser Erlaubnisfelder beträgt etwa 2900 Quadratkilometer, wobei das Erlaubnisfeld Unterweser I bis zum 31. März 2028 befristet ist, während Celle I und Uelzen II bis zum 31. März 2029 gültig sind.

Der Widerstand gegen diese Pläne wird auch von Hans-Heinrich von Hofe, dem Sprecher der Aktionsgemeinschaft gegen das Erdgasbohren, angeführt. In einer Zeit, in der die Gesellschaft immer mehr auf erneuerbare Energien setzt, ist die Vorstellung von Gasbohrungen in der Region kaum akzeptabel. Das zeigt auch der Hinweis auf die mangelnde Akzeptanz anderer Energieprojekte in der Umgebung.

Vertrauensbruch und Pläne in Walsrode

In der Nachbarregion Walsrode sind die Pläne von Vermilion ebenfalls auf große Besorgnis gestoßen. Landrat Jens Grote und Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring wurden zu spät über die Vorhaben informiert, was für große Enttäuschung sorgte. Laut Grote handelt es sich um einen Vertrauensbruch seitens Vermilion. So plant das Unternehmen, in Kroge die Förderung von 30 Milliarden Kubikmetern Erdgas zu beginnen. Das geplante Fördervolumen in Kroge übersteigt sogar das umstrittene Gasfeld vor Borkum und die ersten Versuchsbohrungen sollen bereits 2027 starten.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Im Landkreis und in der Stadt Walsrode haben bereits Anwohner Beschwerden geäußert. Die Genehmigungen für die Gasförderung stammen vom Land Niedersachsen und die Kritiker befürchten, dass Vermilion mit vollendeten Tatsachen konfrontiert hat. Landrat Grote hat angekündigt, das Vorgehen von Vermilion kritisch zu begleiten und Bedenken im Genehmigungsverfahren einzubringen.

Die Situation ist angespannt und zeigt, wie wichtig es ist, die Anwohner in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Wie sich die Dinge weiterentwickeln werden, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall steht fest, dass die Diskussionen um Erdgasförderungen in der Region in den kommenden Monaten noch intensiviert werden.