Heute ist der 11.06.2026 und wir werfen einen Blick über die Grenze nach Deutschland, genauer gesagt nach Schleswig-Holstein, wo die Fischer mit großen Herausforderungen kämpfen. Laut einem Artikel von n-tv stehen sie vor sinkenden Fangmengen, steigenden Kosten und neuen Schutzgebieten. Diese Probleme werden am kommenden Freitag, dem 12. Juni, beim Landesfischereitag thematisiert. Die Prognose für 2025 sieht eine Fangmenge von 26.530 Tonnen Fisch vor – ein Rückgang im Vergleich zu 30.387 Tonnen im Jahr 2024 und 32.044 Tonnen im Jahr 2023. Der Gesamtwert der angelandeten Ware soll jedoch auf 77,4 Millionen Euro steigen, was einen Anstieg von 55,3 Millionen Euro im Jahr 2024 und 58,1 Millionen Euro im Jahr 2023 bedeutet.

Die Anzahl aktiver Kutter im Haupterwerb bleibt mit 153 nahezu unverändert – 70 in der Ostsee und 83 in der Nordsee. Trotzdem leiden die Fischer unter der allgemeinen Teuerung, insbesondere unter den hohen Brennstoffpreisen. Diese Preise sind durch geopolitische Spannungen, wie die Lage im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus, sowie durch eingeschränkte Lieferketten beeinflusst. Fischer fordern daher finanzielle Unterstützung, ähnlich wie nach dem Ukrainekrieg im Jahr 2022.

Fanggebiete und neue Regelungen

Der Ausbau von Windenergie und Fischereiverbote in Schutzgebieten führen zu einem Verlust von Fanggebieten. Sicherheitszonen um Windparks schränken die Fischerei zusätzlich ein, so dass Fischer eine Co-Nutzung in Windparks fordern. Besonders katastrophal ist die Situation für die Ostseefischer, die mit der Heringsfischerei kämpfen. Ab 2025 dürfen Dorsch und Hering nicht gezielt gefangen werden, und die Beifangquote für Dorsch und Hering wurde festgesetzt, jedoch nicht ausgeschöpft. Die Betriebe erhalten Ausgleichszahlungen für die Schontage dieser Fische, die voraussichtlich 2026 enden werden.

Die Genossenschaften leiden ebenfalls unter geringen Anlandemengen, weshalb die Direktvermarktung immer wichtiger wird. Bis 2030 sollen 12,5% der Ostsee Schleswig-Holsteins unter strengen Schutz gestellt werden, was durch neue Naturschutzgebiete in Kraft tritt. Um die Fischereibetriebe bei der Anpassung an die neuen Fangbedingungen zu unterstützen, stellt das Land jährlich 750.000 Euro für zehn Jahre bereit.

Abwrackprogramm und wirtschaftliche Lage

Ein weiteres heiß diskutiertes Thema ist das Abwrackprogramm, das auf eine Reduzierung der Kutteranzahl an der deutschen Nordseeküste um 30% abzielt. Dafür wurden 20 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt, wobei 75% in die Krabbenfischerei und 25% in die Plattfischfischerei fließen. Dieses Programm ermöglicht es vielen Küstenfischern, auszusteigen, da viele Kutter oft überaltert sind. Die erste Förderrunde des Abwrackprogramms wurde mit 12 Millionen Euro abgeschlossen, und es gab großes Interesse – 22 Betriebe aus Schleswig-Holstein haben sich angemeldet.

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Am 10.07.2025 fand in Rendsburg eine Beratung der Fischer über ihre wirtschaftliche Lage statt, bei der auch Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) anwesend war. Hier wurde ein Rückgang der Fangmenge im vergangenen Jahr um fast zwei Tonnen auf über 30.000 Tonnen thematisiert. Trotz gesunkener Rohölpreise kämpfen die Fischer weiterhin mit hohen Kraftstoffpreisen. Der Ausbau der Windenergie auf See und Fischereiverbote in Schutzgebieten verringern die verfügbaren Fanggebiete.

Die Überfischung von Dorsch und Hering ist ein weiteres drängendes Problem. Wissenschaftler empfehlen eine Null-Fangquote für diese Arten, während der Verband der Kutter- und Küstenfischer gegen spezielle Fangverbote der EU-Kommission in der Nordsee klagt. Eine kritische Stimme ist die von Thorsten Reusch vom Geomar, der auf die niedrigen Dorschbestände hinweist und ein Fangverbot sowie mehr Schutz fordert. Auf der anderen Seite gibt es Hoffnungen für den Hering, dessen Bestand sich in 2-3 Jahren erholen könnte, wenn die Entnahme auf 20% reduziert wird. Aktuell liegen die Entnahmen jedoch bei 60-80%. Wenn ein Fangverbot für Hering eingeführt wird, könnte sich der Bestand tatsächlich wieder vergrößern.

Die Situation ist derzeit also angespannt und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Fischer in Schleswig-Holstein stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen und es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen werden.