Im Landkreis Darmstadt-Dieburg tut sich was in Sachen Klimaschutz. Ganze 15 Kommunen erhalten Unterstützung vom Klimamanagement des Kreises, um konkrete Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu ergreifen. Das ist dringend nötig, denn, wie Dr. Sandra Sieber vom Büro Infrastruktur & Umwelt betont, die Zeit drängt! Sechs Kommunen haben sich entschieden, diese Herausforderungen mit eigenen Mitteln anzugehen, während zwei weitere noch unentschlossen sind. Die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein echtes Anliegen für die Region.

Ein zentrales Element dieser Maßnahmen sind die sogenannten „Leuchtturmmaßnahmen“. Dabei geht es um vieles, was auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar wirkt, aber große Wirkung entfalten kann. Dazu gehören unter anderem die Berücksichtigung von Klimaanpassungsmaßnahmen in der Bauleitplanung, die Erstellung eines Hitzeaktionsplans und das Nachrüsten von Sonnenschutz. Auch die Verwendung standortgerechter Pflanzenarten sowie die Verschattung und Begrünung kommunaler Liegenschaften sind Teil des Plans. Und nicht zu vergessen: die Entsiegelung von ungenutzten oder wenig genutzten Flächen! Diese Ansätze sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch sinnvoll für die Lebensqualität der Bürger.

Hitzeaktionspläne im Fokus

Hitzeaktionspläne (HAP) stehen hier besonders im Vordergrund. Diese Konzepte zielen darauf ab, negative Auswirkungen von Hitze auf die menschliche Gesundheit zu verhindern. Immer mehr Städte und Landkreise in Deutschland entwickeln solche Pläne, und das aus gutem Grund. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt seit 2008, HAPs zu erstellen, um hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle zu vermeiden. Ein Hitzeaktionsplan basiert auf acht Kernelementen, darunter zentrale Koordinierung, Nutzung eines Hitzewarnsystems und Information sowie Kommunikation. Besonders vulnerable Gruppen sollten dabei im Blick behalten werden.

Es ist interessant zu sehen, dass die Maßnahmen in diesen Plänen sowohl kurzfristige als auch langfristige Strategien umfassen. Ein HAP sollte idealerweise an ein Hitzewarnsystem gekoppelt sein, wie das des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Das zeigt, wie notwendig eine systematische Herangehensweise ist. Im Rahmen dieser Entwicklungen hat die Hochschule Fulda sogar eine „Arbeitshilfe zur Entwicklung und Implementierung eines Hitzeaktionsplans für Kommunen“ veröffentlicht, die als wertvolle Ressource dienen kann.

Erwartungen an die Zukunft

Die Herausforderungen sind groß, denn die Zunahme von Hitzewellen in Deutschland ist seit den 1970er Jahren unübersehbar. Prognosen der Europäischen Umweltagentur deuten darauf hin, dass die Häufigkeit, Dauer und Intensität von Hitzewellen weiter zunehmen werden. Besonders urbane Ballungsräume sind davon betroffen. Die Temperaturen könnten in den kommenden Jahren extrem ansteigen, ähnlich wie in den heißen Sommern der Jahre 2003, 2018, 2019 und 2022. Das macht es umso wichtiger, dass Kommunen wie die im Landkreis Darmstadt-Dieburg aktiv werden.

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Ein Forschungsprojekt mit dem Namen „HAP-DE“ hat in den letzten Jahren den Umsetzungsstand von Hitzeaktionsplänen unter die Lupe genommen. Dabei wurde festgestellt, dass HAPs besonders älteren Menschen und Frauen helfen können, das Risiko hitzebedingter Gesundheitsprobleme zu senken. Während einer Onlineumfrage unter 116 kommunalen Verwaltungen gaben 58% an, die Handlungsempfehlungen zu Hitzeaktionsplänen zu kennen. Über 90% der Befragten in den Bundesländern fanden diese Empfehlungen hilfreich. Das zeigt, dass ein Bewusstsein für die Problematik vorhanden ist.

Doch auch wenn das Interesse und das Wissen zunehmen, bleibt der Weg zur Umsetzung oft steinig. Nur vier Kommunen und ein Landkreis hatten zum Zeitpunkt der Umfrage tatsächlich Hitzeaktionspläne in Kraft gesetzt. Rund 50% der Befragten waren jedoch dabei, eigene Pläne zu entwickeln. Es bleibt zu hoffen, dass die Bemühungen um einen intensiveren Austausch zwischen Bund, Ländern und Kommunen in Form von Dialogveranstaltungen und Projekten fruchten. Denn der Schutz der Gesundheit vor Hitze muss als kommunale Pflichtaufgabe endlich gesetzlich verankert werden.

Für alle, die sich für die Details und Hintergründe dieser Entwicklungen interessieren, gibt es viele weitere Informationen, die zur Vertiefung einladen. Wer mehr darüber wissen möchte, findet auf echo-online.de eine spannende Zusammenfassung der aktuellen Situation im Landkreis Darmstadt-Dieburg.