Heute ist der 21.06.2026 und die Stadt Gießen steht im Fokus einer hitzigen (Wortwitz!) Debatte über den Klimaschutz. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat kürzlich einen Klima-Check veröffentlicht, der 195 deutsche Städte auf ihren Hitzeschutz untersucht hat. Und Gießen? Nun, die Stadt erhielt die berüchtigte Rote Karte, was nicht gerade für ein gutes Klima im wörtlichen Sinne spricht. Die Temperaturen sind in den letzten Tagen über die 30-Grad-Marke geklettert, und während viele von uns sich nach einer kühlen Brise sehnen, bleibt Gießen hinter den Erwartungen zurück.

In der Stadt leben mehr als 11,8 % der Bewohner mehr als 500 Meter von kühlenden Grünflächen entfernt. Besonders betroffen sind die südlichen Stadtteile. Die Tatsache, dass Gießen als autogerechte Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde, hat dazu geführt, dass der Klimaschutz in den Hintergrund gedrängt wurde. Stadträtin Gerda Weigel-Greilich hat jedoch einige Maßnahmen zur Verbesserung angekündigt. Dazu gehören klimarelevante Vorgaben für Neubauten und die Entsiegelung von Flächen. Es bleibt abzuwarten, wie viel Einfluss diese Schritte tatsächlich haben werden.

Problematik der Versiegelung und Baumverluste

Ein weiteres Problem ist der Verlust von Bäumen in Gießen. Zwischen 2018 und 2025 gingen insgesamt 2520 Bäume verloren, viele davon durch Trockenschäden. Besonders schmerzhaft war die Fällung von über 100 Bäumen auf dem Alten Friedhof. Für jeden gefällten Baum sollen zwar neue Bäume an anderer Stelle gepflanzt werden, doch diese zählen nicht in die Bewertung der Umwelthilfe. Es ist ein bisschen so, als würde man einen Kuchen backen und sich dann wundern, warum er nicht schmeckt, wenn man die wichtigsten Zutaten weglässt.

Die Deutsche Umwelthilfe bewertet Städte anhand des Beschirmungsgrads, des Hitzebetroffenheitsindex und des Versiegelungstrends. Gießen hat beim Beschirmungsgrad nicht die schlechteste Bewertung erhalten, doch die Herausforderungen bleiben groß. Die Stadt hat gute Bedingungen für nächtliche Kaltluftzufuhr durch Grünflächen, was zumindest ein Lichtblick ist.

Die Lage in Deutschland und bundesweite Trends

Im größeren Kontext zeigt der Hitze-Check der DUH, dass über 900.000 Bäume in 195 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern zwischen 2018 und 2025 verschwunden sind. Besonders schlecht schneiden Städte wie Offenburg, Lahr und Mannheim ab, während Kiel und Wuppertal als Positivbeispiele gelten. Es ist alarmierend, dass nur sieben Städte den empfohlenen Richtwert von 30 % Baumbeschirmung erreichen. Gießen muss sich also nicht nur lokal, sondern auch im Vergleich zu anderen Städten behaupten.

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Die DUH fordert von den zuständigen Ministerien einen Hitzeschutz-Masterplan mit verbindlichen Standards. Dazu gehört die 3-30-300-Regel: Mindestens drei sichtbare Bäume, 30 % Baumbeschirmung und die nächste Grünfläche maximal 300 Meter entfernt. Um das Bewusstsein zu schärfen, startet die DUH die Petition „Bäume retten Leben“, um schattenspendende Bäume zu schützen. Zudem können Bürger fällungsbedrohte Bäume melden, um aktiv zum Erhalt des urbanen Grüns beizutragen.

Gießen hat also einen langen Weg vor sich, um im Hitze-Check besser abzuschneiden. Die Maßnahmen, die in Aussicht gestellt werden, könnten einen positiven Effekt haben, aber das historische Ungleichgewicht zwischen Grünfläche und Einwohnerzahl ist nicht so leicht zu beheben. Wie sich die Situation weiterentwickelt, bleibt spannend.

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