Heute ist der 15.05.2026 und in Gießen, einer Stadt, die oft für ihre charmante Atmosphäre und die lebendige Kulturszene bekannt ist, gibt es derzeit Schlagzeilen, die die Gemüter erhitzen. Bayram und Isabell Dalkilic, die neuen Pächter der Vereinsgaststätte des Tennisclubs Rot-Weiß, stehen im Mittelpunkt eines unerwarteten Streits. Dieser Konflikt, der sowohl kulinarische als auch kulturelle Aspekte berührt, hat bereits zu einer fristlosen Kündigung durch den Verein geführt. Ein Streit um den Ausschank von Alkohol hat die Gemüter erhitzt und sorgt für Aufregung.

Die Dalkilics planten, am Samstag ihre Türen für Gäste zu öffnen, nachdem sie in der Vorwoche bereits einige Male getestet hatten, wie es ist, die Gäste zu bewirten. Doch die Freude währte nicht lange. Der Tennisverein kündigte den Pachtvertrag und forderte das Ehepaar auf, bis Freitag das Lokal sowie die angemietete Wohnung zu räumen. Der Grund für die Kündigung liegt im Widerstand der Dalkilics gegen den Ausschank von Alkohol, der nicht zu ihrem kulinarischen Konzept passt. Sie möchten ostanatolische Gerichte anbieten und sind der Meinung, dass Alkohol nicht dazu gehört. „Wir würden uns damit einfach lächerlich machen“, äußern sie sich in einem Interview.

Ein kulinarisches Konzept mit Prinzipien

Das Ehepaar hat sich bewusst gegen den Verkauf von Alkohol entschieden, und zwar nicht aus religiösen Gründen – sie betonen, dass ihr muslimischer Glauben hier nicht ausschlaggebend ist. Vielmehr geht es ihnen darum, einen familienfreundlichen Ort zu schaffen, an dem Menschen zusammenkommen können, ohne die üblichen alkoholischen Getränke anzubieten. Der Verein hingegen stellt sich auf den Standpunkt, dass es eine klare Erwartungshaltung bezüglich des Ausschanks von Alkohol gegeben habe, die durch Gewohnheitsrecht untermauert sei. Der Vereinsvorsitzende Fred Ostermeyer ist da sehr deutlich und glaubt, dass eine solche Vereinbarung unumgänglich sei.

Die Dalkilics haben das Lokal nicht nur umgestaltet, sie haben auch neue Fliesen verlegt, eine Trennwand errichtet und eine neue Theke installiert – die Kosten dafür hat der Verein übernommen. Und trotz der Vorwürfe, sie hätten die Bierleitung während des Umbaus entfernt, stellt Isabell Dalkilic klar, dass diese lediglich gekürzt und abgedeckt wurde. Der Vorpächter hatte die Bierleitung ohnehin nicht mehr genutzt, was dem Vereinsvorstand bekannt war.

Komplexe Verhandlungen und gescheiterte Kompromisse

Um eine Lösung zu finden, schlugen die Dalkilics vor, Bier und Wein in einer Bude vor dem Lokal auszuschenken. Doch auch dieser Vorschlag fand beim Verein kein Gehör. Carola Elftmann vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband erläutert, dass immer mehr Menschen auf Alkohol verzichten, während viele Sportler dennoch gerne beim Bier feiern wollen. Ein Dilemma, das in der heutigen Zeit nicht nur in Gießen, sondern auch in vielen anderen Städten spürbar ist.

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Interessanterweise berichteten die Dalkilics, dass bei ihrem Soft Opening kein Gast nach Alkohol fragte. Dies könnte darauf hindeuten, dass eine neue Generation von Gästen möglicherweise weniger Wert auf alkoholische Getränke legt. Wie auch immer, die Situation bleibt angespannt und die Dalkilics stehen vor der Herausforderung, ihr gastronomisches Konzept gegen die Erwartungen des Vereins durchzusetzen.

Für eine detaillierte Auseinandersetzung mit rechtlichen Aspekten von Pachtverträgen im Gastgewerbe können Interessierte auf die Informationen der IHK zugreifen, die unter diesem Link zu finden sind.