In Gießen, einer Stadt, die sich seit jeher dem Wissen verschrieben hat, wurde kürzlich das Liebig Centre feierlich eröffnet. Ein großer Tag für die Justus-Liebig-Universität! Hier forschen Wissenschaftler an drängenden Fragen der Zukunft, insbesondere in Bezug auf Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Schon am Eröffnungstag konnten sie auf Ergebnisse ihrer monatelangen Arbeit verweisen. Es ist bemerkenswert, wie Pflanzenökologen untersuchen, wie Pflanzen unter den sich verändernden Umweltbedingungen gedeihen können. Ein wichtiges Thema, das gerade in Zeiten des Klimawandels nicht ignoriert werden darf.
Ein weiteres spannendes Projekt im Liebig Centre ist die Entwicklung von Verfahren gegen asiatische Obstbaumschädlinge durch Insektenbiotechnologen. Diese Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen, vor allem wenn man bedenkt, dass die Forschung hier auf fast drei Jahrzehnten Erfahrung aufbaut. Die Universität betreibt seit 1998 eine Forschungsanlage in Linden, in der Wissenschaftler die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft untersuchen. Der Boden dort ist seit Jahren unangetastet und bietet somit eine einmalige Grundlage für ihre Experimente.
Klimawandel und Landwirtschaft
Ein zentrales Anliegen der Forschung im Liebig Centre ist es, dem vom Menschen verursachten Treibhauseffekt entgegenzuwirken. Wissenschaftler setzen Nutzpflanzen Kohlendioxid-Mengen aus, die für das Jahr 2050 prognostiziert sind. Es ist faszinierend, dass Kohlendioxid zwar die Photosynthese fördert, jedoch auch negative Auswirkungen auf die Mikroben im Boden hat. Die internationale Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen in Wien, Dublin, Geisenheim, China und Indonesien wird ebenfalls gefördert, denn der Klimawandel betrifft alle Länder. Gemeinsam wollen die Forscher die Ursachen des Klimawandels ergründen und Lösungen aufzeigen.
Doch wie sieht die Realität in Deutschland aus? Im Jahr 2025 war die deutsche Landwirtschaft für 53,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich, was etwa 8,2 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen des Landes ausmacht. Methanemissionen, die vor allem durch die Verdauung und das Management von Wirtschaftsdünger entstehen, trugen rund 33,5 Millionen Tonnen CO2-Äq. bei – das sind etwa 63 Prozent der Emissionen aus der Landwirtschaft. Auch Lachgas, das 300-mal so klimaschädlich ist wie CO2, spielt eine große Rolle. Ein erheblicher Teil dieser Emissionen stammt aus der Düngung und Bearbeitung landwirtschaftlicher Böden.
Maßnahmen zur Emissionssenkung
Die Herausforderungen sind groß, und die Emissionen stagnieren im Vergleich zum Vorjahr bei 60,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Das zeigt, dass der Sektor Landwirtschaft langsamer als andere Bereiche zur Reduzierung der Emissionen beiträgt. Dabei gibt es zahlreiche Maßnahmen, die helfen können. Die Wiedervernässung von Mooren könnte beispielsweise 27 Prozent der landwirtschaftlichen Emissionen einsparen. Zudem wäre eine effizientere Nutzung von Stickstoffdünger ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Jährlich landen etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall, was enorm zur Klimabilanz beiträgt. Eine Reduzierung würde nicht nur den ökologischen Fußabdruck verringern, sondern auch 6 Millionen Tonnen CO2 einsparen.
In Anbetracht all dieser Herausforderungen und der spannenden Forschung im Liebig Centre wird deutlich, dass die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland und darüber hinaus von entscheidender Bedeutung ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse und Lösungen, die hier erarbeitet werden, nicht nur lokal, sondern auch global Wirkung zeigen können.