In Bad Hersfeld, einer Stadt in Deutschland, gibt es einen jungen Mann, der Mut und Entschlossenheit verkörpert. Bohdan Polianskyi, erst 18 Jahre alt, floh mit nur 14 Jahren aus der Ukraine vor dem Krieg und hat sich seitdem in einer neuen Heimat durchgekämpft. Was besonders bemerkenswert ist: Er spricht kaum Deutsch, hat aber den Sprung zur Berufsausbildung als Kfz-Mechatroniker bei BMW Krah & Enders geschafft. Unterstützung erhielt er dabei von der Kreishandwerkerschaft, insbesondere von Doris Denkers, die als Projektleiterin für Flüchtlingsprojekte aktiv ist. Dies ist ein wahrhaft inspirierender Weg für Bohdan, der in der neuen Umgebung seinen Platz sucht.

Das Programm „BOFplus“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, spielt für Bohdan eine entscheidende Rolle. Es zielt darauf ab, junge Menschen mit Migrationshintergrund in die Berufswelt zu integrieren. Hubert Lorenz, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg, hebt die Wichtigkeit einer abgeschlossenen Berufsausbildung hervor. Gerade in Zeiten, in denen die Zahl der Ausbildungsplatzbewerbungen bei BMW Krah & Enders von 40 auf nur 10 Interessenten gesunken ist, sind solche Initiativen von enormer Bedeutung.

Integration durch Bildung

Bohdan hat zunächst einen Integrationskurs besucht, bevor er in eine reguläre Klasse wechselte, wo er seinen Hauptschulabschluss erlangte. Im Unterricht in Bebra, das Deutsch, Mathematik, Physik und Geschichte umfasst, wird auch Sprachunterricht gegeben. Während seiner Ausbildung wird er drei bis vier Tage pro Woche im Betrieb arbeiten, wobei auch der Berufsschulunterricht nicht zu kurz kommt. Es ist erstaunlich, wie viel Unterstützung ihm während dieser Zeit zuteilwird, nicht nur durch die Kreishandwerkerschaft, sondern auch durch Willkommenslotse Rakan Kirakosian. Bohdan gilt als „Musterschüler“ und hat sich damit nicht nur Respekt, sondern auch eine Menge Anerkennung verdient.

Das BOFplus-Programm, das bis Ende 2027 Kurse zur Vorbereitung auf Ausbildung und Qualifizierung für Zugewanderte anbietet, hat auch andere positive Effekte. Über 92% der Teilnehmenden haben einen Fluchthintergrund, darunter 31% aus der Ukraine. Das Programm hat eine beeindruckende Vermittlungsquote von 50 bis 75 Prozent. Die Träger bieten eine Orientierungsphase an, die den Teilnehmenden hilft, ihre beruflichen Möglichkeiten zu erkunden. Das ist besonders wichtig, denn viele der Teilnehmenden haben zuvor Sprach- oder Integrationskurse besucht, um die nötigen Deutschkenntnisse zu erlangen. Die Voraussetzungen sind klar: Interesse an einer Ausbildung, erfüllte Vollzeitschulpflicht und gute Deutschkenntnisse sind ein Muss!

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Die Hintergründe sind komplex. Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur das Leben von Millionen Menschen verändert, sondern auch Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Tobias Maier und Robert Helmrich analysieren diese Entwicklungen und stellen fest, dass die Integration von Geflüchteten in die Ausbildung eine positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften mit höherem Qualifikationsniveau ist eine direkte Folge der Struktur- und Zeitenwende. Eine erfolgreiche Integration erfordert jedoch verlässliche und ganzheitliche Begleitstrukturen. Das ist eine Herausforderung, die nicht unterschätzt werden darf.

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Die Notwendigkeit von Rechtssicherheit für die berufliche Integration von Geflüchteten wird immer wieder betont. Es ist entscheidend, dass Betriebe bereit sind, junge Geflüchtete auszubilden. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Beteiligung der Betriebe an der Ausbildung junger Geflüchteter eine Schlüsselrolle spielt. Gleichzeitig müssen wir die Anerkennung ukrainischer Berufsqualifikationen im Blick behalten, um den Integrationsprozess zu erleichtern. Es ist ein langer Weg, aber die ersten Schritte, wie die von Bohdan, geben Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft für viele.

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