Das Deutsche Ledermuseum in Offenbach: Ein Wendepunkt vor der Sanierung
Das Deutsche Ledermuseum in Offenbach steht vor einem spannenden Wendepunkt. Die aktuelle Ausstellung mit dem Titel „Am Wendepunkt“ ist die letzte, bevor das Museum in eine umfassende Sanierung geht, die im kommenden Jahr beginnen soll. Die Ausstellung erzählt die bewegte Geschichte des Hauses, das 1917 als Technische Lehranstalt gegründet wurde. Es zog 1937 in ein Lagerhaus und erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere Erweiterungen, zuletzt 1981. Auf drei Etagen können Besucher Fotografien, Dokumente und Archivmaterial entdecken, die die Entwicklung des Museums und der Stadt Offenbach als Zentrum der Lederindustrie beleuchten. Interaktive Bildschirme vertiefen Themen wie die Schattenspielkunst und die Geschichte Offenbachs. Diese letzte Ausstellung ist nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Ausblick auf das, was kommen wird.
Die geplante Sanierung wird mit einem Budget von 42,6 Millionen Euro realisiert, wobei sowohl der Bund als auch das Land Hessen finanzielle Unterstützung bieten. Das Land Hessen stellt dabei bis zu 11 Millionen Euro zur Verfügung, und eine Absichtserklärung zur Finanzierung wurde zwischen dem Land und der Stadt Offenbach unterzeichnet. Der Offenbacher Magistrat hat diese Vereinbarung bereits befürwortet, und die finale Zustimmung steht noch aus. Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels hat die Bedeutung des Museums als kulturelles Aushängeschild hervorgehoben, während Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke die über 100-jährige Geschichte des Hauses und die Notwendigkeit der Sanierung des maroden Gebäudes betont.
Modernisierung und Barrierefreiheit
Die Sanierung wird nicht nur die baulichen Gegebenheiten verbessern, sondern auch moderne Beleuchtung und Klimatisierung ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Barrierefreiheit. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass das Museum ein offener Ort für alle Menschen, einschließlich derjenigen mit Beeinträchtigungen, wird. Die Museumsförderung des Landes Hessen unterstützt diesen Prozess aktiv. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, nicht nur physische Zugänge wie Aufzüge und Rampen zu schaffen, sondern auch eine inklusive Gestaltung der Ausstellungen. Dazu gehören verständliche Texte, Leitsysteme und Angebote in leichter Sprache oder Gebärdensprache.
Direktorin Inez Florschütz sieht in der Neugestaltung großes Potenzial für das Museum und die Stadt Offenbach. Die geplanten Maßnahmen beinhalten die Neukonzeption von Funktionsbereichen, verbesserte klimatische Bedingungen und eine optimierte Besucherführung. Über 30.000 Objekte der Sammlung müssen vor den Bauarbeiten professionell ausgelagert, gereinigt, behandelt und digital erfasst werden. Die Stadt Offenbach trägt die Verantwortung für die Umsetzung der Baumaßnahmen sowie die Gesamtfinanzierung und möglichen Baurisiken.
Die Sanierung wird durch innovative Projekte ergänzt, wie beispielsweise eine Handtaschen-Tauschbörse, die das Museum modernisieren und für ein breiteres Publikum zugänglich machen sollen. Die Umgestaltung zielt auf ein lichtdurchflutetes, barrierefreies Gebäude ab, das auch das Umfeld des Museums aufwertet. Ein Architekturwettbewerb, der für 2024 geplant ist, hat bereits vielversprechende Entwürfe hervorgebracht, und die Vorfreude auf die Veränderungen ist spürbar. Das Deutsche Ledermuseum wird sich somit nicht nur als Bildungs- und Veranstaltungsort etablieren, sondern auch als ein Raum, der alle Menschen willkommen heißt.
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