Heute, am 12. Mai 2026, versammelten sich rund 70 Frauen im Parksaal von Bad Salzhausen, um an einem besonderen Frauenmahl teilzunehmen. Unter dem Titel „Heilig und umkämpft – Frauen. Räume. Gesellschaft“ diskutierten sie Themen, die in der heutigen Zeit aktueller denn je sind. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Evangelischen Dekanat Büdinger Land und dem Landesverband der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau (EFHN). Dekanin Birgit Hamrich und Pfarrerin Anja Schwier-Weinrich fungierten als Gastgeberinnen und schufen eine einladende Atmosphäre für die Teilnehmerinnen.
Die Themenpalette reichte von Gleichstellung über das gesellschaftliche Klima bis hin zu antifeministischen Entwicklungen und Abwertungserfahrungen. Es war ein Raum für Austausch und Empowerment, der den Frauen Hoffnung geben sollte. Aber lassen wir uns nicht von der Ernsthaftigkeit der Themen ablenken – es gab auch viel Raum für persönliche Geschichten und Erlebnisse!
Impulsgeberinnen und ihre Botschaften
Zu den beeindruckenden Impulsgeberinnen zählten unter anderem Dorothee Dernbach, die mit ihrer Expertise als Naturgartenplanerin die Bedeutung von Natur und Wildpflanzen hervorhob. Anne Hantschel vom Frauen-Notruf Wetterau sprach über die drängenden Bedürfnisse von Frauen, Mädchen und Transpersonen und machte auf den hohen Bedarf an Frauenhäusern aufmerksam. Katja Euler, die erste Stadträtin in Büdingen, teilte ihre persönlichen Erfahrungen in der Gestaltung gesellschaftlicher Räume. Gleichzeitig berichtete Sr. Maria Magdalena aus dem Kloster Engelthal über das gemeinschaftliche Leben und die Suche nach Gott, was das Publikum sichtlich berührte.
Ein weiteres Highlight war die Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin Claudia Velten, die mit ihren Übungen den Körper als „schwingenden Raum“ erfahrbar machte. Es war einfach faszinierend zu sehen, wie die Teilnehmerinnen durch Atem- und Klangübungen zu neuer Energie fanden. Der Abschluss der Veranstaltung war mit dem gemeinsamen Singen von „Der Mond ist aufgegangen“ und „Abendlied“ unter der Anleitung von Claudia Velten und ihrem Mann am Klavier ein schöner Moment, der die Herzen berührte.
Gesellschaftliche Relevanz
Die Veranstaltung war nicht nur ein lokales Ereignis; sie fügt sich in einen größeren Kontext ein. Die deutsche Entwicklungspolitik setzt sich für starke und gerechte Gesellschaften weltweit ein. Trotz aller Fortschritte ist echte Gleichberechtigung in keinem Land der Welt erreicht, und Frauen sowie Mädchen sind nach wie vor die größte benachteiligte Gruppe. Sie sind oft Gewalt ausgesetzt und in ihren Rechten eingeschränkt. Feministische Entwicklungspolitik bietet Lösungsansätze gegen Diskriminierung und Unterdrückung und betont die Rolle von Frauen als Wissensträgerinnen und Entscheidungsträgerinnen.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat eine neue Strategie zur feministischen Entwicklungspolitik ins Leben gerufen, die auf einem Konsultationsprozess aus dem Jahr 2022 basiert. Dabei wurde der Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und Expert*innen, sowohl aus dem Globalen Süden als auch aus dem Norden, intensiv gefördert. Diese Strategie ist nicht nur ein Zeichen für den Fortschritt, sondern auch ein Aufruf zur globalen Bewegung für mehr Gerechtigkeit und die Ausschöpfung des Potenzials aller.
Es bleibt zu hoffen, dass Veranstaltungen wie das Frauenmahl in Bad Salzhausen nicht nur die Stimmen der Teilnehmerinnen stärken, sondern auch dazu beitragen, das Bewusstsein für die Herausforderungen, mit denen Frauen in unserer Gesellschaft konfrontiert sind, zu schärfen. Ein Schritt in die richtige Richtung – und vielleicht der Anfang von etwas Großem.