In Wiesbaden tut sich was! Vor kurzem wurde der Beschluss für einen neuen Bebauungsplan an der Aukammallee gefasst. Direkt neben der Deutschen Klinik für Diagnostik wird ein Areal umgestaltet, das bisher für den Kur- und Klinikbetrieb reserviert war. Die City 1 Group plant, dort vier frei stehende Mehrfamilienhäuser, auch als Punkthäuser bekannt, zu errichten. Insgesamt sollen 75 Wohnungen entstehen, die auf einer Fläche von knapp 5800 Quadratmetern gebaut werden, gegenüber dem Wiesbadener Thermalbad. Der Beschluss ebnet den Weg für eine Neugestaltung zu einem Wohnquartier, wie der Geschäftsführer der City 1 Group, Michael Farmakis, betont.

Die geplanten Gebäude werden eine Höhe von vier bis sieben Geschossen erreichen. Die Wohnungen werden zwischen zwei und vier Zimmern variieren, mit Flächen von 60 bis 100 Quadratmetern. Ein besonders schöner Aspekt ist die Idee, Grünflächen zwischen den Häusern zu integrieren, was sicherlich dazu beitragen wird, dass sich das Ensemble harmonisch in die Umgebung einfügt. Von den oberen Geschossen wird man einen fantastischen Fernblick über die Wiesbadener Innenstadt und den Taunus genießen können. Der Abriss des ehemaligen NH-Hotels, das seit Jahren leer steht und dessen Zustand Anwohner besorgt, soll noch in diesem Jahr beginnen. Das Hotel wurde ursprünglich 1971 erbaut und sollte Klinikpatienten und Kurgäste beherbergen. Später wurde es als Tagungshotel vermarktet, doch seit ungefähr fünf Jahren gibt es kein Interesse an einer Übernahme des leerstehenden Gebäudes. Die Anwohner hatten sich schon lange über den illegalen Müll beschwert, der dort abgeladen wird.

Neuer Wohnraum und gefördertes Wohnen

Die geplante Wohnfläche beträgt etwa 6700 Quadratmeter, wobei rund 22 Prozent für gefördertes Wohnen reserviert sind. Dies ist in Zeiten, in denen bezahlbarer Wohnraum in vielen Städten Mangelware ist, eine sehr begrüßenswerte Maßnahme. Wie die Fakten zeigen, spielt der Wohnungsbau eine entscheidende Rolle auf dem Immobilienmarkt. Im ersten Quartal 2025 stiegen die Baugenehmigungen um 3,4 % im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland lag der Anteil des Wohnungsbaus am gesamten Bauvolumen im Jahr 2023 bei 57 % – das zeigt, wie wichtig neue Wohnungen für die Zukunft sind.

Die Rahmenbedingungen am Bau- und Immobilienmarkt haben sich seit 2022 und 2023 verbessert. Hypothekenzinsen sind unter den Höchststand von November 2023 gefallen, und die Senkungen des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank könnten auch konjunkturelle Impulse setzen. Die Erholung der Immobilienpreise hat bereits seit Mitte 2024 eingesetzt. Und während 2024 die Baugenehmigungen sanken, war die Zahl der Fertigstellungen mit etwa 250.000 immer noch respektabel. Es gibt also noch Hoffnung für all diejenigen, die auf der Suche nach einer neuen Wohnung sind.

Ein Blick auf die Leerstände

<pInteressanterweise ist der Bestand an Sozialmietwohnungen Ende 2024 auf rund 1,05 Millionen gestiegen, was einen Rückgang des Bestands gegenüber 2020 deutlich abgebremst hat. Doch es gibt auch eine andere Seite der Medaille: Im ganzen Land stehen etwa 1,9 Millionen Wohnungen leer, was einer Leerstandsquote von 4,5 % entspricht. In Westdeutschland sind es 1,3 Millionen leerstehende Wohnungen, also 4 %. In ländlichen Regionen sieht die Situation ganz anders aus als in den großen Städten, wo die Eigentumsquote bei unter 16 % liegt.

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Ein weiteres Thema, das nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Bundesregierung, die diverse Maßnahmen zur Unterstützung des bezahlbaren Wohnens ergreift. Im Jahr 2024 wurden knapp 62.000 Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau gefördert – das ist ein Plus von 51 % gegenüber 2022. Ein Schritt in die richtige Richtung, um die Mieten in den Ballungsräumen, wo sie oft exorbitant hoch sind, etwas zu dämpfen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Wiesbaden mit dem neuen Wohnprojekt an der Aukammallee nicht nur einen Schritt in Richtung mehr Wohnraum macht, sondern auch einen Beitrag zur Schaffung von gefördertem Wohnraum leistet. In einer Zeit, in der der Wohnungsmarkt vor enormen Herausforderungen steht, sind solche Projekte besonders wichtig und sollten mit Spannung verfolgt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Baugenehmigungen bald erteilt werden, damit die Bauarbeiten beginnen können – und vielleicht wird Wiesbaden schon bald ein bisschen grüner und wohnlicher.