Universitätsmedizin Greifswald: Defizit trotz steigender Patientenzahlen und Rekordfinanzierung
Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Defizit von 9,8 Millionen Euro abgeschlossen. Das ist schon eine ganz schön hohe Summe, vor allem wenn man bedenkt, dass die Patientenzahlen gestiegen sind und die UMG Rekordwerte bei Drittmitteln erzielt hat. Da fragt man sich doch, wie das zusammenpasst. Für das laufende Jahr wird ein Fehlbetrag von 9,4 Millionen Euro prognostiziert, was die Lage nicht gerade rosiger macht. Im vergangenen Jahr war die Nachfrage nach Krankenhausleistungen auf einem Höchststand. Trotz dieser positiven Entwicklung hat die UMG ihr Leistungsangebot durch interdisziplinäre Zusammenarbeit bei komplexen Erkrankungen erweitert. Doch das Defizit wird vor allem auf die unzureichende Finanzierung der Krankenhausleistungen und gestiegene Kosten zurückgeführt. Toralf Giebe, der kaufmännische Vorstand der UMG, hebt hervor, wie wichtig die UMG für Mecklenburg-Vorpommern ist und kritisiert gleichzeitig die politischen Rahmenbedingungen, die die Planungssicherheit erheblich beeinträchtigen. Diese wirtschaftliche Situation spiegelt einen bundesweiten Trend wider – viele Kliniken geraten unter Druck.
Die UMG konnte jedoch auch positive Entwicklungen verzeichnen. Die Forschungsfinanzierung hat sich erfreulicherweise positiv entwickelt, mit fast 37,9 Millionen Euro an verausgabten Drittmitteln im Jahr 2025. Das übertrifft den bisherigen Höchstwert aus 2022 um mehr als zwei Millionen Euro! Zudem hat die UMG im vierten Jahr in Folge Forschungsprojekte mit einem Volumen von über 30 Millionen Euro umgesetzt. Und auch in der Personalstruktur tut sich was: Die Zahl der Vollzeitkräfte stieg um 155 auf insgesamt 3.805 Beschäftigte, darunter 26 neue ärztliche Vollzeitstellen und 31 Stellen in der Pflege. Das klingt doch nach einem kleinen Lichtblick in einer ansonsten angespannten Lage.
Finanzierungsproblematik
Die Herausforderungen, mit denen die UMG konfrontiert ist, sind nicht einzigartig. Auch im Rest Deutschlands sieht es oft ähnlich aus. Krankenhäuser, die im Landeskrankenhausplan aufgenommen werden, erhalten von den Krankenkassen die Erstattung der Behandlungskosten. Die Vergütung für somatische Behandlungen erfolgt über das DRG-System, das auf einem Katalog mit etwa 1.300 abrechenbaren Fallpauschalen basiert. Seit 2005 wird der Basispreis für diese DRG-Leistungen durch die jährlich neu ausgehandelten Landesbasisfallwerte festgelegt. Ein Punkt, der in den letzten Jahren für viel Diskussion gesorgt hat, ist die Tatsache, dass seit 2020 die Kosten des Pflegepersonals in der Patientenversorgung nicht mehr über Fallpauschalen vergütet werden. Stattdessen gibt es ein kostendeckendes Pflegebudget, was die Situation für Pflegekräfte nicht unbedingt erleichtert.
Die Einführung des DRG-Katalogs hat zwar zu mehr Transparenz und Wirtschaftlichkeit in der Krankenhausversorgung geführt, doch auch hier gibt es Schattenseiten. Ökonomischer Druck kann zu Frustration bei Ärzten und Pflegekräften führen und ist nicht im Interesse der Patienten. Mögliche medizinisch unnötige Eingriffe oder ambulant erbringbare Leistungen können als Folge dieser Anreize auftreten. Um dieser Problematik zu begegnen, soll eine geplante Krankenhausreform Fehlanreize mindern. Eine zentrale Maßnahme dabei ist die Einführung einer Vorhaltevergütung, die sicherlich für viele Kliniken eine wichtige Entlastung bringen könnte.
Insgesamt zeigt sich, dass die UMG sowie viele andere Kliniken in Deutschland vor großen Herausforderungen stehen. Die Kombination aus steigenden Patientenzahlen, unzureichender Finanzierung und den sich verändernden politischen Rahmenbedingungen macht die Lage alles andere als einfach. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird und ob die geplanten Reformen tatsächlich zu einer Verbesserung der finanziellen Lage in den Kliniken führen können.
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