Am 21. April 2026 wurde bekannt, dass die Stadt Stralsund plant, den Vertrag mit der Werkfeuerwehr auf der Volkswerft Stralsund nicht weiterzuführen. Diese Entscheidung wurde auf Grundlage eines Gutachtens getroffen, das während einer Begehung des weitgehend brachliegenden Geländes erstellt wurde. Der Betrieb der Werksfeuerwehr, die jährlich knapp zwei Millionen Euro kostet, wird zum Monatsende eingestellt, was mehr als 50 Feuerwehrleuten, die für die Sicherheit auf der Werft zuständig waren, die Kündigung bringt. Die Stadt begründet den Schritt mit der Tatsache, dass die Anfahrt vom Stadtzentrum zur Werft mit 15 Minuten als zu lang angesehen wird und dass eine Berufsfeuerwehr eine Werkfeuerwehr nicht ersetzen kann.

Die Situation hat sich seit der Wiederaufnahme des Schiffbaubetriebs auf der Volkswerft verändert. Der Dienstleister der Werkfeuerwehr kämpft nun um den Erhalt von 50 Arbeitsplätzen, da die Stadt die Pachtverträge gekündigt hat und eine Liquidation der Firma plant. Zudem fordern mehrere Mietverträge auf der Werft den Betrieb einer Werkfeuerwehr, was die Lage weiter kompliziert.

Historische Hintergründe und aktuelle Entwicklungen

Die Volkswerft in Stralsund hat eine bewegte Geschichte. In der DDR wurden hier Fischereischiffe gebaut, während nach der Wende der Fokus auf Containerfrachter, Spezialbauten und Kreuzfahrtschiffen lag. Diese Entwicklung hat nicht nur die Wirtschaft der Region geprägt, sondern auch die Beschäftigungssituation nachhaltig beeinflusst.

Im Kontext der aktuellen Arbeitsmarktlage in Mecklenburg-Vorpommern ist die Kündigung der Feuerwehrleute besonders brisant. Im November 2025 gab es in der Region 63.600 Arbeitslose, was einer Quote von 7,8 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 200 gestiegen, was die ohnehin angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärft. Trotz eines leichten Anstiegs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 300 Jobs im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich, dass insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe Arbeitsplatzverluste zu verzeichnen sind, die durch die Schließung der Werksfeuerwehr noch verstärkt werden könnten.

Ausblick und Herausforderungen

Die Entscheidung der Stadt Stralsund, die Feuerwehr auf der Volkswerft abzuschaffen, könnte erhebliche Folgen für die lokale Wirtschaft und die Sicherheit der Mitarbeiter auf der Werft haben. In einer Zeit, in der die Personalnachfrage in anderen Sektoren, wie dem Gesundheits- und Sozialwesen, leicht über dem Vorjahresniveau liegt, stehen die betroffenen Feuerwehrleute vor einer unsicheren Zukunft. Die Herausforderung wird sein, alternative Arbeitsplätze zu finden und die Sicherheit der Werft weiterhin zu gewährleisten, während die Stadt an ihren Plänen festhält.

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Die Entwicklungen auf der Volkswerft Stralsund sind ein Beispiel für die komplexen Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen Entscheidungen und dem Arbeitsmarkt in der Region. Die kommenden Monate dürften zeigen, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob der Dienstleister der Werkfeuerwehr erfolgreich um den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen kann.

Für weitere Informationen zu den Hintergründen und den aktuellen Entwicklungen auf der Volkswerft Stralsund, besuchen Sie bitte die NDR-Website.