Heute ist der 28.05.2026 und wir werfen einen Blick über die Grenze nach Deutschland, genauer gesagt nach Delmenhorst, wo die Bürgerinitiative Glasfaserausbau Schohasbergen/Alrusch seit über vier Jahren für einen dringend benötigten Breitbandausbau kämpft. Trotz aller Bemühungen scheint die Stadtverwaltung weiterhin in der Warteschleife festzustecken. Ende März 2026 wurden Dienstaufsichtsbeschwerden gegen drei hochrangige Verwaltungsmitarbeiter eingereicht. Darunter sind Fachbereichsleiter Maximilian Donaubauer, Stadtbaurat Theo Dworak und die Oberbürgermeisterin Petra Gerlach von der CDU. Die Bürgerinitiative hofft, dass diese Maßnahmen endlich Bewegung in die Sache bringen.
Bis zum Stichtag, dem 30. April, ließ die Stadtverwaltung jedoch eine Stellungnahme zu den Beschwerden und den Ausbauplänen vermissen. Der Stadtrat hatte im Februar 2025 den Ausbau in Schohasbergen und Alrusch beschlossen, doch seitdem sind bereits mehr als 1550 Tage vergangen, ohne dass sich viel getan hätte. Die Situation ist frustrierend, zumal der Bund mit 600.000 Euro, das Land Niedersachsen mit 250.000 Euro und die Stadt selbst mit 150.000 Euro zur Finanzierung des Projekts beitragen. Doch die Ausschreibungsunterlagen sind noch nicht an Telekommunikationsunternehmen versendet worden. Das ist schon ein wenig komisch, oder?
Die Schwierigkeiten des Ausbaus
Die Bürgerinitiative hat nun Crowdfunding ins Leben gerufen, um eine Klage gegen die Verwaltung einzureichen und so auf die unhaltbare Situation aufmerksam zu machen. Erste Stadträtin Patricia Grashoff hat die Beschwerden übernommen und wird dem Stadtrat eine entsprechende Vorlage vorlegen. Die Ergebnisse der Prüfung der Dienstaufsichtsbeschwerden sollen den Beschwerdeführern mitgeteilt werden, sobald die Bearbeitung abgeschlossen ist. Das übrig gebliebene Geld aus dem Crowdfunding soll, falls nicht benötigt, an die Grundschule Bungerhof-Hasbergen gehen. Ein schöner Gedanke, der zeigt, dass die Initiative nicht nur auf die eigenen Belange schaut.
Doch die Lage bleibt angespannt. Verschiedene Telekommunikationsanbieter wie Glasfaser Nordwest, 1&1 und SIT Telecom haben den Ausbau in den betroffenen Ortsteilen entweder abgelehnt oder nicht eingeplant. Das ist nicht gerade ermutigend, wenn man bedenkt, dass der Marktteilnehmer nicht verpflichtet ist, ein Angebot abzugeben und die Stadt die Mehrkosten über der Fördersumme selbst tragen muss. Die Verwaltung plant, bis Ende des dritten Quartals 2025 einen Auftragnehmer zu finden, aber die Ausschreibung könnte sich bis Mitte 2030 ziehen – ein langer Atem ist gefragt.
Öffentliche Förderungen und ihre Bedingungen
Der Staat hat zwar durch öffentliche Fördergelder die Möglichkeit, den Ausbau dort zu unterstützen, wo es wirtschaftlich nicht tragfähig ist, doch es gibt strenge Auflagen. Die geförderten Netze müssen zugangsoffen gestaltet sein, sodass Dritten Zugang zur geförderten Infrastruktur gewährt werden muss. Die Bundesnetzagentur spielt hierbei eine Schlüsselrolle, indem sie die Zugangsbedingungen und die Preise in den Verträgen zwischen der beihilfegewährenden Stelle und dem geförderten Netzbetreiber prüft. Seit dem 01.12.2021 ist der offene Netzzugang für Wettbewerber gesetzlich verankert – ein Schritt in die richtige Richtung.
Außerdem müssen abgeschlossene Verträge über den offenen Netzzugang der Bundesnetzagentur vorgelegt werden, was die Transparenz erhöhen soll. Diese Vorschriften sollen sicherstellen, dass die geförderten Infrastrukturen nicht nur kurzfristig, sondern auch zukunftssicher und wettbewerbsfähig bleiben. Die Bürgerinitiative in Schohasbergen und Alrusch hat das richtige Gespür für die Probleme und ist entschlossen, die Verwaltung zur Verantwortung zu ziehen.
In Anbetracht der drängenden Fragen rund um den Breitbandausbau in Delmenhorst bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen bald aktiv werden. Die Situation zeigt, wie wichtig der Zugang zu schnellem Internet für die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Regionen ist. Für die Bürger in Schohasbergen und Alrusch ist es ein Wettlauf gegen die Zeit – und die Zeit tickt.
Wenn Sie mehr Informationen zu diesem Thema haben möchten, können Sie die vollständige Quelle hier nachlesen: Weser-Kurier.
