In der Stadt Delmenhorst, im benachbarten Deutschland, stehen viele werdende Mütter vor einer Herausforderung: Die Suche nach einer passenden Hebamme gestaltet sich zunehmend schwierig. Regina Gorr und Melissa Walter, zwei Hebammen, die bis zum Jahresende voll ausgelastet sind, berichten von täglich mehreren Anfragen, die sie oft ablehnen müssen. Um diesen Engpass zu mildern, wurde im April 2023 eine neue Hebammenpraxis an der Cramerstraße 13 eröffnet, die donnerstags von 9 bis 12 Uhr eine Notfallsprechstunde anbietet. Eine vorherige Anmeldung per Telefon oder Mail ist notwendig, um Überlastungen zu vermeiden. Die Praxis bietet ein breites Kursangebot für Schwangere und junge Mütter, darunter Akupunktur, Ganzkörpermassagen, Geburtsvorbereitung und Babymassage, um nur einige zu nennen. Gorr ist zudem am Klinikum Bremen-Mitte angestellt und arbeitet freiberuflich in Delmenhorst. Walter hat ebenfalls keine freien Kapazitäten und erhält täglich vier bis fünf Anfragen.
Die Notfallsprechstunde richtet sich an Frauen, die keine Hebamme finden konnten, und bietet Unterstützung nach der Geburt. Allerdings kann das Projekt der Notfallhebamme in der Gesundheitsregion Delmenhorst/Oldenburg-Land derzeit nicht vollumfänglich angeboten werden. Unangekündigte Besuche in der Notfallsprechstunde könnten zu einer Überlastung führen. Gorr und Walter legen großen Wert auf individuelle Betreuung und möchten nicht wie am Fließband arbeiten. Es wird empfohlen, sich möglichst frühzeitig eine Hebamme zu suchen, sobald ein positiver Schwangerschaftstest vorliegt. Diese Informationen sind nicht nur für Schwangere in Delmenhorst relevant, sondern werfen auch ein Licht auf die allgemeinen Herausforderungen der Hebammenversorgung in Deutschland.
Der Bedarf an Notfallhebammen
Die Notfallhebamme bietet in schwierigen Situationen Unterstützung und Betreuung für Schwangere an. Es besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Hebammenbetreuung, jedoch ist die Suche nach einer Hebamme oft mit Schwierigkeiten verbunden. Die Notfallhebamme kann unbürokratische und kurzfristige Hilfe bieten, einschließlich Beratung und Hausbesuchen, ersetzt jedoch keinen Besuch bei Frauen- oder Kinderärzten. Zu den typischen Notsituationen zählen anhaltende Fütterungsschwierigkeiten, massive Unsicherheiten bei unruhigen Kindern und unklare Zustände des Kindes, die einen Klinikbesuch erfordern. Die Dienste der Notfallhebamme werden in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg angeboten und sind kostenfrei, da sie durch gesetzliche Krankenkassen und Gesundheitsregionen finanziert werden.
Die Notfallhebamme Ulrike Wellborg bringt langjährige Erfahrung aus Krankenhäusern mit und ist Teil der Hebammenzentrale Delmenhorst | Oldenburg-Land, die 2019 gegründet wurde und als Anlaufstelle für reguläre Betreuung empfohlen wird. Bei akuten Schwangerschaftskomplikationen sollten Schwangere zuerst ihren Frauen- oder Kinderarzt kontaktieren, bevor sie die Notfallhebamme hinzuziehen. Die telefonische Erreichbarkeit der Notfallhebamme ist montags und mittwochs von 10:00 bis 16:00 Uhr sowie freitags von 13:00 bis 16:00 Uhr unter 0160 92652772 gegeben.
Regelungen und Richtlinien
Die Mutterschafts-Richtlinien geben klare Vorgaben zur Indikation und Anzahl von CTG- und Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft. Bei gesunden Frauen mit unauffälligem Schwangerschaftsverlauf sind drei Basisultraschall-Screenings vorgesehen. Über die festgelegte Anzahl hinausgehende Ultraschalluntersuchungen und CTGs bedürfen einer speziellen Indikation. Diese Richtlinien definieren auch, welche Kriterien einen besonderen Überwachungsbedarf rechtfertigen, was für werdende Mütter von großer Bedeutung ist.
Insgesamt ist die Situation für Schwangere in Delmenhorst und Umgebung herausfordernd, jedoch gibt es durch die neuen Angebote der Hebammenpraxis und die Notfallhebamme erste Ansätze zur Verbesserung der Hebammenversorgung. Für weitere Informationen zu den Dienstleistungen und zur Kontaktaufnahme ist die Webseite der Notfallhebamme unter notfallhebamme-del-ol.de zu finden. Mehr Details zur Hebammenversorgung können auch auf der Seite des BIFG unter bifg.de nachgelesen werden.