In Delmenhorst, einer Stadt, die oft im Schatten ihrer größeren Nachbarn steht, hat sich ein besorgniserregendes Szenario in der Notaufnahme des Delme Klinikums entwickelt. Am 7. und 8. Juni war die Notaufnahme vorübergehend nicht voll einsatzfähig, was auf akuten Personalmangel zurückzuführen war. Klinikchef Christian Peters bestätigte die Engpässe, wies jedoch darauf hin, dass es keine vollständige Schließung der Station gegeben habe. Stattdessen musste sich die Notaufnahme kurzfristig von der Steuerung der Anfahrten durch Rettungsfahrzeuge abmelden. Einmal mehr wird deutlich, wie kritisch die Situation in vielen deutschen Gesundheitseinrichtungen ist.

Am besagten Sonntagabend fielen plötzlich drei Kräfte der Nachtschicht krank aus – ein echtes Dilemma. Zum Glück konnten zwei Ersatzkräfte aus der Spätschicht einspringen, sodass immerhin acht Patienten, die zu Fuß in die Notaufnahme kamen, behandelt werden konnten. Von diesen mussten drei stationär aufgenommen werden, während fünf Patienten ambulant versorgt wurden. Das klingt nach einer knappen Lösung, aber die Realität sieht anders aus. Normalerweise sollte das Pflegepersonal in der Notaufnahme aus 24 Kräften bestehen, doch tatsächlich stehen nur 20 zur Verfügung. Der Fachkräftemangel und die veraltete Baustruktur des Klinikums sind die Hauptgründe für diese Engpässe.

Herausforderungen im Notfallbereich

Die Situation in Delmenhorst ist nicht einzigartig. Laut einer Forsa-Befragung im Auftrag des AOK-Bundesverbandes haben 41 Prozent der Menschen, die in den letzten fünf Jahren eine Notaufnahme aufsuchten, dies ohne vorherige Ersteinschätzung getan. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, betont, dass eine Ersteinschätzung durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) in vielen Fällen sinnvoller gewesen wäre. Diese Unsicherheit zeigt sich nicht nur in Delmenhorst, sondern ist ein weit verbreitetes Phänomen, das die Notaufnahmen in Deutschland betrifft.

Ein Drittel der Patienten, die in die Notaufnahme kommen, benötigt eine stationäre Aufnahme, ein weiteres Drittel kann ambulant behandelt werden, während 30 Prozent mit Bagatellbeschwerden erscheinen. In Delmenhorst sind derzeit 16 Hausarztsitze unbesetzt – eine alarmierende Zahl, die die Problematik weiter verschärft. Peters äußerte sich zu den Vorwürfen über Zwangsdoppeldienste und erklärte, dass bei Überlastung Gefahrenanzeigen notiert werden. Aktuell sind vier Pflegestellen in der Zentralen Notaufnahme unbesetzt, und eine dieser Stellen soll durch Honorarkräfte besetzt werden.

Ein Lichtblick in der Dunkelheit

Die Pläne, bis Jahresende 23 von 24 Stellen in der Notaufnahme zu besetzen, klingen vielversprechend. Außerdem wird der Umzug in den Neubau als Chance gesehen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Attraktivität der Arbeitsplätze zu erhöhen. An der Krankenpflegeschule werden zehn bis zwölf Nachwuchskräfte erwartet, was einen Hoffnungsschimmer darstellt. Aber kann das alles reichen, um die drängendsten Probleme zu lösen? Peters bezeichnete sein Schreiben als „Hilferuf“ und zeigt sich offen für Gespräche über die Situation im Delme Klinikum.

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Die Notfallreform, die vom Bundesgesundheitsministerium vorangetrieben wird, könnte hier helfen. Es wird eine Verbesserung der Steuerung von Notfallpatienten gefordert, um die verwirrende Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu überwinden. Der AOK-Bundesverband schlägt integrierte Notfallzentren vor, die von Krankenhausträgern und Kassenärztlichen Vereinigungen betrieben werden sollen – ein Ansatz, der in Delmenhorst vielleicht frischen Wind bringen könnte. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2023 in deutschen Krankenhäusern rund 12,4 Millionen ambulante Notfälle behandelt, der höchste Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2018.

Die Herausforderungen sind groß, aber mit einer Kombination aus neuen Ideen, engagierten Fachkräften und vielleicht ein bisschen Glück könnte Delmenhorst einen Weg finden, durch diese schwierige Zeit zu navigieren. Weitere Informationen zur Notfallreform finden Sie auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums.

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