Heute ist der 1.06.2026 und die Nachrichten aus der benachbarten Stadt Delmenhorst bringen frischen Wind in das Thema Nahversorgung. Denn die FDP Delmenhorst hat einen Antrag im Stadtrat eingebracht, um die Ansiedlung einer Tante-Enso-Filiale in Hasbergen zu prüfen. Fraktionsvorsitzender Thomas Kuhnke hat betont, wie wichtig eine bessere Nahversorgung für die Bürger dort ist. Ein gewisses Potenzial sieht er gerade in den dörflich geprägten Stadtteilen, die oft unter der fehlenden Infrastruktur leiden. Besonders ältere Menschen und Familien, die auf eine gute Versorgung angewiesen sind, sollen davon profitieren.
Doch das ist nicht alles: Neben Hasbergen wird auch die Delmenhorster Innenstadt als möglicher Standort für eine neue Enso-Filiale in Betracht gezogen. Das Konzept von Tante Enso, das 2016 von Norbert Hegmann und Thorsten Bausch in Bremen ins Leben gerufen wurde, hat sich mittlerweile deutschlandweit etabliert. Über 85 Filialen sind mittlerweile eröffnet worden – eine beachtliche Zahl! Die Tante Enso-Märkte sind stationäre Supermärkte mit einer Verkaufsfläche von durchschnittlich 250 Quadratmetern, die rund um die Uhr geöffnet sind. Das Sortiment umfasst zwischen 3000 und 4000 Artikel, und die Kunden können flexibel an Selbstbedienungskassen bezahlen.
Das Konzept und die Gemeinschaft
Ein weiterer spannender Aspekt ist, dass Kunden, die eine Tante-Enso-Karte besitzen, jederzeit einkaufen können. Um eine Tante-Enso-Filiale zu eröffnen, müssen mehrere Hundert Menschen Anteile an der Genossenschaft erwerben. Das stärkt nicht nur die lokale Gemeinschaft, sondern sorgt auch für eine hohe Identifikation der Bürger mit ihrem Markt. Kuhnke hat auch darauf hingewiesen, dass die Stadtentwicklung nicht nur auf die Innenstadt fokussiert sein sollte. Hasbergen darf nicht abgehängt werden – das ist ein wichtiger Punkt!
Interessanterweise gibt es bereits erfolgreiche Beispiele für Tante Enso-Läden in Schleswig-Holstein, wie den Laden in Sarau, der im März 2023 eröffnet wurde. Laut der Filialleiterin Kristin Schröder ist dieser Laden nicht nur ein Ort für Einkäufe, sondern auch ein Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft. Die Kombination aus Café und Back-Shop macht es besonders einladend. Bürgermeister Bernhard Horstmann hebt hervor, dass solche Läden für die ältere Bevölkerung und Familien eine wichtige Anlaufstelle darstellen, besonders in kleinen Orten mit 1.000 bis 3.000 Einwohnern, wo fußläufige Einkaufsmöglichkeiten oft rar sind.
Gesellschaftliche Aspekte und Herausforderungen
Die Tante Enso-Konzept hat sich als eine Art Modell für ländliche Nahversorgung etabliert. Kritiker warnen jedoch vor einer möglichen Verwässerung des Sonn- und Feiertagsschutzes. Ein Gesetzentwurf zur Änderung des Ladenöffnungszeiten-Gesetzes könnte die Öffnung von digitalen Kleinstsupermärkten in Gemeinden mit bis zu 1.500 Einwohnern erlauben – eine Entscheidung steht noch aus. Das könnte die Nahversorgung in den ländlichen Regionen weiter verbessern und die Lebensqualität steigern.
In Hasbergen wird derzeit nach einer neuen Nutzung für das alte Feuerwehrgebäude gesucht, doch eine klare Entscheidung steht noch aus. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne für die Tante-Enso-Filiale entwickeln, insbesondere im Hinblick auf die angestrebte Realisierung vor 2027. Die Pressestelle von Tante Enso hat bereits klargestellt, dass bis dahin noch nichts Konkretes in Planung ist. Die Hoffnung auf eine bessere Nahversorgung für die Bürger bleibt jedoch lebendig.
