Heute ist der 18.05.2026 und die kleine Gemeinde Staffhorst, gelegen im Landkreis Diepholz, hat kürzlich einen spannenden Besuch des Kulturbeirats erlebt. Am 29. April 2026 empfingen die Eheleute Albert, die Betreiber des Bildhauerhauses Albert, die Mitglieder des Beirats. Es war ein Tag voller Einblicke in die Welt der Bildhauerei, die dort auf eine ganz besondere Art und Weise gelebt wird. Hannes Albert, der in München das Licht der Welt erblickte und seine künstlerische Ausbildung in Oberammergau genoss, hatte sich nicht einfach so für diesen Ort entschieden. Vielmehr suchte er einen Platz, an dem Landschaft, Architektur und Kunst aufeinandertreffen. Und das hat er in Staffhorst gefunden.

Die Eheleute Albert gewährten den Gästen nicht nur einen Blick in Hannes Alberts künstlerisches Schaffen, sondern auch in die Sanierung des denkmalgeschützten Anwesens, das zwischen 2006 und 2009 restauriert wurde, um eine zeitgemäße, kunstorientierte Umgebung zu schaffen. In dieser Atmosphäre geht es nicht nur um die Kunst selbst, sondern auch um die Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Der Kulturbeirat nutzt solche Besuche, um die regionale Kunstszene besser kennenzulernen und den Dialog zu fördern.

Einblicke in die Kunst

Hannes Albert erklärte, dass bei seiner Arbeit die klassische Bildhauerei im Mittelpunkt steht. Seine Skulpturen sind oft offen und wirken unfertig, was ihnen eine besondere Spannung und Ausdruckskraft verleiht. Er arbeitet meist mit wenigen Eisen, was den Ausdruck seiner Arbeiten verstärkt. Der Prozess der Figurenerstellung geschieht schrittweise – von Knochen zu Knochen, sodass die Oberflächenbearbeitung erst später erfolgt. Ein besonders herausfordernder Teil seiner Arbeit ist die Ausarbeitung der Augen, da diese den Ausdruck der Figuren prägen.

Ein faszinierendes Detail seiner Kunst ist die Verwendung von Linde und Eiche als bevorzugte Materialien. Linde hat eine feine, weiche Struktur, während die Eiche mit ihrer groben Ausdruckskraft überzeugt. Hannes Albert beschreibt die Entwicklung eines Projekts und die Suche nach geeignetem Material als einen langwierigen Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann. Seine Arbeiten enthalten oft ein wiederkehrendes Motiv: die goldene Kugel, die symbolisch für den inneren Kern des Menschen steht. Gold ist eine Farbe, die schwer zu imitieren ist und eine besondere Bedeutung in seinen Skulpturen hat.

Der Bruch in der Kunst

Der Kulturbeirat stellte fest, dass Hannes Albert einen neuen Blick auf die vertraute Landschaft eröffnet hat. Es ist nicht nur die Form, die die Betrachter anspricht, sondern auch die Idee, dass Kunst lebensnotwendig ist – ähnlich dem Fließen des Blutes im Körper. Kunst hat die Fähigkeit, mit den gewohnten Bedeutungen zu brechen und alltägliche Wahrnehmungen zu hinterfragen. Sie ist ein Werkzeug, um Dinge neu zu entdecken, die zuvor vielleicht im Verborgenen lagen.

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Die Wahrnehmung von Kunst ist dabei subjektiv – jeder interpretiert sie auf seine eigene Weise. Manchmal ist es gerade der Bruch in der Kunst, der neue Perspektiven eröffnet und den Betrachter zum Nachdenken anregt. In einer Welt, die oft als Funktionieren beschrieben wird, kann Kunst helfen, mit dem Gewohnten zu brechen und den Alltag zu hinterfragen. Sie regt zur Reflexion an und inspiriert dazu, das eigene Tun und die eigenen Vorhaben kritisch zu betrachten.

Hannes Alberts Arbeiten sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Kunst nicht nur ein Ausdruck von Kreativität, sondern auch eine tiefere Erkundung der menschlichen Existenz sein kann. In Staffhorst, wo Landschaft und Kunst in einem harmonischen Dialog stehen, wird dieser Gedanke lebendig. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese kreative Reise weiterentwickeln wird.