Heute ist der 18. Mai 2026 und die Lage im öffentlichen Nahverkehr in Niedersachsen spitzt sich zu. Ver.di hat die Beschäftigten in Göttingen aufgerufen, am 19. und 20. Mai 2026 zu warnen – ich meine, zu streiken! Das ist schon ein Wort, oder? Wenn man bedenkt, dass die vierte Verhandlungsrunde für die Mitarbeiter im ÖPNV ergebnislos verlief, ist es kaum verwunderlich, dass die Gewerkschaft erneut Druck auf die Arbeitgeber ausüben möchte. Es geht um faire Arbeitsbedingungen und das Recht auf einen angemessenen Arbeitsplatz. Doch die Arbeitgeber scheinen nicht gewillt zu sein, auf die Forderungen einzugehen – nicht gerade ein Zeichen von Kompromissbereitschaft, wie Stefanie Weiß von ver.di-Niedersachsen-Bremen anmerkt.

Die Warnstreiks sind nicht nur auf Göttingen beschränkt. Am 21. und 22. Mai werden auch in Delmenhorst, Braunschweig, Hildesheim, Wolfsburg und Lüchow die Busse stillstehen. Die betroffenen Betriebe? Delbus, die Braunschweiger Verkehrs-GmbH, Stadtverkehr Hildesheim, Wolfsburger Verkehrs-GmbH und die Lüchow-Schmarsauer-Eisenbahn. Letztere ist über einen Anwendungstarifvertrag an den TV-N gebunden. Diese Streiks sind ein deutliches Zeichen, dass die Beschäftigten für ihre Rechte einstehen. Der Schulverkehr ist ebenfalls betroffen, was für viele Eltern und Schüler zu einer Herausforderung werden könnte.

Geplante Aktionen und ihre Bedeutung

Die geplanten Aktionen am 21. und 22. Mai sind alles andere als geringfügig. In Delmenhorst wird es am 21. Mai um 09:00 Uhr eine Kundgebung am ZOB geben. In Braunschweig trifft man sich auf dem Betriebshof Lindenberg ab 10:00 Uhr. Und die Lüchow-Schmarsauer-Eisenbahn? Die startet bereits um 07:30 Uhr mit einer Streikkundgebung auf dem Betriebshof in der Roland-Brandin-Straße. Auch der Stadtverkehr Hildesheim ist betroffen, hier wird ab 08:00 Uhr gestreikt. Die Wolfsburger Verkehrs-GmbH wird ab etwa 05:00 Uhr Streikposten aufstellen. Das klingt nach einem spannenden – oder eher nervenaufreibenden – Tag für alle Beteiligten!

Ein weiteres Problem ist, dass viele Verkehrsbetriebe, wie Üstra und Regiobus in Hannover, ebenfalls zum Ausstand aufgerufen wurden. Hier wird der Streik am Mittwoch und Donnerstag stattfinden, was bedeutet, dass in Hannover ab Betriebsbeginn bis Betriebsschluss keine Straßenbahnen oder Busse fahren werden. Auch der Schulverkehr ist betroffen. Es gibt allerdings einige Fahrten auf Regiobus-Linien, die von Subunternehmen bedient werden, die nicht streiken. Die S- und Regionalbahnlinien sowie das On-Demand-Angebot „Sprinti“ sind von den Streiks nicht betroffen – ein kleiner Lichtblick in der ganzen Misere.

Hintergründe und weitere Überlegungen

Der Hintergrund dieser Streiks ist ein festgefahrener Tarifstreit im kommunalen Nahverkehr. Die vierte Verhandlungsrunde am Montag endete ohne Ergebnis. Ver.di sieht eine unzureichende Kompromissbereitschaft der Arbeitgeber, besonders was die Arbeitsbelastung betrifft. Die Forderung nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei Lohnausgleich könnte das ÖPNV-Angebot sogar noch weiter verringern. Die Beschäftigten, die für rund 100.000 Menschen im Nahverkehr arbeiten, verlangen nicht viel – nur bessere Arbeitsbedingungen.

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Es ist interessant zu beobachten, dass in anderen Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen keine neuen Streiks nach Einigung stattfinden, während in Niedersachsen der Druck durch Ver.di weiter erhöht wird. Hier scheint ein echter Kampf um die Arbeitsbedingungen stattzufinden. Und während Autofahrer sich vielleicht freuen, dass sie auf alternative Verkehrsmittel umsteigen können – wie das Fahrrad oder E-Scooter – bleibt die Frage: Was ist mit den Menschen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind? Die Verkehrssituation könnte sich in den nächsten Tagen verschärfen, vor allem im Berufsverkehr. So oder so, es bleibt spannend und wir müssen die Entwicklungen im Auge behalten.