Die Kreiskliniken Herford-Bünde (KKHB) haben kürzlich einen schweren Schritt beschlossen: einen Stellenabbau. Die Nachricht hat in der Region für viel Gesprächsstoff gesorgt, denn die Maßnahme kommt nicht gerade gut an. Im vergangenen Jahr betrug das Defizit der KKHB stolze 17,8 Millionen Euro. Ursprünglich hatte man sogar mit einem noch höheren Defizit von über 20 Millionen Euro gerechnet. Der Kreis Herford und die umliegenden Kommunen können diese finanziellen Belastungen einfach nicht mehr stemmen. Das Westfalen-Blatt berichtet darüber, dass die Belegschaft diese Entscheidung mit Entsetzen aufnimmt.
Die wirtschaftliche Lage der KKHB scheint sich immer weiter zu verschärfen. Am 30. April 2026 hat der Verwaltungsrat einen Beschluss gefasst, der die Eindämmung des chronischen Defizits zum Ziel hat. Bis zum Jahr 2029 sollen bis zu 200 Stellen im gesamten Konzern gestrichen werden. Die Geschäftsführung verteidigt diese Maßnahmen als alternativlos, was in der Belegschaft und bei den Gewerkschaften auf massiven Widerstand stößt. Die aktuelle Belegschaft umfasst rund 3.200 Mitarbeitende. Der Verwaltungsrat, der hauptsächlich aus Kreispolitikern besteht, folgte hierbei den Vorschlägen der Vorstände Thomas Breidenbach und Dr. Andreas Schroeder. Die Hoffnung ist, dass diese Maßnahmen letztendlich zur langfristigen finanziellen Stabilisierung des Klinikverbundes beitragen.
Hintergründe und Herausforderungen
Die KKHB ist nicht allein mit ihren Problemen. Grundlegende gesundheitspolitische Rahmenbedingungen und ständig steigende Betriebskosten machen es vielen Kliniken schwer, über Wasser zu bleiben. Laut einem Bericht des Ärzteblatts plant die Bundesregierung umfassende Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Diese könnten zu Erlöseinbußen von bis zu 3,9 Milliarden Euro für Kliniken im Jahr 2024 führen. Auch langfristig wird eine drastische Verschlechterung der finanziellen Lage prognostiziert, sodass die Zahl der Krankenhäuser mit Jahresverlusten von 29 Prozent in 2023 auf rund 80 Prozent bis 2030 steigen könnte.
Besonders besorgniserregend sind die Prognosen für die kommenden Jahre. Experten warnen davor, dass fast die Hälfte der Krankenhäuser bis 2030 eine hohe Insolvenzgefahr aufweisen könnte. Die Ausgaben im Gesundheitssektor steigen weiter, während die Einnahmen stagnieren oder sogar sinken. Für die Kreiskliniken Herford-Bünde bedeutet dies eine doppelte Herausforderung: Einerseits müssen sie ihre Kosten senken, andererseits sind sie gezwungen, Personal abzubauen. Die Bundesregierung hat zwar Maßnahmen angekündigt, die die Situation verbessern sollen, doch in der Praxis sieht es oft anders aus.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, nicht nur für die Kreiskliniken Herford-Bünde, sondern für das gesamte Gesundheitssystem in Deutschland. Die Sorgen und Ängste der Mitarbeitenden sind verständlich, und die Frage bleibt, wie es in der Gesundheitsversorgung weitergeht. Es bleibt zu hoffen, dass kreative Lösungen gefunden werden, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu sichern und gleichzeitig die Mitarbeitenden zu schützen.