Heute ist der 21.04.2026. In Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, sorgt die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) für große Sorgen unter Imkern und Naturschützern. Diese Art wurde 2004 über Schiffstransporte nach Frankreich eingeschleppt und breitet sich seitdem rasant in Europa aus. Besonders im Kreis Mettmann ist die Situation alarmierend, da die Hornisse eine ernsthafte Bedrohung für einheimische Insekten darstellt, insbesondere für Honigbienen, Wildbienen, Wespen und Schmetterlinge. Die Naturschutzbehörden haben die Asiatische Hornisse als etabliert eingestuft, was bedeutet, dass sie nun fest in der heimischen Fauna verankert ist.
Imker im Kreis Mettmann haben sich zusammengeschlossen, um gegen die Asiatische Hornisse vorzugehen. Sie bitten die Bevölkerung um Mithilfe beim Aufspüren von Hornissennestern. Die Königinnen sind im Frühling aktiv und gründen Embryonalnester in Höhen von bis zu zwei Metern. Diese Nester, die häufig in Gartenhäusern, Dachvorsprüngen oder Vogelhäuschen angelegt werden, lassen sich relativ einfach entfernen. Ab Juni bildet die Hornisse Sekundärnester, die in großen Bäumen entstehen können und im Hochsommer die Größe eines Medizinballs erreichen.
Alarmierende Zahlen aus NRW
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in Nordrhein-Westfalen ist massiv. Im Jahr 2022 wurden nur neun Nachweise gemeldet, während 2023 bereits über 7.300 Exemplare verzeichnet wurden – ein Anstieg um das Fünffache im Vergleich zu 2022. Besonders häufig sind Sichtungen im Rheinland und Ruhrgebiet. Bereits im März 2024 wurden über 120 Beobachtungen bestätigt, was so früh wie nie zuvor ist. Diese Hornisse ernährt sich vor allem von Bienen und kann Bienenvölker erheblich schwächen, was wiederum die Bestäubungsleistung beeinträchtigt. 65% der Nahrung der Hornisse besteht aus Honigbienen, was für die Imker in der Region eine große Herausforderung darstellt.
Ein weiterer Punkt, der nicht zu vernachlässigen ist: Die Asiatische Hornisse hat keine natürlichen Feinde in Europa, was ihre schnelle Ausbreitung begünstigt. Dies führt zu einer Konkurrenz um Nahrungsquellen und Nistplätze, die heimische Arten verdrängen kann. Fachleute warnen, dass dies nicht nur Auswirkungen auf die Bienenpopulation hat, sondern auch indirekt viele Pflanzenarten und andere Tiere betrifft, die auf Bestäuber angewiesen sind.
Unterstützung durch den Kreistag
Um die Situation zu bekämpfen, hat der Kreistag im Kreis Mettmann Mittel zur Beschaffung von Gerätschaften zur Nestbeseitigung bereitgestellt. Der Kreis-Imkerverband Mettmann hat zudem einen Flyer entwickelt, der Tipps zum Aufspüren der Asiatischen Hornisse enthält. Diese Flyer sind an vielen Stellen ausgelegt, und gefundene Nester können über einen QR-Code an zuständige Imkervereine gemeldet werden. Das Meldeportal ist auch über die Homepage des Kreis-Imkerverbandes Mettmann erreichbar.
Die alarmierenden Entwicklungen rund um die Asiatische Hornisse zeigen, wie wichtig es ist, dass Bürger und Imker zusammenarbeiten, um die einheimische Biodiversität zu schützen. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen in Zukunft ergriffen werden, um die Ausbreitung dieser invasiven Art einzudämmen und die heimischen Bienenpopulationen zu sichern.