Im Kreis Mettmann, genauer gesagt in den Städten Hilden und Haan, breitet sich ein bedrohlicher Gast aus: die Asiatische Hornisse. Diese invasive Art, die 2014 über Frankreich nach Deutschland kam, sorgt bei Imkern und Naturschützern für große Besorgnis. Die ersten Nester wurden bereits 2025 in der Region Arnsberg gesichtet, und seitdem haben die Warnungen vor den negativen Auswirkungen auf die heimischen Insektenpopulationen und insbesondere auf die Honigbienen nicht nachgelassen. In Hilden wurden bereits mindestens zwei Bienenvölker durch die Hornisse vernichtet, was die alarmierenden Meldungen nur verstärkt. Die Hornisse gilt als etabliert, was bedeutet, dass Behörden Nester nur dann entfernen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Menschen besteht.
Die Asiatische Hornisse ist zwar für Menschen nicht gefährlicher als die heimische Wespe, doch ihre Jagdstrategien stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Bienen dar. Diese Hornisse hat ein flexibles Jagdverhalten und spezialisiert sich nicht auf eine bestimmte Beute, was die Situation noch prekärer macht. Bienen sind schutzlos der Asiatischen Hornisse ausgeliefert, da sie in der Regel im Stock bleiben und das Pollensammeln einstellen, was innerhalb von sechs Wochen zum Aussterben des Bienenvolkes führen kann. Ein Rückgang dieser wichtigen Bestäuber könnte weitreichende Folgen für die Landwirtschaft und die Artenvielfalt haben.
Die Reaktion der Imker
Der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Hilden, Johannes Caspary, hat eindringlich vor der Bedrohung für die Bienen und die Imkerei gewarnt. Meldungen über Hornissennester bei örtlichen Imkern sind unerlässlich zur Eindämmung der Ausbreitung. Bei Sichtungen sollten die Nester an die Imker oder über ein Online-Meldeportal gemeldet werden. Dies gilt insbesondere in der Nähe stark frequentierter Bereiche wie Spielplätzen oder Schulen. Der Hildener Imkerverein hat sogar eine Teleskop-Lanze zur Bekämpfung der Hornisse angeschafft, die bis zu 30 Meter hohe Nester erreichen kann. Die Kosten für diese Ausrüstung belaufen sich auf etwa 6000 Euro.
Doch die Problematik reicht über die Stadtgrenzen hinaus. Auch im Sauerland schlagen Imker Alarm. Dort zeigt sich ebenfalls eine Besorgnis über die Auswirkungen der Asiatischen Hornisse auf die heimischen Insekten und Honigbienen. Anlässlich des Weltbienentags, der auf die Bedeutung und Gefährdung von Bestäubern hinweist, wird der Ernst der Lage nochmals unterstrichen. Die Unterschiede zwischen der Asiatischen Hornisse (Vespa Velutina) und der Europäischen Hornisse (Vespa Crabro) sind zwar markant – die Asiatische Hornisse ist kleiner und hat einen überwiegend schwarzen Körper mit orangegelben Streifen – aber beide Arten stechen nur zur Verteidigung ihrer Nester.
Das große Ganze
Wissenschaftler der Universität Exeter haben kürzlich die Ernährung der Asiatischen Hornisse untersucht und dabei über 1.400 verschiedene Insektenarten im Verdauungstrakt der Hornissen identifiziert. Besonders auffällig ist, dass die Hornisse eine Vorliebe für Honigbienen hat, die sie in ländlichen Gebieten verstärkt jagt. Dies könnte langfristig das ökologische Gleichgewicht destabilisieren, da Bestäuber eine zentrale Rolle im Ökosystem spielen. Ein Rückgang dieser Insekten könnte nicht nur die Landwirtschaft betreffen, sondern auch die Artenvielfalt gefährden.
Zusätzlich hat das Land NRW ein Förderkonzept zur Unterstützung von Imkern im Kampf gegen die Asiatische Hornisse verabschiedet. Es umfasst Schulungen und finanzielle Anreize für die erfolgreiche Nestbeseitigung. Bei der Bekämpfung dieser invasiven Art ist schnelles Handeln gefragt, denn das ökologische Gleichgewicht hängt in einem empfindlichen Zusammenspiel von Insektenarten ab.
Die Situation bleibt angespannt, und die Imker müssen wachsam sein. Die Asiatische Hornisse ist nicht nur ein Thema für Experten, sondern betrifft uns alle, die wir in der Region leben und die Bedeutung der Bestäuber für unsere Umwelt zu schätzen wissen. Immerhin ist das Überleben der Bienen nicht nur für die Honigproduktion wichtig, sondern auch für die gesamte Landwirtschaft und den Erhalt der Biodiversität.