Im Oberbergischen Kreis gab es jüngst eine spannende Entwicklung im Bereich der frühkindlichen Bildung. 20 Kitaleitungen haben an einer Qualifizierungsmaßnahme teilgenommen, die unter dem Titel „Fachkraft für Kollegiale Beratung / Intervision“ firmiert. Diese Initiative wurde vom Bildungsnetzwerk Oberberg ins Leben gerufen, um die Leitungskräfte in ihrer Rolle zu stärken und Herausforderungen professionell zu reflektieren. Die Zertifikate wurden feierlich von Landrat Klaus Grootens und Christian Brand, dem Geschäftsführer der Bildungs-Stiftung der Kreissparkasse Köln, überreicht. Das Besondere daran? Die Qualifizierung ist kostenlos! Finanziert wird sie durch die Bildungs-Stiftung der Kreissparkasse Köln, was sicher auch ein Grund zur Freude für die Teilnehmenden war.

Bis Juni 2026 werden insgesamt 20 Kitaleitungen aus verschiedenen Kommunen des Oberbergischen Kreises in diesem Programm geschult. Die Teilnehmenden lernen, das Konzept der „Kollegialen Beratung“ in ihren Teams einzuführen und zu etablieren. Die Gruppen im Norden und Süden des Kreises sind bereits dabei, Austausch- und Reflektionstreffen strukturell zu verankern. Erkenntnisse aus der Pilotphase werden dabei in die Entwicklung weiterer Unterstützungsangebote für Kindertageseinrichtungen einfließen. Das Bildungsnetzwerk Oberberg, zu dem Kitas, Schulen, der Oberbergische Kreis, Kommunen, das Land NRW und regionale Bildungsakteure zählen, hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen gute Lern- und Lebenschancen zu bieten.

Kollegiale Beratung im Fokus

Die Rolle der Leitung in Kitas ist nicht zu unterschätzen. Sie trägt eine hohe Verantwortung für den Alltag und sieht sich oft Anfragen von Kindern, Eltern und Mitarbeitern gegenüber. In vielen Fällen stehen die Leitungen außerhalb ihres Teams, was zu einem Gefühl der Isolation führen kann. Hier setzt die kollegiale Beratung an: Sie bietet eine wertvolle Unterstützung für Leitungen, um sich über Anliegen und Herausforderungen auszutauschen.

Doch was genau ist kollegiale Beratung? Man könnte sagen, es ist ein Austausch auf Augenhöhe zwischen Kollegen. Unterschiedliche Ideen und Ressourcen kommen zum Einsatz, um gemeinsam Lösungen zu finden. Themen für diese Beratungen können Konflikte mit Eltern oder Teammitgliedern, die Entwicklung der Kita sowie praktische Alltagsfragen sein. Wichtig ist, dass die Offenheit der Teilnehmer gegeben ist – denn nur so kann der Austausch wirklich entlastend wirken und das berufliche Selbstverständnis sowie das Selbstvertrauen stärken.

Der Ablauf einer kollegialen Beratung ist strukturiert: Bei einem Treffen von etwa 60 Minuten, das mindestens einmal pro Quartal stattfinden sollte, wird der Fragende bestimmt und die Rollen wie Zeitwächter und Moderator festgelegt. Nach einer kurzen Vorstellung des Anliegens durch den Fragenden gibt es eine intensive Phase des Austauschs, in der Lösungen und Ideen entwickelt werden. Diese Methodik ist nicht nur für die Teilnehmenden, sondern auch für die Qualität der Arbeit in den Kitas von großer Bedeutung.

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Fachkräftemangel und Bildungsqualität

In einem größeren Kontext steht die Initiative im Zusammenhang mit dem aktuellen Mangel an Betreuungsplätzen für Kinder und der stark variierenden Qualität der Kindertageseinrichtungen in Deutschland. Laut dem Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule von der Bertelsmann-Stiftung ist es entscheidend, die Bildungs- und Teilhabechancen der Kinder zu verbessern. Der Mangel an Fachkräften in den Sozial- und Erziehungsberufen muss pro Bundesland datenbasiert untersucht werden, um eine bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten.

Die Prognosen zeigen, dass bis 2030 in Ostdeutschland und den meisten westdeutschen Bundesländern die Elternbedarfe erfüllt und die Personalausstattung verbessert werden können. Das zeigt, wie wichtig es ist, bereits jetzt in die Weiterbildung und Unterstützung von Fachkräften zu investieren. Die Qualifizierungsmaßnahme im Oberbergischen Kreis ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Ergebnisse könnten nicht nur den Teilnehmenden, sondern auch den Kindern und Familien in der Region zugutekommen.

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