Heute ist der 29.04.2026 und die AOK-Regionaldirektorin Marion Schröder hat kürzlich ihre Unzufriedenheit mit den Arbeitsunfähigkeitsdaten für das Jahr 2025 geäußert. Im Rhein-Kreis Neuss sind die Krankheitsausfälle im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht gesunken, jedoch bleiben die Zahlen auf einem hohen Niveau. So reichten 55.184 AOK-Versicherte im Rhein-Kreis insgesamt 97.893 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ein, was zu einem krankheitsbedingten Fehlen von 1.082.836 Tagen führte. Besonders alarmierend sind die hohen Zahlen derjenigen, die mehr als 42 Tage im Jahr fehlten.
Bundesweit fielen AOK-versicherte Beschäftigte 2025 durchschnittlich 23,3 Tage krankheitsbedingt aus, was zwar einen Rückgang im Vergleich zu 2024 (23,9 Tage) darstellt, jedoch höher ist als die Werte von 2022, als der Höchststand mit 24,5 Tagen erreicht wurde. Ein Anstieg der Langzeiterkrankungen, insbesondere durch Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Erkrankungen, ist ebenfalls festzustellen. Die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) hat zu einer vollständigen Erfassung der kurzzeitigen Erkrankungen beigetragen.
Krankheitsursachen und Fehlzeiten
Die häufigsten Ursachen für Krankschreibungen sind Muskel- und Skelett-Erkrankungen sowie Erkrankungen der Atemwege. Laut der AOK könnte die erhöhte Verbreitung von Viren durch Corona sowie eine größere Empfänglichkeit für Infektionen Einfluss auf die Krankschreibungen haben. Zudem hat die Anzahl der AU-Tage aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten zehn Jahren um nahezu 47 Prozent zugenommen. Dies zeigt sich auch in der durchschnittlichen Dauer eines Erkrankungsfalls: Während Atemwegserkrankungen im Jahr 2023 durchschnittlich 6,1 Tage Ausfallzeit verursachten, liegt die Dauer für psychische Erkrankungen bei beeindruckenden 28,1 Tagen.
Besonders betroffen von hohen Fehlzeiten sind Pflegeberufe, Berufe mit Kindern und Jugendlichen sowie die öffentliche Verwaltung, wobei Marion Schröder betont, dass auch Mitarbeiter von Bauhöfen und Garten- und Friedhofsämtern in diese Kategorie fallen. 17,6 Prozent der Versicherten legen mehr als dreimal im Jahr eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor, was auf die anhaltenden Herausforderungen im Gesundheitswesen hinweist.
Unterstützungsangebote der AOK
Um den hohen Krankenständen entgegenzuwirken, bietet die AOK Unterstützung für Unternehmen an, die von hohen Fehlzeiten betroffen sind. Die Analyse relevanter Daten ist für Betriebe mit über 50 AOK-Versicherten kostenlos. Matthias Czarny appelliert an Arbeitgeber, sich bei hohen Krankenständen an die AOK zu wenden, um gemeinsam Lösungen zu finden.
Die aktuelle Situation im Rhein-Kreis Neuss spiegelt ein weit verbreitetes Problem wider, das nicht nur lokale Unternehmen, sondern auch die Gesellschaft insgesamt betrifft. Die steigenden Krankheitszahlen erfordern ein Umdenken in der Arbeitswelt, um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern und nachhaltig zu verbessern. Es bleibt zu hoffen, dass durch gezielte Maßnahmen und Unterstützung der AOK eine positive Entwicklung in den kommenden Jahren erreicht werden kann. Für weitere Informationen und Details zu den Gesundheitsdaten im Rhein-Kreis Neuss können Interessierte die vollständigen Berichte auf den Websites der AOK einsehen. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel von RP Online sowie in den Berichten der AOK über Fehlzeiten.