Im Rheinisch-Bergischen Kreis hat sich eine spannende Kampagne in der Pflegebranche aufgetan, die dazu dient, die öffentliche Wahrnehmung von Pflegeberufen grundlegend zu verändern. Unter dem Motto „Kluge Köpfe arbeiten hier. In der Pflege!“ arbeiten die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (RBW) sowie der Rheinisch-Bergische Kreis zusammen, um frische Talente für die Pflege zu gewinnen. Die Initiative zielt darauf ab, nicht nur neue Fachkräfte für die Ausbildung und den Beruf zu akquirieren, sondern auch, um den Menschen aus der Region eine Plattform zu bieten, auf der sie authentische Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben können.

In der Kampagne erzählen Pflegefachkräfte, Auszubildende und Quereinsteiger von ihren persönlichen Erfahrungen in der Pflege. Statt Klischees stehen echte Geschichten im Vordergrund, die das vielfältige Spektrum der Pflegeberufe beleuchten. Auf der Webseite www.kluge-koepfe-pflege.de finden Interessierte Informationen über 28 Unternehmen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis, die spannende Karrierechancen in mobilen Pflegediensten, Wohlfahrtsverbänden, Kliniken und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung bieten. Die Kampagne wird rund um den Tag der Pflege am 12. Mai durch ein Kettenvideo bereichert, in dem mehr als 50 Pflegekräfte kurze Statements abgeben. Diese Videos werden Stück für Stück auf Social-Media-Kanälen wie Instagram, Facebook und LinkedIn veröffentlicht, um die Sichtbarkeit der Pflegeberufe zu erhöhen und die Bedeutung ihrer Arbeit ins Bewusstsein zu rücken.

Nationaler Kontext und Herausforderungen

Diese regionalen Anstrengungen stehen nicht allein, denn auf nationaler Ebene hat die Bundesseniorenministerin Lisa Paus die Kampagne „Pflege kann was“ ins Leben gerufen, die am 08.11.2022 startete. Ziel ist es, mehr Menschen für Berufe in der Pflege zu gewinnen und über die zahlreichen Aufstiegs- und Karrierechancen zu informieren. Der Hintergrund hierfür ist alarmierend: Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt, während gleichzeitig ein erheblicher Mangel an Pflegefachkräften zu verzeichnen ist. Es ist also höchste Zeit, die Ausbildung in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu stärken.

Im Jahr 2021 gab es bereits einen Anstieg von 7% bei den Ausbildungsanfängern im Vergleich zum Vorjahr, was ein positives Zeichen ist. Dennoch bleibt die Geschlechterverteilung in diesen Berufen spannend: Rund ein Viertel der Auszubildenden sind männlich. Das lässt hoffen! Doch trotz der guten Berufsperspektiven bleiben viele Studienplätze in der hochschulischen Pflegeausbildung unbesetzt. Die Kampagne hat sich daher auch das Ziel gesetzt, Vorurteile abzubauen und Schülerinnen und Schüler sowie Erwachsene in beruflicher Neuorientierung anzusprechen. Bis 2025 wird die Kampagne weiterlaufen und mit verschiedenen Motiven auf die Chancen in der Pflege aufmerksam machen.

Vielfalt der Möglichkeiten

Die Motive der Kampagne sind vielversprechend und zeigen, dass Pflege weit mehr ist als ein klassischer Beruf. „Pflege kann echt etwas bewirken“ und „Pflege ist eine Ausbildung mit Anspruch“ sind nur zwei der Botschaften, die vermittelt werden sollen. Auch das Pflegestudium wird als eine wertvolle Möglichkeit präsentiert, die Theorie und Praxis verbindet. Dabei wird die Umschulung zur Pflegekraft als ein Weg aufgezeigt, der nicht nur ein Mehrwert für die Gesellschaft, sondern auch für die eigene berufliche Zukunft darstellt.

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Insgesamt zeigt sich, dass sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene große Anstrengungen unternommen werden, um die Pflegeberufe ins rechte Licht zu rücken und die dringend benötigten Fachkräfte zu gewinnen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Initiativen ihren gewünschten Effekt zeigen und die Pflegebranche die Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient. Die Zukunft der Pflege könnte also tatsächlich ein wenig heller werden – wenn sich die klugen Köpfe der Region und darüber hinaus zusammenfinden.