Heute ist der 6.05.2026 und in Ludwigshafen, genauer gesagt im Ebertpark, sorgt ein tierisches Drama für Aufregung. Parkbesucher sind entsetzt über die brutalen Revierkämpfe, die zwischen Nilgänsen und den Küken von Stockenten stattfinden. Ein Video, das die Runde macht, zeigt eine Nilgans, die ein Entenküken unter Wasser drückt – ein schockierender Anblick! Ein weiteres Video dokumentiert, wie eine Nilgans ein Küken durch die Luft schleudert. Da fragt man sich: Was ist da nur los?

Klaus Eisele, der Naturschutzbeauftragte der Stadt Ludwigshafen, versucht die Gemüter zu beruhigen und erklärt, dass diese Aggressionen nicht auf einen Nahrungsbedarf zurückzuführen sind. Vielmehr gehe es um Revierkämpfe, die in der Natur, auch bei Schwänen, ganz normal sind. Komisch, dass sich Magdalene Sinthern, eine 85-jährige Rentnerin, die seit 30 Jahren den Ebertpark beobachtet, über solche Kampfszenen noch nie gewundert hat. Vielleicht ist da doch etwas im Gange, was wir so nicht auf dem Schirm haben.

Nilgänse auf dem Vormarsch

Die Nilgans ist eine nicht-heimische Vogelart, die ursprünglich aus Afrika südlich der Sahara und Ägypten stammt. In Deutschland gibt es mittlerweile über 7.500 Brutpaare, vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Die Gans gilt als Neozoon – ein Begriff, der sich aus Aussetzungen und Gefangenschaftsflüchtlingen im 20. Jahrhundert ableitet. Interessanterweise wurde die Nilgans 2017 auf die Unionsliste potenziell invasiver Arten gesetzt, was die Diskussion um ihre Ansiedlung weiter anheizt.

Die Revierkämpfe und das Verhalten der Nilgänse im Ebertpark sind Teil eines größeren Bildes. In Rheinland-Pfalz nehmen die Probleme mit diesen Gänsen zu. Invasive Arten wie die Nilgans und auch die Kanadagans breiten sich aus und setzen heimischen Arten, wie den Stockenten, zu. Ein weiteres Video, das die angreifenden Gänse zeigt, macht deutlich, dass diese Konflikte nicht nur lokale Parkbesucher betreffen, sondern ein größeres ökologisches Problem andeuten.

Jagd und Management der Nilgans

Die Jagd auf Nilgänse ist in neun Bundesländern erlaubt, und jährlich werden bis zu 20.000 dieser Vögel geschossen. In der Jagdsaison 2024/2025 wurden in Rheinland-Pfalz 2.493 Nilgänse erlegt – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 855 in der Saison 2015/2016. Doch, und das ist wichtig zu betonen, der Jagddruck hat keinen signifikanten Einfluss auf die Bestandsentwicklung der Nilgans. Der NABU, eine bekannte Naturschutzorganisation, lehnt eine drastische Bestandsreduktion ab, sieht aber die Möglichkeit, Nilgänse als Wildfleisch zu nutzen.

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Die EU hat bereits eine Richtlinie zur Prävention invasiver Arten erlassen, und Deutschland muss nun einen Managementplan für die Nilgans aufstellen. Hierbei wird eine öffentliche Konsultation durchgeführt, die zeigt, dass die Meinungen auseinandergehen. Während einige die Jagd als notwendig erachten, argumentieren andere, dass effektive, nicht-letale Methoden wie Fütterungsverbote und die Schaffung von Ausweichflächen vielversprechender sind.

Die Nilgans hat keinen besonderen gesetzlichen Schutz, unterliegt jedoch dem allgemeinen Artenschutz. Die Probleme, die sie in Parks und auf landwirtschaftlichen Flächen verursacht, werden von Experten als ökonomisch irrelevant angesehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt, denn der Ebertpark könnte nur der Anfang eines viel größeren Themas sein, das nicht nur Tiere, sondern auch die Menschen betrifft.