Festivalsterben in Schleswig-Holstein: Die Krise der Eventkultur
Heute ist der 6.07.2026 und während wir hier in Schleswig die Sonne genießen, sieht es im benachbarten Deutschland ganz anders aus, insbesondere in Schleswig-Holstein. Die Festival- und Eventkultur ist in einer tiefen Krise. Viele kleinere Festivals kämpfen ums Überleben, und die Zeichen stehen auf Sturm. Eine Umfrage des NDR unter 50 kleinen Festivals zeigt, dass mindestens neun Veranstalter unsicher sind, ob sie im kommenden Jahr überhaupt stattfinden können. Das ist schon mal eine düstere Perspektive!
Besonders betroffen sind Festivals wie das Skandaløs-Festival in Neukirchen, das nach 15 Jahren seine letzte Ausgabe im Jahr 2026 plant. Im Kreis Pinneberg wird das Langeln Open Air, ein Rockfestival, nach zwei Jahrzehnten seine Pforten schließen. Auch das Wilwarin Festival in Ellerdorf, das 2026 ausfällt, hat mit einem mageren Ticketvorverkauf zu kämpfen – nur 2000 von benötigten 3400 Tickets wurden verkauft. Die Organisatoren berichten von einem möglichen Defizit von rund 70.000 Euro. Das sind Zahlen, die einem das Herz schwer machen.
Ursachen der Krise
Die Gründe für diese Krise sind vielfältig und komplex. Rückläufige Ticketverkäufe, steigende Kosten und ein verändertes Feierverhalten belasten vor allem kleinere und mittelgroße Festivals. Während große Einzelkonzerte und Major-Festivals weiterhin hohe Verkaufszahlen verzeichnen, sieht es für die Kleineren düster aus. Die Inflation, der Ukraine-Krieg, steigende Lebenshaltungskosten und allgemeine wirtschaftliche Unsicherheiten schmälern die Kaufkraft der Besucher*innen. Viele haben einfach nicht mehr das Geld, um Tickets für Festivals zu kaufen, auch wenn die Sehnsucht nach kulturellen Erlebnissen groß ist.
Das Kaufverhalten hat sich seit der Corona-Pandemie verändert. Tickets werden meist erst kurz vor dem Festival gekauft, und jüngere Menschen neigen dazu, Großveranstaltungen zu meiden. Stattdessen zieht es sie zu kleineren, spontanen Events und privaten Feiern. Das macht es für die Veranstalter noch schwieriger, ihre Festivals zu planen und zu finanzieren. Schließlich explodieren die Produktionskosten und die Zusatzkosten für Personal, Technik und Infrastruktur steigen ins Unermessliche. Selbst die bürokratischen Hürden und Auflagen, die bei der Durchführung von Festivals beachtet werden müssen, sind nicht zu unterschätzen. Die Luft wird dünn!
Finanzielle Perspektiven
Eine Studie zeigt, dass nur etwa jedes sechste Musikfestival in Deutschland mit der letzten Ausgabe einen Gewinn erzielt hat. Rund 30 Prozent der Festivals schlossen mit Verlust ab, während 15 Prozent Gewinne verzeichneten. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Festival liegen bei etwa 313.000 Euro, während die Ausgaben bei rund 296.000 Euro liegen. Das sind Zahlen, die deutlich machen, wie riskant das Geschäft für die Veranstalter geworden ist.
Die Künstlerschaffenden, die auf Festivals auftreten, verlangen höhere Honorare – kein Wunder, dass die Kosten für Booking, Technik und vor allem für die Sicherheit in die Höhe schießen. Die Preiserhöhungen, die notwendig sind, um die Festivals am Leben zu halten, könnten potenzielle Gäste jedoch abschrecken. Die Veranstalter stehen also vor einer echten Herausforderung: Wie können sie ihre Festivals finanzieren und gleichzeitig ein attraktives Angebot schaffen?
Das große Ganze wird durch die Tatsache kompliziert, dass die Eventbranche kreative Ansätze und möglicherweise politische Unterstützung benötigt, um die kleineren Festivals langfristig zu erhalten. Die Nachfrage nach kulturellen Erlebnissen ist da, doch die Rahmenbedingungen müssen sich ändern, um die Festivals in ihrer jetzigen Form zu bewahren. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird – die Hoffnung stirbt zuletzt!
Insgesamt ist die Lage in Schleswig-Holstein und darüber hinaus angespannt. Nur die Zeit wird zeigen, ob und wie die Festivals in der Zukunft überleben können. Der Kampf um die Kultur ist ein ständiger Prozess, der nicht nur die Veranstalter betrifft, sondern auch die Besucher, die diese Events so sehr schätzen.
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