Heute ist der 23.04.2026 und die Diskussion um die Integrationspolitik in Deutschland nimmt neue Fahrt auf. Schleswig-Holsteins Integrationsministerin Aminata Touré (Grüne) hat in einer aktuellen Stellungnahme die Integrationspolitik der Bundesregierung scharf kritisiert. Besonders im Fokus steht der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, der nicht an der Konferenz der Integrationsminister in Essen teilnahm. Touré machte deutlich, dass Dobrindt auf Abschiebung setze und wichtige Integrationsprojekte kürze. Ihrer Meinung nach habe er keinen Plan für die Integration von Geflüchteten, was die Dringlichkeit der Arbeitsmarktintegration und verlässlicher Rahmenbedingungen untergrabe. Touré betonte in diesem Zusammenhang, dass Deutschland auf die Fähigkeiten und Qualifikationen der Geflüchteten angewiesen sei und forderte die Einführung eines flächendeckenden Kompetenzscreenings für Geflüchtete in Erstaufnahmeeinrichtungen, ähnlich dem Modell in Schleswig-Holstein. Ziel dieses Screenings ist es, Geflüchtete zu fördern und schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

In diesem Rahmen wird in Boostedt ein neues Projekt zur beruflichen Registrierung von Geflüchteten umgesetzt. Die Länder haben den Bund aufgefordert, das Sprachkursangebot zu sichern und auszubauen. Leider werden in Schleswig-Holstein gut integrierte Geflüchtete immer wieder abgeschoben. Ein gemeinsamer Antrag fordert die Landesregierung auf, sich für die Rücknahme des Zulassungsstopps einzusetzen. Die klare Forderung von Landesregierung, Unternehmen und Gewerkschaften zielt darauf ab, den Arbeitskräftemangel zu bekämpfen und die Integration zu beschleunigen.

Kooperation zur Arbeitsmarktintegration

Schleswig-Holstein setzt zudem in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit die Kooperation zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten fort. Ein wichtiges Element dieser Initiative ist das „Grundkompetenzscreening“, das in Erstaufnahmeeinrichtungen an bis zu fünf Standorten durchgeführt wird. Hierbei werden die Qualifikationen und Kompetenzen der Geflüchteten direkt nach ihrer Ankunft in Landesunterkünften erfasst. Ziel ist es, die Geflüchteten durch gezielte Maßnahmen zu arbeitsmarktrelevanten Themen sowie integrationsorientierte Beratung schneller und gezielter in die Arbeitsagenturen und Jobcenter zu vermitteln.

Seit dem Start des Projekts vor einem Jahr wurden über 1000 Beratungsgespräche geführt, wobei rund die Hälfte zu vertieften Gesprächen mit der Bundesagentur für Arbeit führte. Die Rückmeldungen zur frühen Beratung sind durchweg positiv, da diese die Integration beschleunigt und Wartezeiten verkürzt. Einige Geflüchtete konnten direkt nach ihrer Ankunft in Arbeit oder Praktika vermittelt werden. Im April 2024 wird das Projekt um zusätzliche Maßnahmen in Landesunterkünften ergänzt, darunter Informationsveranstaltungen und Workshops zu Integrationsangeboten in Kommunen sowie Beratungsangebote zu beruflichen Anerkennungsfragen. Zudem werden spezielle Sprachkurse mit Arbeitsmarktbezug angeboten, unterstützt durch sechs neue Stellen im Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge.

Das Pilotprojekt begann in Rendsburg und Boostedt und richtet sich zunächst an Geflüchtete aus Afghanistan und Syrien. Die Ausweitung des Grundkompetenzscreenings sowie integrationsvorbereitende Maßnahmen wurden im Dezember 2024 beschlossen, um die Integration in den Arbeitsmarkt weiter voranzutreiben.

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