Im Blockland, einem der idyllischen Landschaftsgebiete in Bremen, profitieren die Sumpfohreulen von den idealen Bedingungen, die der Wiesenvogelschutz mit sich bringt. Auf einer Schutzfläche von rund 5000 Hektar, die sich über die Bremer Landschafts- und EU-Vogelschutzgebiete erstreckt, werden innovative Methoden eingesetzt, um diesen faszinierenden Vögeln ein sicheres Zuhause zu bieten. Dazu zählen unter anderem der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras, die nicht nur Nester suchen, sondern auch die Eizählung übernehmen. Solarbetriebene Wasserpumpen sorgen für Nahrungsbiotope – besonders in trockenen Perioden, was für die Sumpfohreulen, die in der Nähe von Feuchtgebieten brüten, von großer Bedeutung ist.
Das Projekt „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten“ (Wiko Bremen) wird vom Bundesamt für Naturschutz mit einer Förderung von 4,7 Millionen Euro bis 2030 unterstützt. In einer bemerkenswerten Zusammenarbeit von Naturschützern, Landwirten und Jägern hat sich die Zahl der Brutplätze im Blockland bereits auf 750 erhöht, mit dem Ziel, bis 2030 insgesamt 1000 Brutplätze zu erreichen. Projektleiter Arno Schoppenhorst hebt hervor, dass bewährte Schutzmethoden, die bislang vor allem für Arten wie Kiebitz, Uferschnepfe und Brachvogel entwickelt wurden, auch den Sumpfohreulen zugutekommen sollen.
Die Sumpfohreule und ihre Lebensweise
Die Sumpfohreule (Asio flammeus) ist weltweit die am weitesten verbreitete Eulenart und ist in Deutschland aktuell vom Aussterben bedroht. Sie bevorzugt offene Landschaften, Sümpfe und extensiv genutzte Wiesen, wo sie als Bodenbrüter Nester anlegt, gut versteckt in der Vegetation. Ihre Brutzeit erstreckt sich von März bis Juni, wobei die Brutgröße zwischen 7 und 10 Eiern liegt – in guten Mäusejahren kann sogar eine zweite Brut erfolgen. Komischerweise ist ihre Population eng mit der Dichte der Wühlmäuse verbunden. Wenn die Mäuseanwesenheit hoch ist, floriert auch die Sumpfohreule!
Mit einer Größe von 34 bis 42 cm und einem Gewicht von 300 bis 500 g ist die Sumpfohreule eine mittelgroße Eule mit einem rundlichen Kopf und kleinen Federohren. Ihr Gefieder ist braun-beige, und die Unterseite zeigt ein auffälliges Muster. Leider hat der Rückgang ihrer Lebensräume, vor allem durch Entwässerung und landwirtschaftliche Intensivierung, ihren Bestand erheblich beeinträchtigt. In Deutschland schätzt man den Bestand auf nur 40 bis 45 Brutpaare, was alarmierend ist. Die Rote Liste für Deutschland klassifiziert sie in Kategorie 1 – vom Aussterben bedroht.
Schutzmaßnahmen und zukünftige Perspektiven
Um den Sumpfohreulen zu helfen, wird nicht nur in Bremen, sondern auch in Niedersachsen aktiv gefördert. Dort stehen insgesamt 10.000 Hektar unter Schutz, um Wiesen- und Watvogelarten zu unterstützen. Nistplätze werden mit Bambusstöcken markiert und in Drahtkäfigen geschützt, was eine durchdachte Maßnahme ist, um die Brutvögel vor Fressfeinden zu schützen. Die Entwicklung einer Feld-Traktor-Navigation zur automatischen Umfahrung von Nestern zeigt, wie fortschrittlich die Ansätze sind, die hier verfolgt werden.
Die Vernetzung mit anderen Wiesenvogelschutzprojekten wird vom BFN angestrebt, um die Erfolge sichtbar zu machen und den Schutz der Sumpfohreule weiter zu verbessern. Es bleibt zu hoffen, dass diese Bemühungen fruchten und die Sumpfohreule nicht nur in Bremen, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands und darüber hinaus eine Zukunft hat. Ein kleiner Lichtblick in Zeiten, in denen viele Arten unter dem Druck menschlicher Aktivitäten leiden!
Für weitere Informationen zur Sumpfohreule und ihrem Schutz können Interessierte auf die detaillierte Dokumentation des NLWKN zugreifen.
Die Sumpfohreule ist nicht nur ein faszinierendes Tier, sondern auch ein Symbol für die Herausforderungen, vor denen unsere Natur steht. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass solche Projekte weiterhin gefördert werden, um den bedrohten Arten einen Lebensraum zu bieten und unsere Biodiversität zu schützen. Jeder Beitrag zählt! Wer weiß, vielleicht werden wir in einigen Jahren die ersten flügge gewordenen Sumpfohreulen in unseren Wiesen beobachten können.