Heute ist der 10.06.2026, und wir haben Neuigkeiten aus dem Nachbarland Deutschland, die auch uns in Österreich betreffen könnten. Die Regierungskoalition aus SPÖ, ÖVP und Neos hat sich intensiv mit einem zweiten Konsolidierungspaket beschäftigt. Ziel ist es, das Defizit bis 2028 in den von der EU erlaubten Rahmen zu bringen und das laufende Defizitverfahren zu verlassen. Die geplante Neuverschuldung wurde von 4,2% auf 3,5% des BIP für 2027 gesenkt, mit dem Ziel von 3,0% für 2028. Klingt nach einem ambitionierten Plan, oder? Aber die Schuldenquote wird dennoch steigen und soll 83,6% und 83,8% in den folgenden Jahren erreichen. Der Umfang des Sparpakets wird etwa 0,5% der Wirtschaftsleistung über zwei Jahre betragen und soll bis 2028 rund fünf Milliarden Euro einbringen. Davon sollen 70% aus Mehreinnahmen und 30% aus Ausgabenkürzungen stammen.

Ein großer Teil dieser Konsolidierung wird auf die Schultern der Unternehmen fallen, und die Lohnnebenkosten sollen ab 2028 sinken. Ein interessantes Detail ist, dass der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds von 3,7% auf 2,7% gesenkt werden soll. Allerdings wird der Körperschaftsteuersatz für Gewinne über einer Million Euro von 23% auf 24% erhöht. Außerdem wird die Bankenabgabe verlängert, und staatsnahe Betriebe sind gefordert, zusätzliche Dividenden auszuschütten. Auf der anderen Seite gibt es auch Einschnitte: Mehrere Begünstigungen für ältere Arbeitnehmer werden gestrichen und die Anpassungen der Renten bleiben in den kommenden zwei Jahren unter der Inflationsrate. WIFO und IHS fordern zudem Strukturreformen, um die mittelfristige Ausgabendynamik zu bremsen, und die Reformbedarfe sind in vielen Bereichen wie dem Fördersystem, dem Föderalismus, dem Gesundheits- und Bildungssystem sowie der Rentenversicherung groß.

Konsolidierungsmaßnahmen und ihre Auswirkungen

In diesem Zusammenhang wird das Budget­sanierungs­maßnahmen­gesetz 2025 Teil II (BSMG 2025 II) sowie das Budget­begleit­gesetz 2025 (BBG 2025) und die Bundes­finanz­gesetze (BFG) 2025 und 2026 eingeführt. Die Netto-Konsolidierungsvolumen sind beachtlich: 2025 wird es knapp 6,3 Mrd. EUR betragen, mit einem Anstieg auf 14,6 Mrd. EUR bis 2029. Ein Viertel dieses Konsolidierungsvolumens wird auf einnahmen­seitige Maßnahmen entfallen, während die ausgabenseitigen Maßnahmen noch in den Kinderschuhen stecken. Die Hauptursachen für die Konsolidierung sind die Anhebung des KV-Beitragssatzes für Pensionist:innen, die Nachholung der Valorisierung der Bundesgebühren und die Besteuerung von Stiftungen.

Doch es gibt auch gegenläufige Maßnahmen, wie das Einfrieren der Rezeptgebühr im Jahr 2026 und die Senkung der Rezeptgebührenobergrenze. In der Bevölkerung wird die Abschaffung des Klimabonus gleichmäßig auf die Einkommensdezile verteilt, wobei das unterste Dezil 8% und das oberste 14% des Konsolidierungsvolumens trägt. Die Auswirkungen auf Haushalte mit geringeren Einkommen sind besonders spürbar: das durchschnittliche Haushaltseinkommen wird sich bis 2029 um 1,6% reduzieren, wobei die Belastung in den unteren Einkommensdezilen überproportional ausfällt.

Das große Ganze

Die geplanten Maßnahmen sind zwar umfassend, doch es gibt auch kritische Stimmen. Einige Experten fordern energischere Schritte zur Ökologisierung des Budgets, und der geplante Abbau umweltschädlicher Subventionen für 2028 wird als unzureichend angesehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die österreichische Wirtschaft auswirken werden, und ob die Maßnahmen tatsächlich die gewünschte Konsolidierung bringen. Die kommenden Jahre werden spannend – nicht nur für Österreich, sondern auch für Deutschland und darüber hinaus.

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