Heute ist der 1.05.2026, und die Diskussion um das Hautkrebsscreening in Deutschland wird immer hitziger. Seit 2008 besteht die Möglichkeit für alle Menschen ab 35 Jahren, sich alle zwei Jahre kostenlos auf Hautkrebs untersuchen zu lassen. Die Idee dahinter? Früherkennung von malignen Melanomen, also schwarzem Hautkrebs, und weißem Hautkrebs, die in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Aber, und das ist ein großes Aber: Nur etwa 25% der Berechtigten nehmen dieses Screening tatsächlich in Anspruch. Ein ziemlich trauriges Ergebnis, wenn man bedenkt, dass rund 34 Millionen der insgesamt 47 Millionen Anspruchsberechtigten in den Jahren 2022 und 2023 nicht zur Vorsorge gingen. Es ist sogar so, dass nur ca. 13 Millionen Versicherte regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge gehen. Was läuft da schief?

Die Zahlen sind alarmierend. Im Jahr 2023 erkrankten in Deutschland rund 243.000 Menschen an weißem Hautkrebs und mehr als 27.000 an schwarzem Hautkrebs. Das führt auch zu einer hohen Sterblichkeitsrate: Rund 4.500 Menschen starben 2023 an Hautkrebs, ein Anstieg von 61% im Vergleich zu 2003. Viele Experten machen ungeschützte Sonnenexposition in der Kindheit und Jugend dafür verantwortlich. Häufige Sonnenbrände erhöhen das Risiko, später zu erkranken. Einmal Sonne tanken ist ja schön und gut, aber die Rechnung kommt oft später – und die ist nicht gerade günstig.

Die Debatte um das Screening

Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat kürzlich angedeutet, dass das Screening auf die Streichliste gesetzt werden könnte, was ein großes Aufsehen in der Gesundheits-Community auslöste. Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) warnt eindringlich vor Einsparungen beim Screening. Kritiker argumentieren, dass trotz der gestiegenen Anzahl an Diagnosen die Sterblichkeit nicht gesenkt wurde, sondern sogar um 60% gestiegen ist. Wissenschaftliche Studien, wie eine Cochrane Metastudie, zeigen keinen klaren Nutzen des Screenings auf. Der Anstieg der Diagnosen könnte durch falsch-positive Befunde erklärt werden. Da stellt sich die Frage: Ist es sinnvoll, die gesamte Bevölkerung zu screenen, oder sollten wir uns auf Risikogruppen konzentrieren? Diese Diskussion könnte bald an Bedeutung gewinnen, denn ein Lungenkrebsscreening für starke Raucher wird bereits für April 2026 eingeführt.

Es ist interessant zu sehen, dass Geschlecht und Bildungsgrad eine Rolle bei der Teilnahme am Screening spielen. Junge Frauen zwischen 35 und 39 Jahren nutzen das Angebot häufiger als ihre männlichen Altersgenossen, während in den höheren Altersgruppen die Männer aktiver zur Vorsorge gehen. Versicherte mit Hochschulabschluss sind auch eher bereit, das Screening in Anspruch zu nehmen. Vielleicht ist das ein Hinweis darauf, dass Aufklärung und Information über die Risiken von Hautkrebs besser vermittelt werden müssen.

Der Nutzen von Hautkrebsvorsorge

Ob das Screening wirklich einen Nutzen hat? Das bleibt umstritten. Die Behandlungen von schwarzem Hautkrebs stiegen um 20% zwischen 2005 und 2023, und bei weißem Hautkrebs sogar um 100%. Das klingt alles andere als erfreulich. Wenn man dann noch bedenkt, dass das Screening für alle Menschen unabhängig von Hauttyp, familiärer Vorbelastung oder beruflicher Exposition gilt, stellt sich die Frage: Ist das tatsächlich sinnvoll? Gesundheitsexperten fordern längst ein gezieltes Screening für Risikogruppen. Ein Ansatz, der in der heutigen Zeit wahrscheinlich mehr Sinn machen würde.

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Die größte Herausforderung bleibt jedoch, die Menschen überhaupt zur Vorsorge zu bewegen. Jeder von uns kennt das Gefühl, beim Arzt einen Termin auszumachen – das kann manchmal eine kleine Hürde sein. Vielleicht könnte eine bessere Aufklärung über die Risiken von Hautkrebs und die Bedeutung der Vorsorge helfen. Schließlich ist der wirksamste Sonnenschutz, wie es auch die Experten sagen, die Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung, besonders in den Mittagsstunden. Warum also nicht gleich die eigene Gesundheit in die Hand nehmen und einen Termin vereinbaren? Es könnte sich lohnen.