Baden-Württemberg entdecken: Zwischen Fachwerk, Neckar und Bodensee warten historische Altstädte
Wer in Baden unterwegs ist und Lust auf einen Tagesausflug oder einen kurzen Tapetenwechsel hat, muss nicht weit fahren: Baden-Württemberg steckt voller historischer Altstädte, Fachwerkhäuser, Plätze und enger Gassen. Gerade am 2. November 2026 ist die Frage nach dem richtigen Ziel eine praktische – im Herbst wird es früh dunkel, und nicht jede Sehenswürdigkeit ist geöffnet.
Zu den besonders beliebten Altstädten zählen Heidelberg, Freiburg, Tübingen, Konstanz, Ulm, Mannheim, Schwäbisch Hall, Biberach an der Riß, Ravensburg und Baden-Baden. Als besonders historisch gelten Heidelberg, Konstanz und Schwäbisch Hall. Frühling und Sommer eignen sich laut dem vorgestellten Überblick wegen des Wetters am besten; im Winter locken unter anderem Weihnachtsmärkte in Ulm und Freiburg.
Zwischen Neckar, Bodensee und Fachwerk
Heidelberg zieht jährlich rund 14 Millionen Besucher an. Barocke Altbauten, Cafés und kleine Geschäfte säumen die Altstadt am Neckar, darüber liegt der Blick zum Königsstuhl. Das Wahrzeichen ist die über 200 Jahre alte Alte Brücke, die Heidelberg mit Neuenheim verbindet. Die Altstadt zählt zu den bekanntesten und beliebtesten historischen Altstädten Deutschlands: Kopfsteinpflastergassen, die älteste Universität des Landes und die Kulisse des Heidelberger Schlosses liegen hier dicht beisammen. Zwischen Bismarckplatz und Marktplatz verläuft eine 1,4 Kilometer lange Fußgängerzone mit zahlreichen Geschäften, dazu kommen Cafés, Bars, Eisdielen und angrenzende Naturgebiete.
Freiburg wurde 2022 zur drittschönsten Stadt der Welt gekürt. Parks, Wälder und das Image als umweltfreundliche Stadt gehören zum Bild ebenso wie das Freiburger Münster und die historische Altstadtarchitektur. Durch die Gassen ziehen sich die „Bächle“. Ein Mythos behauptet: Wer als Single in eines fällt, muss einen Freiburger heiraten. Ob man das riskieren will, sei dahingestellt.
Tübingen verbindet historische Bausubstanz mit studentischem Leben. Die Universitätsstadt an der Neckarfront besitzt mehr als 350 Kulturdenkmale, zahlreiche Fachwerkhäuser und rund 350 Kulturdenkmäler. Zu den Anlaufstellen gehören der Hölderlinturm und die im 15. Jahrhundert gegründete Universität. Auf dem Neckar gleiten traditionelle Stocherkähne, flache Boote, unter der Neckarbrücke hindurch. Wer nicht mitfahren möchte, kann einkaufen, stille Gassen und versteckte Höfe suchen oder Weingärtnerhäuser abseits der Hauptwege entdecken.
Konstanz liegt am Bodensee und an der Schweizer Grenze. Verwinkelte Gassen, historische Gebäude mit Wandmalereien und die Niederburg prägen das Zentrum. Sie ist der älteste Teil der Altstadt; Patrizierhäuser und Weinstuben stehen dort dicht beieinander. Im Konzilgebäude fand 1417 die einzige Papstwahl nördlich der Alpen statt.
Auch Radolfzell verbindet eine historische Altstadt mit direkter Wasserlage. Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Kurort am Bodensee und verfügt über den längsten frei zugänglichen Uferabschnitt am See. Wochenmärkte und Cafés liegen in der Innenstadt, in der Nähe befindet sich das Naturschutzgebiet Mettnau.
Türme, Plätze und alte Stadtgeschichten
Ulm bietet eine mittelalterliche Altstadt und den höchsten Kirchturm der Welt. Der Turm des Ulmer Münsters ist 162 Meter hoch; wer hinaufsteigt, bekommt einen Blick über die Stadt. An der Donau liegt das über 1.000 Jahre alte Fischerviertel. Das Ulmer Museum erzählt die Stadtgeschichte von der Frühgeschichte über die Römerzeit bis heute. Laut dem zugrunde liegenden Artikel war es bis Herbst 2025 geschlossen, während das HfG-Archiv regulär geöffnet war.
Mannheim trägt wegen seiner historischen, in Häuserblöcken angelegten Altstadt den Beinamen „Quadratestadt“. Die überwiegend rechteckigen Strukturen wirken auf dem Stadtplan fast wie mit dem Lineal gezogen. Goethe besuchte Mannheim. Barockschloss und Wasserturm gehören ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten, wobei der Wasserturm als Wahrzeichen der Stadt gilt.
Schwäbisch Hall ist von Teilen der Stadtmauer, überdachten Holzbrücken und zahlreichen Türmen geprägt. Der Marktplatz zählt zu den im zweiten Überblick als schönsten bezeichneten Marktplätzen Süddeutschlands und ist von Barock- und Renaissancegebäuden aus verschiedenen Epochen umgeben. An seiner Seite steht die im romantisch-gotischen Stil erbaute Kirche St. Michael. Die große Freitreppe dorthin wird im Sommer zur Kulisse für Freilichtspiele. Mittwochs und samstags findet in den Sommermonaten ein Wochenmarkt statt. Dazu kommen die Kunsthalle Würth, das Neue Globe, das Freilandmuseum Wackershofen und das traditionelle Kuchen- und Brunnenfest.
Biberach an der Riß ist mehr als 800 Jahre alt, hat aber ein überschaubares Zentrum mit Boutiquen und Cafés. Die Stadt liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, der Deutschen Fachwerkstraße und der Oberschwäbischen Mühlenstraße. Durch verwinkelte, restaurierte Altstadtgassen und zwischen Fachwerkhäusern führt der Weg zur Weißgerberwalk aus dem 17. Jahrhundert. Sie gilt laut Artikel als letzte Altsämisch-Gerberei Deutschlands. „Perle Oberschwabens“ und „Athen an der Riß“ lauten die Bezeichnungen, die an dieser Stelle gern verwendet werden.
Ravensburg ist als „Stadt der Türme und Tore“ bekannt. Der Mehlsack ist Wahrzeichen und Bestandteil des Stadtlogos; von seinem Turm reicht der Panoramablick über die Stadt und die Umgebung. In der Altstadt liegt außerdem ein Museumsviertel mit vier Museen.
Baden-Baden setzt auf einen ruhigeren Ton: romantische Treppen, verwinkelte Gassen, Brunnen und eine Kur- und Bädertradition. Die Stiftskirche steht seit 987 am Marktplatz. Neues Schloss und Friedrichsbad zählen zu den weiteren Sehenswürdigkeiten. Bänke am Marktplatz laden zu Pausen ein – die Altstadt ist ausdrücklich auf Ruhe und Erholung ausgerichtet.
Mosbach und die kleinen Entdeckungen
Mosbach liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald und besitzt eine historische Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern. Am Marktplatz stehen das Palm’sche Haus und das Haus Kickelhain. Letzteres bringt es auf gerade einmal 26 Quadratmeter Grundfläche, aber 52 Quadratmeter Wohnfläche – da wird jeder Winkel genutzt. Regelmäßige Stadtführungen und kulturelle Veranstaltungen ergänzen den Besuch; außerdem ist Mosbach Ausgangspunkt für Wander- und Radwege.
Das Bild vieler baden-württembergischer Kleinstädte wirkt vertraut und doch jedes Mal ein bisserl anders: gepflegte Fachwerkfassaden, schmale Kopfsteinpflastergassen, imposante Marktplätze, Boutiquen, inhabergeführte Geschäfte, Wirtshäuser und Cafés. Ein etwa 30 Sekunden langes Video von Visit Baden-Württemberg fängt diese Stimmung mit schnellen Schnitten und typischen Geräuschen ein. Ein- und Auszoom-Perspektiven vermitteln den Eindruck, direkt ins Geschehen zu rutschen.
Zu Beginn läuft eine Familie mit drei Kindern über einen historischen Marktplatz mit Fachwerkhäusern und Außengastronomie, Stimmen im Hintergrund, dazu Nahaufnahmen der Fassaden. Eine Vogelperspektive führt über eine Schlossanlage zu einem Brunnen mit einer Trompetenfigur; dort übertönt eine Trompete das Plätschern des Wassers. Zwei junge Frauen bummeln durch die Kleinstadt, eine Kirchturmglocke läutet, und im Ortskern steht eine Kirche mit zwei Türmen. In Bretten ist ein Tierpark mit einem Zebra zu sehen, in dem Besucher Tiere streicheln und füttern dürfen.
Später isst eine junge Frau auf dem Marktplatz Erdbeerkuchen und trinkt Kaffee. Ein junges Paar geht an begrünten Fachwerkhäusern mit Geranien vorbei. Die Familie vom Anfang gönnt sich zum Abschluss ein Eis am Marktbrunnen. Auf einer überdachten Brücke der Trompeterstadt stehen zwei junge Frauen und schauen auf das Wasser. Dann: ein Gong und der Hinweis „Wir sind Süden – Baden-Württemberg“.
