Dana Gillespie bringt internationalen Blues ins Café Central Baden
Im Café Central am Hauptplatz in Baden wurde der Nationalfeiertag zum Bluesabend: Die britische Bluesmusikerin Dana Gillespie trat dort erstmals auf und brachte ihre jahrzehntelange internationale Bühnenerfahrung mit. Zwischen Kaffeehausatmosphäre, klirrenden Gläsern und gespanntem Publikum präsentierte sie den Blues mit markanter Stimme, sicherem Rhythmusgefühl und kräftiger Bühnenpräsenz.
Begleitet wurde Gillespie von Joachim Palden am Klavier, Martin Winning am Saxofon, Wayne Martin an der Gitarre und Yasemin Lausch am Schlagzeug. Im Vorprogramm spielte Izy Riff Stücke aus ihrer aktuellen CD „Behind The Black Curtain“. Unter den Gästen waren Vizebürgermeister Markus Riedmayer und Stadtrat Peter Koczan, die die Veranstaltung gemeinsam mit dem Publikum besuchten.
Blues zwischen Kaffeehaustischen
Das Konzert verband internationale Bluesmusik mit der besonderen Stimmung des Café Central. Der Badener Hauptplatz lag draußen im Feiertagsbetrieb, drinnen bekam der Abend seinen eigenen Takt: Klavier, Saxofon, Gitarre und Schlagzeug mischten sich mit der vertrauten Geräuschkulisse eines Kaffeehauses. Ein bissl ungewöhnlich vielleicht, aber genau das machte den Reiz aus.
Für Gillespie war der Auftritt zugleich eine Premiere in Baden. Die Engländerin ist seit Jahrzehnten international tätig und widmet sich heute vor allem Blues und Boogie-Woogie. Unter dem Pseudonym „Third Man“ veröffentlicht sie außerdem Musik im indischen Stil und auf Sanskrit. Für das jährlich stattfindende Mustique Blues Festival stellt sie das Programm zusammen.
Eine Karriere zwischen Glam Rock und Blues
Dana Gillespie, bürgerlich Richenda Antoinette de Winterstein Gillespie, wurde am 30. März 1949 in London geboren. Sie ist Schauspielerin und Sängerin. Ihr Vater war Hans Henry Winterstein Gillespie (1910–1994), ein deutsch-österreichischer Radiologe in London und Sohn von Hans Winterstein. Ihre Mutter, Anne Francis Roden Buxton (1920–2007), war Britin. Die ältere Schwester Nicola Henrietta St. John Gillespie wurde 1946 geboren.
Gillespie wirkte in verschiedenen Filmen mit und veröffentlichte im Laufe ihrer Karriere mehr als 50 Alben in unterschiedlichen Musikstilen. 1974 brachte sie eine Coverversion von David Bowies „Andy Warhol“ als Single heraus. Auf dem Glam-Rock-beeinflussten Album Weren’t Born a Man produzierte Bowie die Titel „Dizzy Heights“ und „Mother, Don’t Be Frightened“.
Den größten Hit hatte Gillespie 1983 mit „Move Your Body Close to Me“. Der Titel erreichte Platz drei der österreichischen Charts. Zu dieser Zeit war sie Mitglied der österreichischen Mojo Blues Band und mit deren Bandleader Erik Trauner liiert. Außerdem moderierte sie mehrere Jahre eine World-Music-Sendung beim Blue Danube Radio.
2024 nahm Gillespie mit dem KI-generierten Lied „The Last Polar Bear“ am Vorentscheid San Marinos für den Eurovision Song Contest 2024 teil und erreichte dort den siebten Platz.
Veröffentlichungen und musikalische Wege
Zu den ausgewählten Alben und Veröffentlichungen von Dana Gillespie zählen:
- 1968: Foolish Seasons – London Records
- 1969: Box of Surprises – Deram Records
- 1973: Weren’t Born a Man – RCA
- 1974: Ain’t Gonna Play No Second Fiddle – RCA
- 1982: Blue Job – Ace
- 1983: Solid Romance – Bellaphon
- 1984: Below the Belt – Ace
- 1985: It Belongs to Me – Bellaphon Records
- 1988: Move Your Body Close to Me – Bellaphone
- 1989: Sweet Meat – Blue Horizons
- 1990: Blues It Up – Ace
- 1990: Left Hand Roller – Susy Records, Vienna/Bellaphon, mit Michael Pewny
- 1991: I’m a Woman – Bellaphon Records
- 1991: Boogie Woogie Nights [live] – mit Joachim Palden, Wolf
- 1993: Methods of Release – Bellaphon Records
- 1995: Blue One – Wolf
- 1996: Hot Stuff – Ace
- 1997: Have I Got the Blues for You – Wolf
- 1998: Big Boy – Wolf
- 1999: Back to the Blues – Wolf
- 2000: Experienced – Ace
- 2003: Staying Power – Ace Records
- 2006: These Blue Nights – Wolfetones
- 2007: Live with the London Blues Band – Ace
Weitere genannte Veröffentlichungen und Kooperationen reichen von Ziggy Stardust von David Bowie aus dem Jahr 1972 über Danny Kirwans Hello There Big Boy! (1979) bis zu Austrian Blues Summit (1998), Jazzfestival Burghausen mit Big Jay McNeely und Michael Pewny (1998), White King of Black Blues mit Al Cook (1998), BBC Sessions von David Bowie (2000) und Brunner Blues & Boogie Woogie Festival mit Michael Pewny (2009).
