Forstunfall im Herbst: Wenn der Baum zum Risiko wird
Am 24. September 2026 kam es in Breitenau am Hochlantsch, im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, zu einem besorgniserregenden Forstunfall. Ein 67-jähriger Mann verletzte sich bei Holzschlägerungsarbeiten im eigenen Wald. Der Senior war mit seiner 17-jährigen Enkelsohn unterwegs und hatte sich mit einer Motorsäge an die Arbeit gemacht. Während der 67-Jährige Bäume fällte und entästete, bediente sein Enkel einen Traktor mit angehängter Seilwinde. Es war eine ruhige, klare Herbsttage – die perfekte Zeit für solche Arbeiten. Doch dann ging alles schief.
Der ältere Herr hatte eine 15 Meter lange Fichte an das Stahlseil der Seilwinde gehängt. Als der Baumstamm angezogen wurde, rollte er zur Seite und klemmte den rechten Fuß des Mannes ein. Ein Schrei der Angst durchbrach die Stille des Waldes. Der Enkel, alarmiert durch die Hilfeschreie, stieg sofort ab und schnitt seinen Großvater frei. Die erste Hilfe war schnell organisiert, und die Rettungskette wurde in Gang gesetzt.
Effektive Rettung im Wald
Die Notfallversorgung in unwegsamem Gelände ist eine Herausforderung, die gut organisiert sein muss. In diesem Fall wurde der 67-Jährige nach der Erstversorgung mit dem Notarzthubschrauber Christophorus 17 ins LKH Hochsteiermark, Standort Leoben, transportiert. Am Einsatz waren nicht nur die Feuerwehr Breitenau am Hochlantsch beteiligt, sondern auch Alpinpolizisten, die Bergrettung Mixnitz und die Polizei. Ein eingespieltes Team, das in solchen Situationen oft den entscheidenden Unterschied macht.
Die Rettungskette im Forst hat sich in den letzten Jahren als unverzichtbar erwiesen. Jährlich gibt es in Bayern, nur ein wenig entfernt von uns, etwa 2.600 meldepflichtige Forstunfälle, häufig bei Motorsägen- und Seilwindenarbeiten. Die Zunahme des Schadholzanteils erhöht dazu das Unfallrisiko. Daher ist es wichtig, die Rettungstreffpunkte zu kennen – diese sind definierte Anfahrstellen für Rettungsfahrzeuge, die im Gelände gut sichtbar ausgeschildert sind. Jedes Schild hat eine individuelle Nummer, die es den Einsatzkräften erleichtert, schnell zu reagieren.
Vorbereitung ist alles
Die Notwendigkeit, im Vorfeld eines Einsatzes die Rettungstreffpunktnummern zu notieren, ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt, der im Stress des Moments oft vergessen wird. In Hessen, wo die Rettungskette bereits seit 1997 besteht, hat man über 4.000 Rettungspunkte festgelegt, die an markanten Standorten im Wald sichtbar sind. Diese Schilder unterliegen regelmäßiger Kontrolle, damit sie im Notfall auch tatsächlich helfen können. Ein digitales Netz ermöglicht den Rettungsleitstellen, schnell auf die Daten zuzugreifen und die benötigten Informationen für Rettungseinsätze zu erhalten.
Die Vorbereitung auf mögliche Notfälle kann darüber hinaus durch Erste-Hilfe-Übungen und das Mitführen eines Handys, das Empfang hat, entscheidend verbessert werden. Es ist also nicht nur die Verantwortung der Profis, sondern auch von jedem Einzelnen, sich auf die möglichen Gefahren im Wald vorzubereiten. Und ganz ehrlich – alleine im Wald zu arbeiten, ist zwar manchmal ein ruhiges Vergnügen, aber nicht wirklich die beste Idee.
