70 Jahre Burgenländische Gemeinschaft: Ein Jubiläum der Verbundenheit zwischen Heimat und Diaspora
Heute ist der 8.07.2026, und in Güssing wird ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Die „Burgenländische Gemeinschaft“ blickt auf 70 Jahre zurück – ein Grund, um die Verbindungen zwischen den Auswanderern und ihrer Heimat zu würdigen. Es ist nicht nur ein Festakt, sondern auch eine Gelegenheit, die Erinnerungen an die rund 60.000 Menschen aufzufrischen, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Burgenland in die USA und nach Kanada aufgebrochen sind. Diese Reise war oft alles andere als einfach und war geprägt von Herausforderungen und schweren Schicksalen.
Die Feierlichkeiten umfassten eine Festmesse, einen Frühschoppen und ein traditionelles Auslandsburgenländertreffen. Wie ein roter Faden ziehen sich die Geschichten dieser Auswanderer durch die Jahrzehnte. Viele von ihnen kehren heute regelmäßig zurück, ebenso ihre Kinder, Enkel und Urenkel. Man könnte fast sagen, dass die Wurzeln der Burgenländer, die in die Ferne gezogen sind, nie ganz abgerissen wurden. Auch wenn die Zahl der Besucher im Laufe der Zeit abgenommen hat, die Verbindungen bestehen weiterhin. Jährlich wird in den USA eine „Miss Burgenland“ gewählt, die die Tradition lebendig hält und die Gemeinschaft stärkt.
Ein Blick in die Geschichte
Erinnerungen an die Ankunft in der neuen Heimat sind oft von Schwierigkeiten geprägt. Die Überfahrt per Schiff war für viele eine Tortur. Als sie in Amerika ankamen, hatten sie häufig keine Kenntnisse der Sprache oder der Gegend, was die Arbeitssuche nicht gerade einfacher machte. Viele dieser Auswanderer waren „Wirtschaftsflüchtlinge“, die oft nicht einmal die Möglichkeit hatten, eine Luxuspassage zu buchen. Sie lebten unter schwierigen Bedingungen und mussten sich im neuen Land erst einmal zurechtfinden. Doch trotz aller Widrigkeiten schufen viele ein gutes Leben und gaben ihre Liebe zum Burgenland an ihre Nachkommen weiter.
Ein Rückblick auf die Geschichte zeigt, dass die Abschiede in den Gemeinden früher mit Ansprachen, Blumen und Blasmusik gefeiert wurden. Man konnte sich gut vorstellen, wie die Menschen am Hafen standen, voller Hoffnung und auch einer gewissen Traurigkeit. Eine historische Ausstellung mit dem Titel „… nach Amerika“ in der Burg Güssing im Jahr 1992 thematisierte die Erfahrungen dieser Auswanderer und brachte viele der bewegenden Geschichten ans Licht.
Die Verbindung bleibt lebendig
Die Burgenländer, die in die Ferne gezogen sind, verlieren ihre Heimat nie ganz aus den Augen. Einige kommen sogar regelmäßig zurück, um ihre Wurzeln zu besuchen oder an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Die Gemeinschaft, die sich über die Jahre gebildet hat, ist stark und verbindet Generationen. Die Rückkehrer erzählen von ihren Erlebnissen und von der Sehnsucht nach dem Burgenland. Die Liebe zur Heimat ist etwas, das die Zeit überdauert.
In den letzten Jahren hat sich die Burgenländische Gemeinschaft auch verstärkt um die Pflege der Traditionen bemüht. Veranstaltungen und Treffen sind nicht nur ein Zeichen der Verbundenheit, sondern auch eine Möglichkeit, das kulturelle Erbe zu bewahren. Auch wenn die Welt sich verändert hat, die Wurzeln bleiben bestehen. Die Geschichten der Auswanderer und ihrer Nachkommen sind Teil der burgenländischen Identität und werden auch in Zukunft weitergegeben.
Diese Feierlichkeiten in Güssing sind nicht nur eine Hommage an die Vergangenheit, sondern auch ein Ausblick auf die Zukunft. Die Burgenländische Gemeinschaft zeigt, dass die Verbindung zwischen Heimat und Diaspora stark bleibt. Und so geht es auch in die nächsten 70 Jahre – mit Mut, Hoffnung und einer tiefen Verbundenheit zur Heimat, die nie verloren geht.
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