Heute ist der 7.07.2026 und in Güssing gibt es etwas ganz Besonderes zu berichten. Jugendliche aus den USA haben das Burgenland besucht, um ihre Wurzeln zu erkunden. Frieda O’Purk (20), Heidi Orth (16) und Mitch Hoch (17) sind nach Österreich gekommen, um das Land ihrer Vorfahren kennenzulernen. Organisiert wurde diese spannende Reise von der Burgenländischen Gemeinschaft (BG) in Zusammenarbeit mit der Landesregierung. Es ist nicht nur einfach ein Besuch, sondern auch eine Feier – das 70-jährige Bestehen der BG! Eine schöne Gelegenheit, um die Bande zwischen den Kulturen zu stärken.

Die Reise dauert zwölf Tage und bietet den Jugendlichen die Chance, tief in ihre Familiengeschichte einzutauchen. Mitchs Großvater kam 1954 aus Deutsch Tschantschendorf, Friedas Großmutter aus Harmisch und Heidis Urgroßvater aus Jennersdorf. Es ist beeindruckend, wie eine Reise durch die Geschichte einer Familie solche Emotionen hervorrufen kann. Frieda erzählt, dass ihr dieser Besuch hilft, ihre Identität zu finden. Das ist ein starkes Gefühl! Heidi hat erst im Jahr 2025 ihre österreichischen Wurzeln entdeckt und war sofort Feuer und Flamme für diese Reise. Es ist wie ein Puzzle, das sich plötzlich zusammenfügt.

Einblicke in die burgenländische Kultur

Die Jugendlichen sind nicht nur hier, um ihre Wurzeln zu erkunden, sondern auch, um die Kultur und die Menschen kennenzulernen. Mitch hat sogar begonnen, Deutsch zu lernen, einfach weil die Geschichte seiner Familie ihn so fasziniert. Frieda hat schon länger Deutsch gelernt und Heidi hat durch den Umzug ihrer Familie in die Schweiz einen Vorsprung. In den Gesprächen mit den Einheimischen stellen die drei fest, dass die Menschen in Österreich viel freundlicher sind als in den USA – das ist doch mal eine schöne Entdeckung!

Ein weiteres Highlight für Mitch war die Entdeckung der Vielzahl an kohlensäurehaltigen Getränken. Wer hätte gedacht, dass das so ein Thema werden kann? Es sind die kleinen Dinge, die einen manchmal am meisten überraschen. Sarah Wiederhold, eine New Yorker Lehramtsstudentin und „Miss Burgenland New York“, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie hat intensiven Kontakt zu ihren burgenländischen Verwandten. Ihr Großvater wanderte 1965 aus Güssing in die USA aus und sie hat auch Verwandte in Jabing. Solche Verbindungen sind das, was die Welt kleiner macht.

Die große Auswanderung

Die Geschichte der Burgenländer in Amerika ist äußerst spannend. Schätzungen zufolge leben heute rund 160.000 Burgenländer oder deren Nachfahren in Nord- und Südamerika. Davon 80.000 in den USA und 12.000 in Kanada. Die meisten von ihnen wanderten in der Zwischenkriegszeit aus oder stammen von Emigranten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab. Die „Old Immigration“ vor 1890 umfasste nur etwa 2.000 Personen, doch die Zahlen stiegen dramatisch mit der „New Immigration“ bis zum Ersten Weltkrieg, als 26.000 Burgenländer in die USA kamen.

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Die Auswanderungswellen waren oft geprägt von Not und Hoffnung auf ein besseres Leben. Viele Einwanderer arbeiteten in schlecht bezahlten Industriejobs und gehörten zur unteren sozialen Schicht. Die Hauptziele der Auswanderer waren Illinois, Pennsylvania und New York. Werbung der Schifffahrtslinien förderte die Auswanderung und beschleunigte die Suche nach neuen Lebensmöglichkeiten. Ein trauriger Aspekt ist, dass bis zur dritten Generation häufig eine „Amerikanisierung“ stattfand, die viele kulturelle Wurzeln verwischte.

Doch trotz der Herausforderungen fanden viele Burgenländer ihren Platz in der amerikanischen Gesellschaft. Zwischen 1920 und 1938 wanderten rund 24.300 Burgenländer in die USA aus, und auch wenn die Zeiten hart waren, schufen sie dort neue Gemeinschaften und lebendige Kulturen. Die Rückkehr aus Übersee ins Burgenland blieb bis 1938 eher die Ausnahme.

Wenn man solche Geschichten hört, wird einem bewusst, wie stark die Verbindungen zwischen den Kontinenten sind und wie wichtig es ist, seine Wurzeln zu kennen. Für die Jugendlichen aus den USA ist diese Reise eine wertvolle Gelegenheit, ihre Identität neu zu entdecken und das Erbe ihrer Vorfahren zu ehren.

Für mehr Informationen über die Amerikawanderung der Burgenländer können Sie hier klicken.

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