In der kleinen Stadt Jennersdorf brodelt es momentan gewaltig. Der Gemeinderat wird am Donnerstag über die Schließung der Volksschule Grieselstein beraten, und die Gemüter sind erhitzt. Die Schule, die derzeit zwölf Kinder von zwei Lehrerinnen beherbergt, steht vor der Schließung. Eine mehrheitliche Pro-Entscheidung wird innerhalb des Gemeinderats erwartet, wobei die Unterstützung von JES, ÖVP und SPÖ auf eine Mehrheit hindeutet. Auf der anderen Seite hat die FPÖ, die mit zwei Mandaten im Rat vertreten ist, sich vehement für den Weiterbestand der Schule ausgesprochen.
Das alles geschieht vor dem Hintergrund einer angespannten Finanzlage in Jennersdorf. Jährlich fehlen der Stadtgemeinde rund 1,7 Millionen Euro, was die Diskussion um die Schließung der Volksschule zusätzlich anheizt. Die finanzielle Situation ist nicht nur ein lokales Problem: Eine Durchleuchtung der Gemeindefinanzen hat ein Einsparpotenzial von etwa einer Million Euro pro Jahr ergeben. Der Betrieb der Volksschule Grieselstein kostet die Gemeinde ohne Personalkosten jährlich rund 30.000 Euro. Ein Argument, das für viele im Gemeinderat schwer wiegt.
Schülerwechsel und Zukunftsperspektiven
Falls die Entscheidung tatsächlich auf die Schließung der Schule fällt, ist geplant, die Kinder ab dem Schuljahr 2027/28 zur anderen Volksschule in Jennersdorf zu transferieren. Das Schulgebäude selbst bleibt im Gemeindebesitz und wird nicht verkauft, aber möglicherweise vermietet. Die Hoffnung ist, dass so zumindest ein Teil der Kosten eingespart werden kann, während die Gemeinde gleichzeitig versucht, weitere Einsparmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören das Nicht-Nachbesetzen von Dienstposten, die Herabsetzung der Arbeitszeiten einiger Bediensteter und das Hinausschieben größerer Investitionen. Auch die Instandhaltungsarbeiten an Straßen sowie das Mähen von Straßenrändern finden unter den Sparmaßnahmen einen Platz.
Diese Entwicklungen sind Teil eines größeren Trends, der sich nicht nur in Jennersdorf, sondern auch in vielen anderen Städten und Gemeinden abzeichnet. Man könnte fast meinen, die Finanzkrise macht vor keiner Gemeinde halt. Die Situation ist angespannt: In Deutschland zum Beispiel ist die Finanzlage der Kommunen 2023 flächendeckend eingebrochen. Steuereinnahmen stagnieren, während wichtige Ausgaben ungebremst wachsen. Das Deutsche Institut für Urbanistik spricht sogar von einer finanziellen Handlungsunfähigkeit vieler Kommunen. Der „Kommunale Finanzreport 2025“ zeigt einen pessimistischen Ausblick für die kommenden Jahre mit einem Investitionsstau von 216 Milliarden Euro. Und das alles, während die Kommunen über 50 Prozent der öffentlichen Investitionen tragen.
Egal wie es ausgeht – die Schließung der Volksschule Grieselstein ist ein Thema, das viele Menschen in Jennersdorf betrifft. Die Kinder, die Lehrerinnen, die Eltern – alle sind in irgendeiner Form betroffen. Ob das Einsparen von Kosten auf diese Weise der richtige Weg ist, bleibt abzuwarten. Fest steht nur, dass die Entscheidung des Gemeinderats weitreichende Konsequenzen haben wird, und die Augen der Bevölkerung sind gespannt auf das Ergebnis. Was auch immer passiert, es ist klar: Die Zeiten sind herausfordernd und erfordern kreative Lösungen, um den finanziellen Druck zu bewältigen. Aber wie sagt man so schön? Man muss das Beste aus der Situation machen!
Für mehr Informationen zu den Hintergründen der finanziellen Situation und deren Auswirkungen auf die Gemeinden, kann die vollständige Quelle hier aufgerufen werden.
