Heute ist der 21.05.2026 und in Neusiedl am See gibt es aktuelle Entwicklungen, die den Umgang mit der Asbestbelastung im Burgenland betreffen. Ein Treffen zwischen Ungarns Premier Magyar und dem österreichischen Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat für Aufsehen gesorgt. Im Fokus des Gesprächs stand die Asbestkontamination, die nicht nur die Region Burgenland, sondern auch Westungarn betrifft. Die Ankündigung von Kanzler Stocker, eine Arbeitsgruppe zur Bewältigung dieser Problematik einzurichten, wurde sowohl von der burgenländischen Landesregierung als auch von Greenpeace begrüßt. Greenpeace hat in der Vergangenheit immer wieder auf die Missstände hingewiesen und fordert nun, dass endlich konkrete Schritte unternommen werden.
Stefan Stadler, wissenschaftlicher Experte bei Greenpeace Österreich, äußerte sich erfreut über die Einigung auf einen Krisenstab und die damit verbundene Zusammenarbeit mit Ungarn. „Das ist ein Meilenstein zur Lösung des Asbest-Skandals“, so Stadler. Er erinnert jedoch auch an die Notwendigkeit großflächiger Maßnahmen, wie sie bereits in anderen Bundesländern und in Ungarn umgesetzt wurden. Die Kritik an der burgenländischen Landesregierung bleibt bestehen, besonders in Bezug auf den Umgang mit der Asbest-Causa. Andreas Temmel, der Landesamtsdirektor-Stellvertreter, betonte, dass die Gründung der Arbeitsgruppe eine längst überfällige Forderung des Landes Burgenland erfüllt. Dabei ist klar: Die Asbestproblematik ist nicht nur ein lokales, sondern ein gesamtösterreichisches Thema, das über die vier burgenländischen Steinbrüche hinausgeht.
Ein gemeinsames Problem
Die Forderungen von Greenpeace sind klar: Sofortmaßnahmen für die Betroffenen müssen her. Stadler kritisierte, dass Österreich in der Aufklärung weitgehend versagt hat und es unklar sei, wo das kontaminierte Material geblieben ist. Im Gespräch mit László Győző, dem Vizebürgermeister von Szombathely in Ungarn, wird die Situation noch ernster. Er beklagt, dass es an Informationen und Unterstützung aus Österreich mangelt. „Wir brauchen dringend kostengünstige und umweltverträgliche Entsorgungsmöglichkeiten für Asbestschotter“, fordert Győző. Ein weiterer Punkt der Diskussion ist die Rücknahme des Schotters, der nach Ungarn geliefert wurde – ein Thema, das die Gemüter erhitzt.
Die Asbestproblematik ist in Deutschland bereits seit Jahren geregelt. Dort gibt es klare Vorgaben durch die Gefahrstoffverordnung, die für einen strukturierten Umgang mit Asbest sorgen. Ein Vergleich, der auch in Österreich gezogen werden sollte, um ähnliche Regelungen zu schaffen. Es bleibt also spannend, ob die neu gegründete Arbeitsgruppe tatsächlich die notwendigen Schritte einleitet, um die bestehende Gefahr endlich zu bannen. Die Menschen in der Region warten auf Antworten und Maßnahmen, die ihnen Sicherheit geben.
