In Fertőrákos, der einzigen ungarischen Gemeinde mit direktem Zugang zum Neusiedler See, war der Zugang seit 2019 aufgrund eines umstrittenen Mega-Projekts versperrt. Doch die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung des Zugangs wächst, voraussichtlich im Jahr 2025. Der ursprüngliche Strandbereich, der einst ein beliebter Anlaufpunkt war, hat sich mittlerweile in eine umzäunte Fläche aus Gras und Schilf verwandelt, umgeben von großen Betonelementen und einer Spundwand mit herausragenden Stahlstangen. Das abgesperrte Gelände hat sich von ursprünglich 13 Hektar auf beeindruckende 70 Hektar vergrößert.

Ein neuer Hafen, der im Mai 2025 eröffnet werden soll, wird mit einem 800 Meter langen Kiesweg aufwarten. Er bietet Platz für 421 Boote und Segelschiffe, auch wenn momentan nur rund 200 Plätze nutzbar sind. Der Segelverein Neusiedler See betreibt diesen Hafen, der mit Duschen, Umkleidekabinen und Toiletten ausgestattet ist. Endlich gab es im Mai den ersten Segelwettbewerb seit 2020, und die Besucherzahlen am Hafen an den Wochenenden waren vielversprechend.

Umbau und neue Pläne

Das Mega-Projekt, das ursprünglich ein Hotel, einen Yachthafen, einen Campingplatz und zahlreiche Sportstätten umfasste, wurde 2022 gestoppt, nachdem die öffentliche Ausschreibung aufgrund fehlender Mittel gescheitert war. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: 2023 wurde das Projekt mit reduzierten Plänen neu ausgeschrieben, basierend auf den Bedürfnissen der Bevölkerung. Ein neues Konzept sieht vor, einen Strand, ein Ökozentrum und einen Ökopark zu schaffen.

Der Regierungswechsel in Ungarn könnte dem Vorhaben eine neue Richtung geben. Anikó Hallerné Nagy von der TISZA-Partei, die sich gegen das Mega-Projekt ausgesprochen hat, wurde im April zur Abgeordneten gewählt. Gyula Major, Obmann des Vereins „Fertő tó barátai“, hat bereits ein Gespräch mit der neuen Abgeordneten geführt. Doch die Unklarheit über die zukünftige Zuständigkeit und die Pläne für das Bauvorhaben bleibt bestehen. Der Verein strebt an, den Strand so schnell wie möglich zu eröffnen und plant, Holz und Schilf als Baumaterialien zu verwenden.

Ein Blick in die Natur

Um den Neusiedler See herum erstreckt sich der Waasen, ein ehemaliges Niedermoor, das sich über 460 km² erstreckt, überwiegend auf ungarischer Seite. Die geografische Ausdehnung reicht vom Neusiedler See bis zur Donau. Früher waren die Wasserflächen, Sümpfe und Moorwälder wichtige Nahrungs- und Rohstoffquellen für die Anrainergemeinden. Die Nutzung umfasste das Schneiden von Schilf im Winter, die Weidenruten für die Korbflechterei und die Viehhaltung auf Moorinseln. Auch die Fischerei und der Krebsfang waren von Bedeutung.

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Die Wiesen im Hanság bieten einen Zufluchtsort für bedrohte Arten, darunter die Großtrappe und der Wiesenotter. In den Waldbereichen sind seltene Vögel wie der Schwarzstorch, der Baumfalke, der Seeadler und der Waldkauz zu finden. Auf den Moorwiesen gedeihen Pflanzen wie das Sumpfknabenkraut, die Prachtnelke und der Lungenenzian. An den Biotop-Rekonstruktionsflächen bei Bösárkány lebt sogar eine Kormoran-Kolonie. Die Beobachtungsmöglichkeiten für verschiedene Entenarten, Seeschwalben und andere Vögel des Feuchtgebietes sind einfach beeindruckend.

Die Entwicklungen in Fertőrákos und die naturräumlichen Gegebenheiten rund um den Neusiedler See lassen auf eine spannende Zukunft hoffen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne weiterentwickeln und welche Rolle die Natur dabei spielen wird. Für die Anwohner und Besucher könnte sich hier ein neues Paradies auftun.

Weitere Informationen finden Sie auf meinbezirk.at und burgenland.orf.at.

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