80 Jahre Verbindung: Ein Fest der Südtiroler in der Steiermark
Heute ist der 19.10.2026 und die Erinnerungen an eine ganz besondere Feier sind noch frisch. Am 18. Oktober fand in Stainz die 80-Jahr-Feier des Bundes der Südtiroler in der Steiermark statt. Ein Ereignis, das nicht nur die Geschichte, sondern auch die lebendige Verbindung zwischen der Steiermark und Südtirol feierte. Die Pfarrkirche und das Refektorium des Schlosses Stainz waren die festlichen Kulissen für diesen bedeutenden Anlass.
Der Festakt begann mit einem feierlichen Gottesdienst, der von Pfarrern Marius Enåşel und Friedrich Weingartmann zelebriert wurde. Ein schöner Auftakt, der die geballte emotionale Kraft des Themas unterstrich: die Verbindung zwischen den beiden Regionen, symbolisiert durch Erzherzog Johann. Seine Rolle als Vordenker und Pionier wird nicht nur in der Geschichte, sondern auch im Herzen der Menschen lebendig gehalten. Die Festmesse endete mit dem Herz-Jesu-Lied „Auf zum Schwur, Tiroler Land“, das die Anwesenden mit seiner Melodie mitriss.
Feierliche Highlights und Ehrengäste
Nach der Agape im Schlosshof ging es weiter mit dem Festakt im Refektorium. Hier wurde die musikalische Umrahmung von Chor 4 + 2 und der Familienmusik Prisching gestaltet. Moderatorin Sonja Gögele übernahm die Rolle der Gesprächsführerin und betonte, wie wichtig die Verbindung zwischen Südtirol und der Steiermark ist. Sie selbst wurde für ihre Verdienste mit dem Ehrenzeichen des Gesamtverbandes der Südtiroler in Gold ausgezeichnet – eine Ehrung, die sie sichtlich berührte.
Zu den Ehrengästen zählten unter anderem Landesrätin Claudia Holzer, Landesrätin Rosmarie Pamer sowie Bürgermeisterin Annelies Pichler. Auch der Zweite Landtagspräsident Werner Amon war anwesend und erwähnte die bedeutende Rolle von Erzherzog Johann in der Steiermark. Besonders hervorzuheben ist, dass LR Rosmarie Pamer die ehrenamtlichen Leistungen der Vereinsfunktionäre würdigte, die oft im Hintergrund wirken, aber unverzichtbar sind. Helmut Angermann, der Präsident des Gesamtverbandes der Südtiroler in Österreich, sprach über die positive Entwicklung der Gemeinschaft und die Herausforderungen, die es zu meistern gilt.
Erzherzog Johann – eine Verbindung von Geschichte und Gegenwart
Die Feierlichkeiten riefen auch die Verdienste von Erzherzog Johann ins Gedächtnis. Geboren am 20. Januar 1782 in Florenz, hinterließ er nachhaltige Spuren in der Steiermark. Er war ein Förderer der Landwirtschaft, der Industrie und der Kultur, und viele Menschen schätzen noch heute sein Engagement für soziale Reformen. Während der Gedenkfeier in Schenna, die parallel stattfand, wurde sein Erbe gewürdigt. Landeshauptleute aus beiden Regionen, Christopher Drexler und Arno Kompatscher, betonten die historische und aktuelle Verbundenheit der beiden Länder. Es wurde sogar eine Kranzniederlegung am Grabmal von Erzherzog Johann vorgenommen – eine respektvolle Geste, die von vielen als bedeutend empfunden wurde.
Erzherzog Johann, Bruder von Kaiser Franz I., war nicht nur ein Militärführer, sondern auch ein Innovator. Seine Visionen und Reformen, die er in der Steiermark umsetzte, sind bis heute spürbar. Die Gründung des Joanneums in Graz, das als Vorläufer der Technischen Universität gilt, ist nur ein Beispiel seines Schaffens. Es ist kaum zu fassen, wie viel Einfluss eine Person auf die Entwicklung einer Region haben kann.
Der Abend klang schließlich mit dem Bozner Bergsteigerlied aus und wurde von einem geselligen Teil begleitet. Ein schöner Abschluss, der die Emotionen und die Gemeinschaft, die an diesem Tag spürbar waren, perfekt zusammenfasste. Die Feier war nicht nur ein Anlass, um zurückzublicken, sondern auch, um die Verbindung zwischen Steiermark und Südtirol in die Zukunft zu tragen.
