In der Basilika Maria Loretto wurde am Donnerstag, 5. November 2026, ein musikalisches Zeichen der Erinnerung gesetzt. Um 19 Uhr lud die Militärmusik Burgenland zum Kirchen- und Gedenkkonzert unter dem Motto „Die Himmel rühmen der Ewigen Ehre“.

Der Abend war dem im April verstorbenen Militärkapellmeister a. D. Oberst i. R. Prof. Rudolf Schrumpf gewidmet. Er leitete die Militärmusik Burgenland von 1978 bis 2003 und prägte ihre Entwicklung über viele Jahre. Geistliche Musik und persönliches Gedenken gingen in der Basilika eng ineinander – einmal festlich und kraftvoll, dann wieder ruhig und getragen.

Musik im Zeichen der Erinnerung

Die musikalische Leitung lag bei Oberst Johann Kausz, dem Kapellmeister der Militärmusik Burgenland. Auf dem Programm standen Werke von Alfred Reed, Ludwig van Beethoven, Richard Strauss und Wolfgang Amadeus Mozart. Als Solisten wirkten Maria Lentsch (Sopran) und Haakon Schaub (Bassbariton) mit.

Mit dem Konzert ehrte die Militärmusik Burgenland Schrumpfs langjährige Tätigkeit und hielt die Erinnerung an seinen Beitrag zur Geschichte des Klangkörpers wach. Schrumpfs Name ist dabei nicht nur mit einer langen Amtszeit verbunden: Er war auch 1971 als Musikmeister der Militärmusik angeführt, bevor er später deren Leitung übernahm.

Vom Jäger-Brigade-Klangkörper zur Militärmusik

Gegründet wurde die Militärmusik Burgenland 1957 als Musikkapelle der 1. Jäger-Brigade. Heute ist sie in der Martinkaserne in Eisenstadt stationiert. In ihrer Geschichte standen mehrere Kapellmeister an der Spitze: Josef Kótay vom 1. Jänner 1958 bis 30. Juni 1971, Johann Schadenbauer vom 1. Juli 1971 bis 30. November 1975 und danach Rudolf Schrumpf ab 1. Juni 1978 bis 31. März 2003. Schadenbauer wechselte anschließend zur Gardemusik Wien.

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Auf Schrumpf folgte Hans Miertl ab 1. April 2003, seit 2014 im Rang eines Obersten. Johann Kausz übernahm im Oktober 2024 als Kapellmeister. Miertl wurde seit Dezember 2008 von Musikmeister Vizeleutnant Werner Wendelin unterstützt. Als frühere Musikmeister sind außerdem Andreas Leeb für die Jahre 1957 bis 1971, Franz Hartmann von 1971 bis 1990 und Leopold Linshalm von 1990 bis 2008 verzeichnet.

Zum Klangkörper gehören Klarinetten, Flöten, Hörner, Tenorhörner, Flügelhörner, Tuben, Euphonien, Posaunen und Schlagwerk. Üblicherweise spielen 45 bis 50 Musiker mit, wobei die genaue Zahl von den Einrückterminen der Rekruten abhängt. 19 Offiziere, Unteroffiziere und Chargen sind Berufssoldaten. Die übrigen Musiker sind Zeitsoldaten, darunter Chargen und Rekruten mit einer Dienstzeit von 14 bis 18 Monaten.

Zwischen Angelobung und Konzert

Rund 150 bis 200 Auftritte absolviert die Militärmusik Burgenland pro Jahr. Dazu zählen Angelobungen ebenso wie Benefiz- und Jubiläumskonzerte, Bälle und Empfänge, Begräbnisse sowie sonstige Feiern. Auch mehrere Live- und Studio-CDs wurden veröffentlicht. Die Bandbreite reicht damit vom feierlichen Anlass im Freien bis zum konzentrierten Spiel in einer Basilika – und manchmal ist dazwischen vermutlich kaum Zeit, den Notenständer ordentlich wegzuräumen.

Auf Bildern ist die Militärmusik Burgenland unter anderem bei der Beisetzung exhumierter Soldaten der Roten Armee auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof in Oberwart zu sehen. Auch 2017 trat sie in der ehemaligen Turba-Kaserne in Pinkafeld auf, gemeinsam mit Oberst Hans Miertl.

Standort blieb erhalten

Die Zukunft der Militärmusik war zeitweise allerdings alles andere als sicher. Ab Oktober 2014 wurde aus Kostengründen über die Auflassung von fünf österreichischen Militärkapellen diskutiert, darunter auch der Militärmusik Burgenland. Im Dezember 2014 einigte sich die Regierung auf den Erhalt aller neun Standorte, plante zunächst aber eine Reduzierung des Personals von bisher 47 auf 20 Musiker pro Bundesland.

Im Mai 2016 beschlossen die österreichische Landeshauptleutekonferenz und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil, die Heeresreform zu stoppen. Die Militärmusik sollte in jedem Bundesland erhalten bleiben und jeweils aus 43 bis 47 Musikern bestehen. In Maria Loretto erklang sie nun wieder mit einem Programm, das von Mozart bis Strauss reichte – und mit dem Namen Rudolf Schrumpf im Mittelpunkt.